WGA besteht seit 30 Jahren

Von der Bürgerinitiative zur Ratsfraktion

Die Kandidatinnen und Kandidaten der WGA für die Stadtratswahl: (von links) Anne Genschow, Siegmund Kamrath, Robert Bonin, Ralf Osmers, Heike Wimmer-Bonin, Wolfgang Heckel, Klaus Schnakenberg, Claus Wendt, Johann Meyer, Michael Heckel, Horst Renken und Jens Rummel.
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Die Kandidatinnen und Kandidaten der WGA für die Stadtratswahl: (von links) Anne Genschow, Siegmund Kamrath, Robert Bonin, Ralf Osmers, Heike Wimmer-Bonin, Wolfgang Heckel, Klaus Schnakenberg, Claus Wendt, Johann Meyer, Michael Heckel, Horst Renken und Jens Rummel.

Achim – „Kein Rathaus auf dem Marktplatz“, schallte es dort vor gut 30 Jahren Rat und Verwaltung entgegen. Eine Bürgerinitiative machte gegen den geplanten großen Neubau in Achims „guter Stube“ mobil. „Unterschriften von über 4 000 Protestlern wurden damals gesammelt“, erinnert sich Wolfgang Heckel im Gespräch mit dieser Zeitung. Aus der BI gegen den Rathausbau auf dem Marktplatz ist 1991 die Wählergemeinschaft Achim (WGA) hervorgegangen, deren Vorsitzender Heckel heute ist.

30 Jahre besteht also die Gruppierung inzwischen und mischt seitdem im politischen Geschäft mit.

„Die WGA wollte das Rathaus am bestehenden Standort am Rathauspark erweitern“, informiert Heckel, und mit dieser Aussage trat sie dann auch im Herbst 1991 erstmals bei der Stadtratswahl an. „Wir haben auf Anhieb 10,1 Prozent der Stimmen erreicht, was der SPD die absolute Mehrheit gekostet hat.“ Im neuen Rat stellte die WGA vier Mitglieder, Klaus-Dieter Gärtner übernahm den Fraktionsvorsitz.

Obwohl oder weil der bei vielen Achimerinnen und Achimern seinerzeit verhasste „Glaspalast“ in der ebenfalls frisch geschaffenen Fußgängerzone gebaut worden war, steigerte die WGA bei der nächsten Wahl 1996 ihr Ergebnis, landete bei 13,9 Prozent und zog mit fünf Leuten in den ungeliebten Ratssaal ein. 2001, als Heckel dazu kam, sackte sie wieder auf vier Sitze ab, 2006 ging ein weiteres Mandat verloren, und 2011 markierte mit nur noch zwei Ratsmitgliedern den Tiefpunkt in der Geschichte der WGA. „Um Fraktionsstatus zu erlangen, haben wir dann zusammen mit der FDP eine Gruppe gebildet“, blickt Heckel zurück. Seit 2016 ist wieder ein WGA-Trio im Stadtrat vertreten.

Immer wieder schwächten Überwechsler die Gruppierung, die sich als unabhängige politische Kraft sieht und damit von den Parteien abgrenzt. Karl-Heinz Lichter, Elke Bicker und Bernd Anders, der von 2006 bis 2011 die Kreistagsepisode der WGA verkörperte, gingen zur CDU, Jürgen Harder schloss sich der SPD-Fraktion an.

„Jetzt ist es aber umgekehrt gelaufen“, freut sich Wolfgang Heckel. Bei der Stadtratswahl am 12. September kandidierten Ralf Osmers, früher CDU, und Siegmund Kamrath, der der SPD angehörte, für die WGA. Dazu sei noch Johann Meyer reaktiviert worden, und etliche bewährte Kräfte würden auch erneut ins Rennen gehen. „Wir müssen auf jeden Fall wieder Fraktionsstärke erreichen und streben vier Mandate an“, sagt Heckel, der seit 2003 die Fraktion führt.

Und welche Themen hat die WGA? „Die Finanzen sind für uns ganz wichtig“, die Stadt dürfe nicht in der Schuldenfalle landen. Früher habe die WGA zum Beispiel für einen „urbanen Verkaufsraum mit Läden direkt am Schmiedeberg“ gestritten. „Aktuell sind wir für Wohnbebauung in zweiter Reihe.“

Auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung hat die WGA sich nach Heckels Angaben auf vier „Kernthemen“ zur Stadtratswahl festgelegt: „Mit uns kein Achim-West“, „Sanierung der Radwege“, „Luftfilteranlagen für unsere Schulen“ und „Oberstufe für die IGS“.

„Achim-West“ lehne die WGA vor allem aufgrund der noch offenen Finanzierung und wegen der „riesigen Flächenversiegelung“ ab. Viele Radwege im Stadtgebiet wiesen erhebliche Schäden auf, die dringend saniert oder erneuert werden müssten, um gefahrlos darauf zu radeln, erläutert Heckel. Die Klassenräume müssten dringend mit Luftfilteranlagen ausgestattet werden, „um den Eltern nochmaliges Home-Schooling zu ersparen“. Und wer sich für die IGS entscheide, „muss auch am Ende die Möglichkeit haben, einen gymnasialen Abschluss zu erreichen“.

Ferner könne auf den Wahlplakaten der abgebildete QR-Code gescannt werden, um weitere Themenfelder zu sichten, mit denen sich die WGA im nächsten Stadtrat auseinandersetzen wolle.

Die 30 Jahre alt gewordene WGA ist im Internet unter www.wga-achim.de und bei Facebook/WGAACHIM zu erreichen.

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