Lorenz Ferkau packt an, wo Not am Mann ist

„Vorbild für gelebte Inklusion“

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Lorenz Ferkau kennen viele eigentlich nur mit Fahrradhelm. Der 61-Jährige ist häufig mit dem Zweirad unterwegs. - Foto: Hägermann

Achim - Als Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad die erste Wahl von Lorenz Ferkau. Mit dem ist er (fast) immer unterwegs und scheut dabei keine Kilometer. Es ist kein E-Bike, das er fährt, kein High-Tech-Bike mit 27 Gängen, sondern ein ganz normales Fahrrad. Eine sommerliche Fahrt damit in das nicht ganz so nahe Langwedel – kein Problem. Während der Fahrt winkt Ferkau bekannten Menschen zu oder wird selber gegrüßt. Station macht er, wenn er mit seiner Arbeitskraft helfen kann.

Mittlerweile ist Ferkau so bekannt, dass sich eine Frage erübrigt. Auf Volksfesten in Achim und der nahen Umgebung ist „Lorenz“ eine feste Größe. Nicht immer erhält er Geld für seine Arbeit. Lorenz Ferkau kümmert das nicht, andere schon. Dieter Haase, Vorstand der Stiftung Waldheim, würde reagieren, wenn jemand versucht, Ferkau auszunutzen. Seinen regulären Lohn verdient er in einer Außenarbeitsgruppe der Stiftung Waldheim in Bremen-Mahndorf.

„Lorenz“, sagt Dieter Haase, „ist ein Vorbild für gelebte Inklusion.“ Er sei es, der auf die Menschen zugehe und den Kontakt suche.

Geboren wurde Lorenz Ferkau in Braunschweig. Mit sechs Jahren kam er zur Stiftung Waldheim. Die Räumlichkeiten damals waren mit denen heutzutage nicht zu vergleichen: Es gab Schlafsäle und Mehrbettzimmer, aber keine Privatsphäre. Geklagt hat Lorenz Ferkau darüber nie. Heute lebt er mit vier Mitbewohnern in einer eigenen Wohnung in Achim.

„Er ist einfach ein netter und kontaktfreudiger Kerl“

Eine Schule hat der heute 61-Jährige nicht besucht. Lorenz Ferkau hat Qualitäten, die sich mit Schulnoten nicht messen lassen: „Er ist einfach ein netter und kontaktfreudiger Kerl“, sagt Haase, der Ferkau seit 1979 kennt. Damals war Haase in der Ausbildung bei der Stiftung Waldheim. Natürlich habe es in der Folge auch Konflikte gegeben. Diese Unstimmigkeiten seien aber immer schnell bereinigt worden, „nachgetragen wurden sie nie“.

Lorenz Ferkau ist ein Fußball-Fan. Sein Herz schlägt nicht für Eintracht Braunschweig, sondern für Werder Bremen. Einmal sei er im Stadion gewesen. Werder siegte.

Ansonsten hört der frischgebackene Ehrenpreisträger 2017 in seiner Freizeit gerne Musik. Am liebsten die von Peter Maffay. Ferkau erinnert sich an ein Konzert, dass er 1996 in der Bremer Stadthalle miterlebte: „Peter Maffay ist mit einem Motorrad auf die Bühne gefahren.“ Und er hat das Lieblingslied von Lorenz Ferkau gesungen: „Über sieben Brücken musst du gehen“. - häg

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