Cartoonlesung mit Musik

Zu viel Gequake macht platt

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Während Bettina Bexte an der Staffelei arbeitet, untermalt Peter Dahm ihre Cartoons mit Musik.

Achim - Von Bernd Hägermann. Die Cartoons von Bettina Bexte, derzeit zu sehen in einer Ausstellung an den Wänden des Kulturhaues Alter Schützenhof (Kasch), sind in ihrem Witz und ihrer Ironie von lebhafter Leichtigkeit.

Das ist ein Qualitätsmerkmal. Gewissermaßen zum Leben erweckt wurden sie am Sonntagabend; von der Künstlerin selbst und ihrem musikalischen Begleiter Peter Dahm, der bei dieser Lesung der besonderen Art das Saxofon spielte.

An Bexte war es, den Sprechblasen der Karikaturen ihre Stimme zu geben. Außerdem gerieten auf der großen Leinwand immer wieder einige Bilder in Bewegung. Bettina Bexte verarbeitete dabei ihre Kenntnisse vom Trickfilm.

„Klong, klong, klong“ – passt in der Karikatur häufig, für beredte Standuhren oder Hi-Fi-Fachverkäufer, die ursprünglich anderes mit Musik im Sinn hatten und schließlich nur noch in ihrer Gesprächsführung den einen oder anderen markanten Ton setzen.

Beim Thema Reise schickt Bexte dem Billigflieger propellergetriebene Flugbegleiter hinterher oder lässt Bahnreisende angesichts von Fettecken über Beuys sinnieren. Auch Reinigungskräfte in naturkundlichen Museen oder Galerien haben es nicht immer einfach. An der Herausforderung, einen Knochenhaufen als verunfalltes T-Rex-Exponat zu deuten oder als geniales Kunstwerk, sind schon ganz andere gescheitert.

Vatertags-Touren wie müde Wanderungen

Bei den Themen Bildung und Familie erkennt Bettina Bexte deutliche Fortschritte. Hier der Pisa-Test für Ungeborene, die später Lara-Luna heißen und dafür keine Erklärung finden werden, dort feucht-fröhliche Muttertage. Im Vergleich dazu erscheinen Vatertags-Touren wie müde Wanderungen.

Bei einer Sendungsverfolgung führt Bexte einen pingeligen Adressaten in das Horror-Kabinett einer Zoohandlung, andernorts den Urzeit-Krebs Udo direkt aus dem Reagenzglas in eine dauerhafte Liebesbeziehung mit einem Nachwuchsforscher. Und dann ist da ja auch noch der verkehrserzieherische „7. Sinn“, ältere Fernsehzuschauer werden sich erinnern, bei dem diesmal ein gut profilierter Autoreifen zwei schwafelnde Amphibien aus der Krötenwanderung ins Jenseits befördert. Merke: Zu viel Gequake macht platt.

Bei der Begrüßung hatte Kasch-Mitarbeiter Andreas Hein-Köcher von der Veranstaltung als gespielte Satire und einem neuen Genre gesprochen. Beides stimmt. Gleichwohl war der Abend nur bedingt unterhaltsam. Die Bühnenpräsentation erreichte nur selten das Niveau der gezeigten Bilder. Anders ausgedrückt: Ein Cartoon von Bettina Bexte sagt mehr als viele Worte.

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