Insolvenzverfahren bei Stadtbäckerei: Politspitzen hoffen auf Schub für Innenstadtentwicklung

Vermutliches Aus für City-Café „eher Chance“

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Mit dem geplanten Café der Achimer Stadtbäckerei mitten in der Fußgängerzone wird es wohl nichts werden. 

Dass die Achimer Stadtbäckerei, wie berichtet, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und ein Insolvenzverfahren läuft, bedauern Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die Vorsitzenden der Fraktionen im Stadtrat. Sie hoffen, dass dem traditionsreichen Unternehmen mit seinen nahezu 500 Mitarbeitern eine erfolgreiche Sanierung gelingt. Dass die Stadtbäckerei, deren Filialen den Namen der einst geschluckten Bremer Bäckerei Garde tragen, in dieser angespannten Situation wohl kaum das geplante Stadtcafé im Nientkewitz-Haus am Glockenspiel eröffnen wird, sehen die meisten Kommunalpolitiker allerdings eher als Chance für die dringende Belebung der Innenstadt an.

Achim - „Ich würde es sehr bedauern, wenn es nichts wird“, sagte Bürgermeister Ditzfeld am Freitag auf Nachfrage dieser Zeitung zwar. Sollte der für zehn Jahre abgeschlossene Mietvertrag zwischen dem Eigentümer des Nientkewitz-Hauses, der Bremer Immobilienfirma Müller und Bremermann, und der Stadtbäckerei aufgelöst werden, würde das aus seiner Sicht allerdings die Chance eröffnen, durch einen Abriss des alten Wohn- und Geschäftsgebäudes und eventuell auch benachbarter Häuser Platz für großflächigen Einzelhandel zu entwickeln. Ditzfeld wollte noch am Freitag bei einem Treffen mit dem Besitzer der Immobilie in bester Innenstadtlage die jüngste Entwicklung und mögliche Perspektiven an der Stelle erörtern. Für kommende Woche hat er Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden angekündigt.

Herfried Meyer (SPD) mochte sich gegenüber dieser Zeitung nicht zu dem Thema äußern. „Ich sehe dazu jetzt keinen Redebedarf“, sagte er kurz und knapp.

Isabel Gottschewsky (CDU) stufte die neue Situation als „eventuelle Chance für die Innenstadtentwicklung“ ein. „Wir sind aber auf das Wohlwollen der Eigentümer und auf Investoren angewiesen“, fügte sie hinzu.

Silke Thomas (Grüne) betrachtet es „eher als Chance als ein Problem“, wenn nun wahrscheinlich das Mietverhältnis für das Haus im Herzen der Stadt gekappt wird. „Das Gebäude könnte Bestandteil einer größeren Lösung werden“, erläuterte sie.

Hans Baum (FDP) strich angesichts der Negativschlagzeilen über die Achimer Stadtbäckerei auch lieber einen positiven Aspekt heraus. „Zum Glück haben wir im Rat gerade ein Verfahren eröffnet, in einem interessanten, zentralen Quartier richtig große Verkaufsflächen zu erlauben. Das geht aber nur, wenn die Eigentümer mitspielen“, merkte er an.

Wolfgang Heckel (WGA) kann einem langfristigen Mietvertrag an der prominenten Adresse nichts abgewinnen. „In Anbetracht von immer mehr leerstehenden Läden muss in der Fußgängerzone dringend etwas passieren“, sagte er.

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