Konzert in St.-Laurentius-Kirche

Perfekt intonierter Chorklang mit „allaBrema“

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Das von Lena Sonntag geleitete Vokalensemble „allaBrema“ gab in der St.-Laurentius-Kirche ein wunderbares Konzert.

Achim - Von Rüdiger Dürr. Mit einem wunderbar homogenen und perfekt intonierten Chorklang präsentierte sich das Vokalensemble „allaBrema“ in der St.-Laurentius-Kirche. Das Repertoire des Chores erstreckte sich von Monteverdi über amerikanische bis hin zu skandinavischen Komponisten, was zeigte, dass „allaBrema“ sich musikalisch keinem Genre zuordnen lässt. Die einzelnen Stücke wurden mit großer Ausdruckskraft, unglaublich sauber und gut ausbalanciert vorgetragen, wobei die Chorleiterin Lena Sonntag unaufgeregt, fast behutsam, dirigierte.

Los ging es mit „Estnemen Vuelle“ vom norwegischen Komponisten Frode Fjellheim. Es ist eine Mischung aus einem dänischen Weihnachtslied und dem samischen „Joiken“. Die kurzen melodischen Phrasen, die endlos mit kleinen Variationen wiederholt werden, meisterte der Chor exakt.

Die darauf folgende „Ballade to the Moon“ von Daniel Elder erklang romantisch. Der Tenorpart „it cries to thee“ und die darauf folgenden Altstimmen mit der lieblichen Gegenmelodie ließen dahinschmelzen.

Monteverdis „Cantate Domino“ und „Adoramus te“ hatten die richtige Menge an Wärme und Klarheit. Monteverdi hätte applaudiert.

Nach Alwin Michael Schronens „Gloria“ und einem Wiegenlied ähnlichen, anrührenden Song von James Taylor „That Lonesome Road“ folgte mit Jaakko Mäntyjärvis „Canticum Calamitatis Maritimae“ das vielleicht beeindruckendste Stück des Abends. Optisch unterlegt durch Videobilder im abgedunkelten Altarraum, präsentierte der Chor seine Interpretation des Werkes. Der finnische Komponist vermischte in dem Text zur Komposition drei Quellen: das katholische Requiem, den Psalm 107 und den Bericht über den Untergang der Estonia aus den wöchentlichen finnischen Nachrichten in lateinischer Sprache.

Die flüsternden Stimmen am Anfang simulierten das Zischen der Gischt der Nordsee. Das Sopran- und das Tenorsolo sowie der Basspart, die wechselnden Rhythmen, stellten eine interessante musikalische Sprache dar. Gespannte Stille herrschte im Kirchenraum nach den Schlussworten „requiem aeternam“, bis starker Beifall diese Spannung auflöste.

Immer wieder wechselten die Sänger ihre Standpositionen in den Pausen zwischen den einzelnen Liedern, was klanglich für die Zuhörer vorteilhaft war. Manchmal wurden die Stimmlagen komplett durchmischt, weil sie, so Lena Sonntag, dann im Raum deutlicher werden.

„Underneath the stars“ der englischen Folksängerin Kate Rusby ertönte perfekt phrasiert und klangvoll. Als eine Darbietung, die das Herz erwärmte, erwies sich Morten Lauridsens „Dirait-on“. Ein Stück in französischer Sprache, sanft unterstützt am Piano von Ruth Alomegou.

Die Interpretation von Hildegard von Bingens „Ave generosa“ durch den norwegischen Pianisten und Komponisten Ola Gjeilo benutzt eine ergreifende, fröhliche Tonalität. Das Nebeneinander von nachhaltigen und bewegenden Momenten setzte der Chor hervorragend um.

Das Chorstück von Jonathan Adams „There shall be wings“ für Chor und Klavier basiert auf Zitaten von da Vinci. Adams verleiht dem Text durch die lebhafte Chorbegleitung im wahrsten Sinne des Wortes „Flügel“.

Den offiziellen Abschluss des Konzerts bildete „Only in sleep“ vom zeitgenössischen lettischen Komponisten Erik Esenvalds. Es entwickelte sich ein sehr gefühlvolles „Gute-Nacht-Lied“ mit einem wunderbaren Sopransolo von Dörte Koch, umrahmt von üppigen A-Cappella-Klanglinien. Mit diesem umwerfenden, modernen Chorwerk zeigte „allaBrema“ noch einmal sein ganzes Können. Standing Ovations waren der verdiente Lohn für dieses besondere Konzert.

Als Zugaben erhielten die Besucher den irischen Segen „May the road rise to meet you“ in einer Bearbeitung von James E. Moore und passend zum Konzerttitel „Underneath the stars“ endete der Abend mit einem gemeinsamen Singen des Liedes „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen?“

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