Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung legt Hauhalt für 2021 vor

Viele Sanierungen und zu wenig Mitarbeiter

Auf dem Gelände der Kläranlage in Clüverswerder soll ab dem Jahr 2022 ein neues Energiezentrum entstehen.  
Archivfoto: Duncan
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Auf dem Gelände der Kläranlage in Clüverswerder soll ab dem Jahr 2022 ein neues Energiezentrum entstehen. Archivfoto: Duncan

Achim – Investitionsreiche Jahre stehen dem städtischen Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung bevor. Einstimmig sprach sich jetzt der Betriebsausschuss für den Haushaltsplan aus, der allerdings auch eine Kreditaufnahme für die geplanten Investitionen in Höhe von 799 200 Euro beinhaltet.

Einer der dicksten Brocken ist die Ertüchtigung der „Südtrasse“. Der Schmutzwasserkanal im Bereich Alte Dorfstraße / An der Marsch in Uesen stammt aus den 1960er-Jahren und ist laut Uwe Schmoecker, Leiter des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung, zur Erhaltung der Betriebssicherheit erforderlich. „An dieser Stelle nehmen wir das Abwasser aus Etelsen und Cluvenhagen mit“, erklärte er den Politikern. „Der Kanal muss saniert werden, wir haben keine Alternative.“ Im Wesentlichen wird in den Bestandskanal ein Inliner (Schlauchverfahren) eingezogen. Lediglich kurze Kanalteilstrecken müssten neu verlegt werden, hingegen aber diverse Schächte neu aufgesetzt beziehungsweise versetzt werden. Die Planungen dafür haben bereits begonnen, heißt es. Es sei anfangs angedacht gewesen, eine Teilstrecke aufzugeben und den Kanal über ein privates Grundstück zu führen, um dann wieder auf einer öffentlichen Straße anschließen zu können. „Die Verhandlungen darüber haben leider nicht zum Ziel geführt. Somit ist die Sanierung als einzige Variante verblieben“, so Schmoecker. Der Kostenansatz in Höhe von 65 000 Euro beinhaltet laut Beschlussvorlage die Planungskosten im Jahr 2020. Die Umsetzung mit Kosten in Höhe von 650 000 Euro erfolgt erst 2021.

Beim Schmutzwasser-Pumpwerk Langenstraße müssen im kommenden Jahr alle drei Pumpen ausgetauscht werden. „Das Hauptpumpwerk ist aufgrund seines Alters aus Sicherheitsgründen mit neuen Pumpen auszustatten“, lautet die Begründung für die Investition in der Beschlussvorlage. Der Austausch schlägt mit 48 000 Euro zu Buche.

Wie berichtet, beginnen im kommenden Jahr auch die Planungen für das neue Energiezentrum auf dem Gelände des Klärwerks. „Die Altanlagen, wie der Faulgasspeicher mit den dazugehörigen Gaswäsche- und Filteranlagen, das Blockheizkraftwerk, Heizungsanlagen sowie die Netzersatzanlage (Notstromaggregat) müssen aufgrund ihres altersbedingten Zustands bis 2022/23 erneuert werden“, so Schmoecker. Über den geplanten Zeitraum von 2021 bis 2023 belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 2,2 Millionen Euro.

Elf Mitarbeiter sind dem Betriebsleiter zufolge auf der Kläranlage vorgesehen, dazu kommen acht Mitarbeiter für Verwaltungs- und Planungsaufgaben. Zurzeit sind 2,5 Stellen vakant. Ein neuer Kläranlagen-Ingenieur werde gerade gesucht. Er setze seine Hoffnung auf Bewerbungsgespräche im Dezember, sagte Schmoecker im Ausschuss. Eine neue zusätzliche Planstelle ist ihm zufolge vorgesehen, um die Aufgaben für die Projektplanung im Schmutzwasserbereich zu gestalten und gleichzeitig Planungsbereiche aus der Kläranlagenplanung mit zu übernehmen. Zudem fehle zurzeit eine Halbtagskraft im Büro. Die Personalkosten erhöhen sich im kommenden Jahr leicht auf 1,35 Millionen Euro.

Von Sandra Bischoff

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