Achimer Unternehmen Jungborn feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen

Vom kleinen Laden zum Versandhaus

Dieser Ratgeber stammt nach Angaben des Versandhauses aus dem Jahr 1937.
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Dieser Ratgeber stammt nach Angaben des Versandhauses aus dem Jahr 1937.

Achim – 90 Jahre sind eine lange Zeit – das weiß auch Jürgen Knecht, Geschäftsführer des Versandhauses Jungborn in Achim, und entsprechend soll das in diesem Jahr anstehende Jubiläum des Betriebs auch gewürdigt werden. Nur wann das Unternehmen denn nun genau gegründet wurde, in welchem Monat, das weiß auch der aktuelle Geschäftsführer nicht genau: „Die ersten Kataloge sind erst im Oktober auf Reisen gegangen“, sagt Knecht, „die eigentliche Gründung ist aber wohl schon im März erfolgt.

Was dagegen ganz sicher ist: Aus dem „kleinen Laden“, den Max Naumann im Jahre 1931 in Oyten gegründet hat, ist heute ein florierendes Versandunternehmen geworden, das nicht nur für eine innovative Produktpolitik steht, sondern auch für kontinuierliches Wachstum – die Tradition dabei immer im Blick. Etwa 450 000 Bestandskunden habe Jungborn heute, sagt Knecht, sogar 850 000 potenzielle Kunden seien erfasst. Die Lieferungen gehen dabei nicht nur an Haushalte in ganz Deutschland, sondern auch in Österreich. Das Unternehmen sieht sich als Beispiel dafür, „wie man sich als hochwertige Marke im heiß umkämpften Versandhandelsmarkt erfolgreich im Nischensegment behaupten kann“.

Jürgen Knecht, Geschäftsführer von Jungborn

Die Zahlen sprechen für sich: Jungborn beschäftigt 140 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe – stetes Umsatz- plus inklusive. Der Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass man zu den Unternehmen gehöre, die von der Corona-Pandemie profitiert hätten: „Wir haben 2020 ein Plus von 22,2 Prozent erreicht, kalkuliert hatten wir vor dem Ausbruch der Pandemie mit etwa 8,6 Prozent Wachstum.“

Bei allem Wachstum fußt die Philosophie von Jungborn dabei immer noch auf der des Firmengründers: Sein Ziel war es, gesunde Lebensmittel mit einem hohen Qualitätsanspruch im Versand anzubieten; das greift noch heute. Exemplarisch für das Kern-Sortiment stehen besondere Honige, Säfte mit hohem Vitamin-Anteil oder ballaststoffreiche Brote. Eine wichtige Produktkategorie ist auch der Kaffee – hier wird unter anderem der traditionsreiche Ogo-Kaffee angeboten, der von zahlreichen Kunden ausschließlich verlangt wird.

Der Firmensitz des Unternehmens an der Straße Neue Finien.

Einen großen Schwerpunkt nehmen zudem hochwertig produzierte Fertiggerichte ein – der 1967 geborene Knecht achtet als Ernährungswissenschaftler höchstpersönlich auf bestmögliche Qualität und auch darauf, dass immer mehr Bio-Produkte ins Sortiment integriert werden. „Wir kaufen von unseren Partnern besonders Qualität“, so Knecht, der auch auf erfolgreiche Eigenmarken verweist. Der Lebensmittelbereich macht mit rund 15 000 Produkten entsprechend klar den Schwerpunkt des Angebots aus, dazu kommen aber auch diverse Non-Food-Artikel.

Ebenso klar definiert wie die Firmenphilosophie ist bis heute die Zielgruppe: Sie liegt bei 60 plus und wird in erster Linie immer noch über klassische Kataloge erreicht, wenngleich die digitalen Kanäle auch immer mehr an Bedeutung gewinnen und vom Unternehmen auch sehr ernst genommen werden.

An eine derartige Entwicklung war in den Anfangstagen von Jungborn natürlich noch nicht zu denken. Wenngleich sich recht zügig die ersten Erfolge einstellten: Firmengründer Naumann zog aus Platzgründen bereits 1938 von Oyten nach Achim, innerhalb Achims kam es 1976 zu einem weiteren Umzug an die Straße Neue Finien.

Es gab zwei Besitzerwechsel, ehe die Klingel-Gruppe aus Pforzheim das Unternehmen erwarb. „Von den Naumanns hatte leider keiner mehr Interesse daran“, sagt Knecht, sodass es zum Verkauf kam; er selbst, zuvor Marketing-Leiter einer ostfriesischen Teegesellschaft, wurde drei Jahre später als neuer Geschäftsführer eingestellt. Seither konnten die Erträge regelmäßig gesteigert werden. „Wachstum ist wichtig, aber es muss solide und profitabel sein“, sagt Knecht. Besonders elementar ist es für ihn deshalb, Belegschaft und Kundschaft im klassischen Sinne „mitzunehmen“: „Man ist alleine nichts, dessen sollte man sich immer bewusst sein.“

Was die Kundschaft betrifft, so achtet das Unternehmen auch hier auf Gesten und Aktionen: Wer seinen Geburtstag angegeben hat, bekommt an seinem Ehrentag einen Gutschein, und zu besonderen Anlässen gibt es auch mal eine Blumen-Verschickung. Und auch zum jetzigen Jubiläum hat man sich Besonderes einfallen lassen: So werden unter anderem 90 Bäume gepflanzt, 90 Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien unterstützt und 90 Sorglos-Pakete verschickt. Mit diesen Aktionen verweist Knecht ebenfalls auf die Tradition – denn bereits der Firmengründer Naumann galt als sehr sozial eingestellter Unternehmer, der anderen Menschen helfen wollte, so gut er konnte.

Von Frank Schümann

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