Erneut Diskussion um Schülerbeförderung

Weser-Ems-Bus: Besserung nach den Ferien in Aussicht gestellt

Landkreis - Ralf Felden ist im Kreishaus mit den Endziffern 180 zu erreichen. „Das ist auch die Beschleunigung, mit der ich seit Wochen unterwegs bin“, deutete der Regionalplaner an. Die Probleme mit dem Schulbusverkehr im Nordkreis sorgen aber nicht nur bei ihm für eine erhöhte Betriebstemperatur. „Für mich reicht es jetzt schon“, kommentierte Günter Lühning (CDU) das Versagen von Weser-Ems-Bus, als der Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauauschuss das Thema erneut aufgriff.

Nach den Herbstferien werde es deutliche Verbesserungen der bislang anhaltend unbefriedigenden Schülerbeförderung geben. Das konnte Felden den Schülern und Eltern nach wochenlangen täglichen Sitzungen mit dem Busunternehmen in Aussicht stellen. Auch Weser-Ems-Bus verweist in einer Stellungnahme vom 7. September auf diese intensive Zusammenarbeit. Dabei habe man versucht, die Fahrpläne und den Einsatz von Bussen und Fahrern zu optimieren, berichtete Felden.

„Ein Trauerspiel ist es trotzdem“, ließ sich Günter Lühning nicht besänftigen. In die Zuverlässigkeit des Anbieters hatte aber nicht nur der Christdemokrat das Vertrauen verloren. Auch Frank Peter Seemann (Grüne) wollte vermeiden, dass die Zusammenarbeit womöglich noch ausgebaut wird. Unmöglich ist das nicht, weil die Ausschreibung für das Linienbündel Süd nach Auskunft der Kreisverwaltung bereits läuft und auch Weser-Ems-Bus ein Angebot vorbereite. Seemann jedenfalls schlug vor, dass das Unternehmen aufgefordert werden solle, auf eine Bewerbung zu verzichten.

Vertragskündigung nicht zu empfehlen

Mit Erfolg rechnete Landrat Peter Bohlmann aber nicht. Schon auf die Vergabe des Linienbündels Ost an die kreiseigene Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG) habe Weser-Ems-Bus mit einer Beschwerde vor der Vergabekammer reagiert. Die sei allerdings zurückgewiesen worden.

Eine Kündigung des bestehenden Vertrages jedenfalls konnte Bohlmann nicht empfehlen. Zum einen werde kein Anbieter zu finden sein, der die Buslinien ansatzlos und verlässlich bedienen könnte. Der Mangel an Busfahrern auf dem Arbeitsmarkt mache das sehr unwahrscheinlich. Zudem habe auch Weser-Ems-Bus vergeblich versucht, die Probleme mit Subunternehmern zu lösen. Der Verwaltungschef konnte die Vertragskündigung aber auch nicht empfehlen, weil sie zu Lasten des Landkreises gehen würde. In der Stellungnahme hatte das Unternehmen schon darauf hingewiesen, dass von 7100 Fahrten nur 60 ausgefallen und 200 Verspätungen von mehr als 15 Minuten angefallen sind. Das liege unterhalb der Anteile, die dem Landkreis eine Handhabe geben würden.

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