Stadt zieht formal den Schlussstrich

Sanierung des Magdeburger Viertels: Viel investiert, viel erreicht

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Der „Schwarze Container“ an der Leipziger Straße prägte einst das Bild in Achim-Nord. 

Achim – Mit den Gebäudeklötzen „Servicehaus“ und „Schwarzer Container“ ist auch ein Stück weit der Ghetto-Charakter des Magdeburger Viertels verschwunden. Der als Problemgebiet mit hohem Migrantenanteil, Kriminalität und Vermüllung verschrieene Stadtteil hat infolge der mit erheblichem Aufwand betriebenen städtebaulichen Sanierung und der damit einhergehenden sozialen Programme sein Gesicht verändert, bietet heute mehr Grün und Aufenthaltsqualität anstelle von in den Himmel ragenden Betontürmen und ständigen ethnischen und religiösen Konflikten.

Jetzt zieht die Stadt Achim auch formal einen Schlussstrich unter die fast zwei Jahrzehnte andauernden Eingriffe, um das Viertel auf Vordermann zu bringen und einen Imagewandel herbeizuführen. Die am 16. Februar 2001 in Kraft getretene „Satzung über das Sanierungsgebiet Achim-Nord“ wird aufgehoben. Damit befasst sich der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr in der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 19. März, 17 Uhr, im Ratssaal.

Der Anspruch an die tiefgreifende Umgestaltung des Quartiers war alles andere als klein. „Mit der Sanierung sollte das in eine städtebauliche und soziale Schieflage geratene Viertel aufgewertet und zu einem selbstständigen, lebenswerten Stadtteil mit positiver Zukunftsperspektive entwickelt werden“, sagt Stadtplanerin Angelika Steinbach, die das Projekt von Anfang an begleitet hat.

Grundlegend war dabei die Aufnahme Achims in das Förderungsprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ im Jahr 2000. Ohne die 4,2 Millionen Euro von Bund und Land bei einem Eigenanteil der Stadt in Höhe von 2,4 Millionen Euro hätten die umfangreichen Maßnahmen nicht gelingen können.

Am Bürgerzentrum an der Magdeburger Straße ist die neue, grüne Quartiersmitte entstanden.

Mit der Sanierung sollten laut Steinbach unter anderem folgende „Leitziele“ erreicht werden: Abbruch von Gebäuden (Leerstand, nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren); Modernisierung des Bürgerzentrums als zentraler Ort für Betreuung, Fortbildung, Integration der Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer mit unterschiedlichem kulturellen und sprachlichen Hintergrund; Maßnahmen zur Qualifizierung und Aktivierung der Bewohner.

Schritt für Schritt setzte die Stadt mit Hilfe eines Sanierungsträgers den Plan in die Tat um. Auf dem Areal des Servicehauses an der Magdeburger Straße macht sich heute eine großzügige Spiel- und Aufenthaltsfläche für Jung und Alt breit. Auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz an der Halleschen Straße wiederum baute die Stadt die Kindertagesstätte „Himmelsstürmer“, um benötigte Betreuungsplätze zu schaffen. An der Leipziger Straße, wo der „Schwarze Container“ stand, füllen nun 24 Reihenhäuser das Gelände bis zur Annaberger Straße. Zudem flossen Fördermittel in private Vorhaben, etwa in die Sanierung der Fassade des Awo-Seniorenzentrums.

Das Fazit von Angelika Steinbach fällt positiv aus. „Die Ziele und Zwecke, die mit der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes verfolgt wurden, sind aus den dargestellten Gründen erreicht worden.“  mm

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