Vortrag in Realschule über Whatsapp und Co.

„Jugendliche nervt das genauso“

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Statt digitaler Mittel nutzte Moritz Becker diese lebensgroßen Aufsteller mit Chat-Protokollen für seinen Vortrag.

Achim - Unter dem Titel „Kinder und Jugendliche bei Whatsapp, Facebook und Instagram – Was geht das Schule an?“ hatte der Präventionsrat Moritz Becker vom Verein zur Förderung der Medienkompetenz „Smiley“ aus Hannover eingeladen. Mit dieser Veranstaltung setze der Präventionsrat eine im Juni mit dem Titel „Netzangriff“ begonnene Vortragsreihe fort, erklärte Torsten Strier, Chef des Achimer Polizeikommissariats, und dankte der Kühn-Stiftung, die das finanziell ermöglicht hatte.

Moritz Becker stellte klar, dass es bei der Nutzung sozialer Netzwerke im Internet im Kern um alte Fragen geht. Etwa, dass Eltern ihren Schützlingen einen fairen und sozial verträglichen Umgang miteinander beibringen sollten. Und nur wo dies nicht gelinge, seien andere Bezugspersonen gefragt. Sozialkompetenz werde dann zur gesellschaftlichen Aufgabe, die nicht nur Lehrern, sondern auch der offenen Jugendhilfe, Sportvereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr zufalle.

Dem Thema zum Trotz nutzte der Referent für seinen Vortrag keine digitalen Mittel, sondern trat mit den Holzfiguren „Lisa“ und „Max“ in einen fiktiven Dialog. Zudem entrollte er Aufsteller mit beispielhaften Chat-Protokollen und gewann so in humorvoller Weise die Aufmerksamkeit des Publikums.

Ob Instagram, Snapchat, Facebook oder Whatsapp – bis vor zehn Jahren nutzte diese Dienste in Deutschland noch keiner. So seien auch Eltern nicht darauf vorbereitet, in welchem Ausmaß sich ihr Nachwuchs im Internet bewege.

Statt aber im Umgang mit den sozialen Medien Angst zu verbreiten, gelte es, typisch jugendliche Eigenschaften wie Unbekümmertheit und Neugier zu stärken, da sie für Lernprozesse wichtig seien. Wenn es Eltern gelinge, auch mal Anerkennung und Aufmerksamkeit zu vermitteln statt nur zu „pöbeln“, müssten ihre Kinder diese Bedürfnisse nicht so häufig über den „Gefällt-Mir“-Button bei Facebook stillen.

Als praktische Hilfe schlägt Becker eine Art „Whatsapp“-Knigge vor. Der könne darin bestehen, Nachrichten nur zu lesen, wenn man auch Zeit hat zu antworten. Auch die Handy-Wegnahme solle nur als Notprogramm genutzt werden. Besser sei es, wenn aufgeklärte Jugendliche selber Strategien entwickelten, um ihren Chat-Konsum zu begrenzen. Als Beispiele erzählt er Anekdoten über Schüler, die ihr Handy nachts in der Schublade einschließen oder von einer Schulklasse, die ihre Mobiltelefone in „Handy-Bettchen“ verstauten, um sie erst nach Schulschluss wieder „aufzuwecken“. In Gesprächen mit Klassenverbänden habe er nämlich oft festgestellt: „Jugendliche nervt das ständige Vibrieren des Handys genauso.“

ldu

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