Achimer Speeldäl feiert kleines Jubiläum

Vorhang auf, Bühne frei – aber wie lange noch?

Vorsitzender Tim Beinker guckte bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Achimer Speeldäl im Kasch auch auf frühere Aufführungen zurück, an die eine kleine Ausstellung erinnerte. - Foto: Albrecht

Achim - „Wi freit us bannig, dat ji tu usen zämzigsten Geburtstag kaumen sünd.“ Standesgemäß begrüßte Tim Beinker, Vorsitzender der Achimer Speeldäl, die Gäste zur Geburtstagsfeier im Kasch auf Plattdeutsch.

Da konnte Bürgermeister Rainer Ditzfeld nicht ganz mithalten. Er bedauerte, dass seine Eltern mit ihm und seinen Geschwistern nie Platt geredet und offenbar keinen Wert darauf gelegt hatten.

Vorhang auf, Bühne frei heißt es bei der Achimer Speeldäl seit 1946. Die Vorhänge sind unzählige Male aufgegangen. Eine kleine Fotoausstellung zeugte von den vielen plattdeutschen Theaterstücken, die in den 70 Jahren gespielt wurden.

1994 zum Beispiel wurde „En Stück utt´n Dullhus“ im Beisein des Autors Christof Wehking uraufgeführt. In dieser Saison dürfen sich die Theaterfreude auf die Aufführung von „Herr Mann – Dat Düvelswief“ freuen.

Mit „Moin, Moin“ hatte Beinker Vertreter von Vereinen und aus der Politik, die sich mit der Achimer Speeldäl verbunden fühlen, sowie zahlreiche Mitglieder im Kasch willkommen geheißen. Der Vorsitzende richtete den Blick vor allem nach vorne. „Der demografische Wandel hat uns voll erwischt. Das ist schlimm“, stellte Beinker ohne Umschweife fest. Ein bisschen Hoffnung mache ihm unter anderem die neue Internetseite www.achimer-speeldael.webnode.com, mit deren Hilfe der Theaterverein gleich eine neue Spielerin habe gewinnen können, die auch schon beim neuen Stück eingesetzt werde. „Wir müssen uns beeilen, sonst kann keiner mehr diese Sprache sprechen“, mahnte Beinker mit Blick auf die offenbar nachlassende Anziehungskraft des Plattdeutschen.

Immerhin fand der Bürgermeister lobende Worte für die Theaterleute. „Für Amateure habt ihr ein hohes Niveau erreicht und dadurch das Stadtbild bereichert. So viel Leistung verdient Respekt und Anerkennung“, sagte Ditzfeld.

Nach diesen Worten wurde sich mit Fingerfood und Snacks gestärkt. Und die Achimer Speeldäl unterhielt das Publikum noch mit einem Sketch.

ha

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