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Buch beleuchtet 50-jährige Geschichte des Achimer Gymnasiums

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Von: Michael Mix

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Das Redaktionsteam präsentiert das Jubiläumsbuch: (von links) Stefan Krolle, Ingo Ahmels, Reinhard Prahm, Thomas Stephan sowie Autor Bernd Potyka.
Das Redaktionsteam präsentiert das Jubiläumsbuch: (von links) Stefan Krolle, Ingo Ahmels, Reinhard Prahm, Thomas Stephan sowie Autor Bernd Potyka. © Mix

Vergangenes Jahr hat das Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium in Achim ein Doppeljubiläum gefeiert. Deshalb ist nun ein prall gefülltes Buch erschienen: „Vom Nogo zum Cato“.

Achim – Noch Ende der 60er-Jahre befand das Kultusministerium in Hannover, dass ein Gymnasium in Achim ein „Nogo“ sei, die Stadt keines benötige. Doch schon 1971 nahm es unter Leitung seines Gründungsdirektors Helmut Zoder seinen Betrieb auf. 1993 wurde das Gymnasium Achim, wie es bis dahin schlicht hieß, nach der aus Fischerhude stammenden und von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek benannt.

Das farbenfrohe Cover des Werks macht Appetit auf den Inhalt.
Das farbenfrohe Cover des Werks macht Appetit auf den Inhalt. © Illustrationen: Cato-Gymnasium

Im vorigen Jahr bestand die Schule also 50 Jahre, und der 100. Geburtstag der Namensgeberin wurde gefeiert. Aus Anlass dieses, von der Corona-Pandemie etwas verdeckten Doppeljubiläums ist nun ein prall gefülltes, buntes Buch unter dem Titel „Vom Nogo zum Cato“ erschienen.

Tiefe Einblicke in das Schulleben am Gymnasium in Achim

„Es sollte was Besonderes sein, etwas, was man nicht nach kurzem Durchblättern zur Seite legt“, benannte Schulleiter Dr. Stefan Krolle am Dienstag beim Pressegespräch in der Aula den Anspruch an das Werk. Ihm und Mitherausgeber Ingo Ahmels sowie dem Redaktionsteam, zu dem außer den beiden auch Reinhard Prahm und Thomas Stephan gehörten, sei es darum gegangen, „ein breites Portfolio“ zusammenzustellen, was tiefe Einblicke in das Schulleben und die -kultur erlaube.

Und das ist offenbar gelungen. Schon das Titelbild, das Cato zwölf Mal in Gestalt verfremdender Farbschattierungen und ein Mal in Schwarz-Weiß „ungeschminkt“ zeigt, macht Appetit auf mehr.

Authentische und persönliche Beiträge von Schülern und Lehrern

Die aufwändig gestaltete, reich bebilderte Hardcover-Publikation, in Achim gedruckt und in Bremen verlegt, umfasst auf 160 Seiten Beiträge von 44 Autorinnen und Autoren. „Unser Ansatz war, viele einzubinden“, erläutert Ingo Ahmels. Der Langeweile einer selbstbeweihräuchernden Honoratioren-Festschrift werde sich niemand aussetzen müssen, denn alle Schreibenden, Zeichnenden oder sonstwie Mitwirkenden hätten etwas sehr Persönliches und über den Anlass Hinausweisendes zu dem Buch beigetragen, etwas, das sie authentisch mit dem „Cato“ verbinde.

Die Leiter des „Cato“ im Comic-Stil: Helmut Zoder, Peter Uhlig, Jürgen Hille und Stefan Krolle.
Leiter des „Cato“: (v. l.) Helmut Zoder, Peter Uhlig, Jürgen Hille und Stefan Krolle. © -

Die Texte stammen von ehemaligen und derzeitigen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Sie reichen der Redaktion zufolge inhaltlich von der köstlichen Anekdote bis zum Sachbericht, von der Postkarte in Mandarin zu schul- und zeitgeschichtlichen Essays. So finden sich in dem Jubiläumsbuch ein Comic, politische Texte, Reiseberichte, philosophische Beiträge, ein Poetry Slam, Briefe, Musikpartituren, Erfahrungsberichte und Illustrationen. Und am Ende folgt eine Liste mit den Namen aller fast 5. 000 bisherigen Abiturientinnen und Abiturienten sowie der Lehrenden.

Nach dem Abitur am „Cato“ Karriere gemacht – als Chemiker, Botschafter oder im Poetry Slam

„Alles, was Schule ausmacht, kommt in dem Buch zu Wort – vom Gärtner bis zum Schulleiter“, verrät Ahmels. Zu den schreibbegeisterten Autorinnen und Autoren zählen nicht zuletzt Leute, die am „Cato“ ihr Abi gemacht haben und danach mitunter Karriere. Ex-Lehrer Ahmels nennt Dr. Martin Schäfer, der als Deutscher Botschafter in Südafrika einen Beitrag für „Vom Nogo zum Cato“ beisteuerte, Chemie-Ass Jan Kensbock oder Margarete Kinet, die mit einem „wunderbaren Poetry Slam“ über drei Seiten vertreten sei. Mitredakteur Prahm begeistere mit einem „sehr witzigen“ Stück über die langjährige Schulsekretärin Angelika Kruse, während Ex-Lehrer Bernd Potyka an Zoders Verdienste erinnere.

Das „Cato“ sei eben ein „lebendiger Laden“, merkt Stefan Krolle an. Oder wie es das Redaktionsteam im Pressetext etwas getragener formuliert: „Hinter jedem der 60 Beiträge scheint klar hervor, worum es sich beim Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium handelt: Die seit Jahrzehnten von den Mitgliedern der Schulgemeinde aktiv gelebte Utopie humaner Bildung.“

„Vom Nogo zum Cato“: Mosaik statt Festschrift

Die Arbeit, die in der „vielseitigen und spannenden Publikation“ steckt, hat sich gelohnt. Die Macher hatten zunächst allerdings anderes im Sinn. „Ursprünglich war eine Festschrift geplant“, verrät der frühere Lehrer Thomas Stephan. „Wir haben dann aber andere Ideen gesammelt. So hat sich das dreieinhalb Jahre hingezogen.“

Auch der Gedanke, dass sich alle Fachbereiche in das Buch einbringen, sei verworfen worden, ergänzt Reinhard Prahm, der noch als Lehrer an der Schule tätig ist. „Wir wollten ja nichts von der Stange.“ Eher etwas Lebendiges und dafür Unvollständiges. „So ist es ein Mosaik geworden, wo Steine fehlen“, stellt Prahm fest.

Das im Sekretariat sowie im Buchhandel für 20 Euro zu habende Schriftwerk zu „100 Jahre Cato – 50 Jahre Cato“ wirft auch einen Blick auf die nur 22 Jahre alt gewordene Namensgeberin der Schule. „Widerstand als Verpflichtung – Hintergründe und Abgründe“, hat Direktor Stefan Krolle einen Aufsatz überschrieben. Denn es gehe gerade in dieser Zeit darum, „die Identität des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums zu stärken und so mit Tat und Inhalt für Vielfalt und die lebendige demokratische Gemeinschaft einzustehen“.

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