Auf dem ehemaligen Lieken-Gelände schaffen Bagger Voraussetzungen für neue Gebäude

Vorbereitungen für neues Quartier

Schwere Baugerät bereitet zurzeit den Untergrund vor.
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Schwere Baugerät bereitet zurzeit den Untergrund vor.

Achim – Es tut sich was auf dem Lieken-Gelände: Ein gutes Jahr nachdem das Wahrzeichen der Stadt, der markante Turm der ehemaligen Brotfabrik, abgerissen worden ist, schaffen nun schwere Baugeräte die Grundlage für das neue Quartier „Nördliche Innenstadt“.

Die Arbeiten laufen laut Steffen Zorn, Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung bei der Stadt, bereits seit einigen Wochen. „Wir schaffen erst einmal die öffentliche Infrastruktur“, erklärt er. Dafür wurde bereits Erde geliefert, um im Herbst den Unterbau für die Baustraßen herzustellen. Zunächst aber werden Leitungen für den Regen- und Schmutzwasserkanal verlegt. Bis Anfang Oktober will die Stadt ihren Part fertiggestellt haben. „In einem zweiten Schritt sind dann die Versorgungsunternehmen an der Reihe“, erläutert Zorn das weitere Vorgehen. Das gesamte Gebiet werde über Fernwärme beheizt, ebenso werden die Leitungen für die Strom- und Wasserversorgungen im Erdreich verlegt.

Der Hochbau beginnt im kommenden Jahr. Im ersten Quartal 2021 will der Investor W+S mit dem Bau starten, teil der Projektentwickler aus Hamburg auf seiner Homepage mit. „Der genaue Zeitpunkt hängt auch davon ab, wann die Baugenehmigungen erteilt werde“, erklärt Steffen Zorn. Sowohl er als auch der Investor rechnen mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. „Die Fertigstellung der insgesamt 10 051 Quadratmeter umfassenden Mietflächen ist für Frühjahr 2023 geplant“, heißt es aus Hamburg.

Insgesamt sollen dort laut Homepage des Investors, der für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen war, etwa 150 bis 170 Wohnungen entstehen. Priorität bei der Fertigstellung hat Zorn zufolge der staatlich geförderte Wohnraum. Dies sei ein „immens wichtiges Ziel der Stadtplanung“. 28 solcher Wohnungen sind für das Lieken-Gelände geplant. „Es gibt einen Ratsbeschluss, der vorsieht, dass Investoren eine Quote von mindestens 20 Prozent an gefördertem Wohnraum schaffen müssen, wenn sie Verträge mit der Stadt machen“, sagt Zorn. Die Mietpreise dafür seien deutlich geringer als bei Wohnungen auf dem freien Markt, weil Fördergelder dahintersteckten. Parallel zu dem Wohngebäude entstehen aber auch die ersten Gewerbeflächen, heißt es von W+S weiter.

Daneben sollen ein Parkhaus, eine Kindertagesstätte, die laut Planung 2023 in Betrieb gehen soll, und eine Erweiterungsfläche für die Stadtwerke sowie Ladestationen für E-Autos und E-Bikes auf dem Areal entstehen. Das Parkhaus, das die Stadtverwaltung als Mobilitätsstation bezeichnet, soll Stellplätze für knapp 300 Autos bieten. Das oberste Stockwerk ist ausschließlich für die Mieter der dortigen Appartements reserviert. „Wir wollen ein Pkw-armes Gebiet bauen, deshalb befinden sich die Parkplätze zentral an einem Punkt“, sagt Fachbereichsleiter Steffen Zorn.

Die Stadt plane zurzeit „mit Hochdruck“ die Mobilitätsstation und will laut Zorn im kommenden Jahr mit den Ausschreibungen beginnen, wenn die Fördergelder fließen. Demnach hofft die Kommune auf zwei Millionen Euro für das Vorhaben von der Landesnahverkehrsgesellschaft und 1,5 Millionen Euro über die Städtebauförderung. 2,2 Millionen Euro will der Investor W+S beisteuern.

Von Sandra Bischoff

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Auf dem Gelände der ehemaligen Brotfabrik und auf den Nebenflächen soll ein neues Quartier entstehen.

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