Mit Gesang und Satire gegen rechts

Vorpremiere von Zollhausboys 3 führt Ensemble ins Kasch nach Achim

Versprechen in Zollhausboys 3 Spannendes, Bitteres und Witziges: (von links) Ismaeel Foustok, Selin Demirkan, Azad Kour beim Probetag auf der Diele von Pago Balke (rechts) in Riede. Nicht im Bild: Shvan Sheiko und Thomas Krizsan.
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Versprechen in Zollhausboys 3 Spannendes, Bitteres und Witziges: (von links) Ismaeel Foustok, Selin Demirkan und Azad Kour beim Probetag auf der Diele von Pago Balke (rechts) in Riede. Nicht im Bild: Shvan Sheiko und Thomas Krizsan.

Achim / Riede – Irgendetwas stört Selin Demirkan, eine Terz der Instrumente um sie herum will nicht so recht zu der Strophe passen, in der sie Ismaeel Foustok mit seiner Gitarre und seinem Gesang eben noch als Sängerin begleitet hat. Gemeinsam mit anderen Musikern verpassen die beiden dem dritten Programm den letzten Schliff, das alle zusammen als Zollhausboys featuring Selin Demirkan in wenigen Tagen auf die Bühne bringen.

Am Mittwoch, 15. September, feiern die insgesamt sechs Künstler eine ihrer Vorpremieren im Achimer Kasch.

„Hans im Glück“, der Song, an dem die Musiker an einem der letzten Probentage im Haus von Zollhausboys-Mitbegründer Pago Balke inmitten vieler Rieder Felder arbeiten, behandelt die Sehnsucht nach Syrien. Denn von dort sind drei der Ensemble-Mitglieder 2015 als unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Aber das Lied dreht sich auch um die Frage, ob man nicht längst im „Hans im Glück“-Stadium angekommen ist. Müsste er ein Lieblingsstück aus dem Programm von Zollhausboys 3 benennen, wäre es dieses, sagt Ismaeel Foustok an dem Esstisch vor der Diele, an dem die Gruppe zwischen den Proben Pause macht.

Generell, erzählt die Runde, rückten die Songs, Poetry- und Kabarett-Stücke aus Bremen, Aleppo und Kobani die Politik in den Fokus – manchmal auch satirisch. Ismaeel Foustok wird konkreter. Während das erste Programm Flucht, Vertreibung, Krieg, Bilder der Heimat und das neue Fremde betont hätte, habe das danach die deutsche Sprache, lustige Begegnungen und auch die AfD beleuchtet. Beim dritten Teil geht es dem Studenten zufolge nun um Innen- und Außenpolitik sowie die Geflüchteten als Teil der Gesellschaft. „Es soll ein Statement gegen rechts setzen – egal ob gegen Hanau, den Rechtsruck oder Moria“, fügt Selin Demirkan, die Sängerin und Songwriterin der Berliner Band sam&sara ist, hinzu. Außerdem gehe es diesmal auch ums Klima.

Bevor die Premiere die Gruppe am 8. Oktober ins Bremer Goethe-Theater führt, steht noch eine weitere Vorpremiere in der Nähe an: Am 18. September ist die Gruppe um den Kabarettisten und Schauspieler Pago Balke im Kulturgut Ehmkenhoff in Dörverden zu Gast. Karten für den Auftritt in Achim gibt es im Kasch, Telefon 04202/5118830.

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