Senioren- und Pflegestützpunkt berät zu veränderter Lebenssituation

Viel kostenlose Hilfe für ältere Hilfsbedürftige in Achim

Oliver Rothhardt bei seiner Sprechstunde im Achimer Rathaus. - Foto: Brodt

Achim - Von Manfred Brodt. Jung, gesund, mobil. Jeder und jede muss sich wohl damit abfinden, dass ein Lebensabschnitt kommt, in dem diese paradiesischen Zustände ihn und sie verlassen. Alter, Krankheit, Gebrechlichkeit und Partnerverlust kommen unausweichlich. Der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Verden hilft den Menschen, diese letzte unterschiedlich lange Wegstrecke noch gut zu bewältigen.

Im Achimer Rathaus hat so Oliver Rothhardt vom Senioren- und Pflegestützpunkt donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Raum 150 regelmäßig seine Sprechstunde für die Senioren; auch gestern.

Seine im Prinzip gut, aber wechselhaft besuchte Sprechstunde verläuft immer sehr individuell. Die Alten erzählen, was sich an ihrer Lebenssituation in jüngster Zeit geändert hat, wie das mit der geschwundenen körperlichen Mobilität im Haushalt und der vertrauten Umgebung zu bewältigen ist.

Wer kann Hilfe leisten? Gibt es Kinder, andere Verwandte, Nachbarn, die Hilfe geben können oder muss Hilfe eingekauft werden?

Natürlich verfügt der Senioren- und Pflegestützpunkt über eine Liste kommerzieller ambulanter Hilfsdienste. Natürlich gilt es dann gleich zu klären, womit diese Hilfsangebote bezahlt werden können.

Die Sprechstunde hilft den alten Menschen, die erforderlichen Anträge richtig auszufüllen, und kann sie auch auf den Besuch des medizinischen Gutachters vorbereiten, der ihre körperliche und seelische Befindlichkeit bewerten soll und den man mit Schlüsselbegriffen beeinflussen kann. Der Bericht des Gutachters entscheidet schließlich über die Pflegestufe und darüber, welches Geld fließt. Mit Wohngeld, Sozialhilfe, Rente und vielleicht sogar auch einem Zuschuss des Landkreises lässt sich die finanzielle Situation ebenso beeinflussen. Auch da kann man/frau Hilfe vom Team des Seniorenstützpunktes erwarten, das keine Rentenberatung betreibt.

Vielleicht geht es den betagten Besuchern der Sprechstunde auch „nur“ um soziale Kontakte. Da kann der Senioren- und Pflegestützpunkt, der vom Kreis und den Pflegekassen finanziert wird, auf die ehrenamtliche Seniorenbegleitung hinweisen, deren Männer und Frauen für ein geringes Entgelt zu bekommen sind.

Ans „Eingemachte“ kann es gehen, wenn die gesamte Lebensplanung der in die Jahre gekommenen Menschen überdacht werden muss. Ist das Haus mit Treppe nicht zu groß? Wäre nicht eine kleine barrierefreie Wohnung sinnvoller? Oder kann das Leben im gewohnten Zuhause durch technische Hilfsmittel wie zum Beispiel das Badewannenbrett, den Treppenlift, den Notruf, das Seniorenhandy oder auch Essen auf Rädern nicht doch noch ermöglicht werden.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind ähnliche existenzielle Themen.

Alles Fragen, die nicht ad hoc beantwortet werden können, sondern längere Zeit beratschlagt werden müssen. Einen alten Baum aus der Erde zu reißen, ist schließlich immer schmerzlich.

Die Sprechstunde Oliver Rothhardts dient so auch in den meisten Fällen nur dem Einstieg, dem Anreißen der Situation, und wird in späteren längeren Gesprächen im Rathaus oder auch der Wohnung der alten Menschen weiter vertieft. Hilfreich ist es, wenn ein Vertrauter das Anfangsgespräch mitbekommen hat und mit dem alten Menschen das Problem in einem längeren Prozess weiter erörtern kann.

Alles in allem viel kostenlose Hilfe für Menschen, die oft recht hilflos sind.

Auch in Thedinghausen und Kirchlinteln bietet der Senioren- und Pflegestützpunkt eine solche Sprechstunde an. Außerhalb dieser Zeiten ist er zu erreichen unter Tel.: 04231/ 15-374 und , E-Mail: oliverrothhardt@landkreis-verden.de.

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