Vorschlag der Stadtverwaltung / Trägt das auch die Ratsmehrheit mit?

Für Achimer Oberschule ohne ein gymnasiales Angebot

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Die benachbarten Hauptschule (oberes Foto) und die Realschule in Achim sind auslaufende Modelle und werden ab 2017/18 zu einer Schule zusammengelegt. Wird es dann eine gemeinsame Oberschule?

Achim - In Achim kommt zu Beginn des neuen Jahres wieder die Schuldiskussion auf den Tisch. Etwas überraschend schlägt die Achimer Stadtverwaltung jetzt dem Schulausschuss des Stadtrates für seine Sitzung am Montag um 17 Uhr im Ratssaal vor, die noch bestehende Liesel-Anspacher-Hauptschule und Realschule ab 2017/18 als Oberschule ohne gymnasialen Zweig und nicht als Integrierte Gesamtschule weiterzuführen.

Bekanntlich haben Eltern der letzten Kindergartenjahrgänge und der ersten drei Schuljahrgänge in den letzten Jahren zweimal in Achim abgestimmt, ob sie ihre Kinder auf die weiterführenden Schulen Oberschule, Gesamtschule oder Gymnasium schicken würden. Bei beiden Abstimmungen verfehlte die Integrierte Gesamtschule - zuletzt klar - die Mindestzahl der vom Gesetzgeber verlangten Elternstimmen.

Die Form der Integrierten Gesamtschule scheiterte so zunächst in Achim, obwohl sich klar die meisten Eltern für sie ausgesprochen hatten und nur die wenigsten ihr Kreuz bei der Oberschule gemacht hatten. Für die Oberschule hat der Gesetzgeber allerdings keine Mindestzahl für Elternvoten und Schülerstärken vorgeschrieben.

Allerdings hatte das niedersächsische Kultusministerium Mitte Oktober letzten Jahres die Voraussetzungen für eine Integrierte Gesamtschule etwas aufgeweicht und ausgeführt, auch bei Nicht-Erreichen der notwendigen Elternstimmen könne eventuell eine Integrierte Gesamtschule eingerichtet werden, wenn genügend Schüler über die Jahre vorhanden seien und wenn die Gemeinde das plausibel darlege.

Land öffnet noch nicht den Ausweg

Da die vielen in die fünften Jahrgänge drängenden Schüler in Achim sich ja nicht in Luft auflösen werden, sahen Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Schul-Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker eine Chance, doch noch die Gesamtschule in Achim aufbauen zu können.

Die Antwort der niedersächsischen Landesschulbehörde vom 5. Januar auf eine derartige Anfrage der Stadt ist allerdings nicht sehr ermutigend. Das Land will erst einen Antrag und eine überzeugend begründete Prognose der Stadt zu den kommenden Schülerzahlen sehen, bevor es diese beurteilen und entscheiden kann, ob eine Integrierte Gesamtschule für Achim doch möglich wäre.

Die Stadtverwaltung will sich jetzt diesem Verfahren mit offenem Ausgang offenbar nicht unterziehen. Laut Bürgermeister Rainer Ditzfeld legen das Land und auch die Stadt Wert auf eine breite politische Unterstützung der neuen Schulform. Eine heftige politische Debatte im Jahr der Kommunalwahl über die Integrierte Gesamtschule will der Bürgermeister vermeiden, denn das wäre der denkbar schlechteste Start für die neue Achimer Schule. Ob das auch die politische Mehrheit im Stadtrat so sieht und beschließt, ist noch unklar.

Fest steht bisher nur, dass die Liesel-Anspacher-Hauptschule, der die Schüler ausgehen, und die Realschule ab dem Schuljahr 2017/18 schrittweise zu einer gemeinsamen Schule, einer Oberschule oder Integrierten Gesamtschule, zusammengeführt werden.

Die Oberschule bietet allgemeine und auch stark berufsbezogene Bildung und hätte nach dem jetzigen Vorschlag keinen gymnasialen Zweig, der auch an dieser Schulform möglich wäre.

Allerdings ist Achim mit zwei Gymnasien in unmittelbarer Nähe und einem derartigen Angebot auch an der Stadtwaldschule schon gut versorgt.

mb

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