Wirtschaftsbeirat als Bindeglied und Ratgeber

Brockmann: „Vermitteln, vernetzen, zusammenführen“

+
Will zusammenführen und helfen: Adolf Brockmann, der neue Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats Achim.

Achim - Von Tibor Pézsa. Der Wirtschaftsbeirat Achim ist ein gemeinnütziger Verein, in dem erfahrene Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen sich für die Entwicklung der Stadt Achim einsetzen. Neuer Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates ist der ehemalige Unternehmer Adolf Brockmann. Wir sprachen mit ihm.

Herr Brockmann, was genau ist der Wirtschaftsbeirat Achim?

Wir verstehen uns als ein Bindeglied zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Unsere Mitglieder nehmen allesamt in führenden Positionen am Wirtschaftsleben teil, oder sie haben es getan. So haben wir beispielsweise Anwälte bei uns, einen Architekten, ehemalige Geschäftsführer, den ehemaligen Bremer Finanzstaatssekretär Günter Dannemann und noch einige andere. Das sind alles Leute, die eigentlich auch privatisieren könnten. Wir glauben aber, dass wir mit unserer Erfahrung, unseren Kontakten und unserem Rat anderen helfen können, die vielleicht noch am Anfang stehen.

Ist das nicht auch ein Ansatz der sogenannten Serviceclubs wie etwa der Lions oder der Rotarier?

Ja, aber bei uns liegt der Schwerpunkt auf der Wirtschaftsförderung. Wir haben daher jetzt ausdrücklich Fachbereiche fixiert, zum Beispiel Innenstadt, Flächennutzungsplan, Industriebetreuung, Existenzgründung. Diese Bereiche haben wir mit dem Achimer Bürgermeister und seinem Stadtrat abgestimmt. In der Stadtverwaltung gibt es auch entsprechende Ansprechpartner, sodass unsere Kommunikationswege sehr direkt und effizient geworden sind.

Ist Ihre Tätigkeit ehrenamtlich?

Ja, alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Hat der Wirtschaftsbeirat denn schon was bewegt?

Ja, meine Vorgänger haben zusammen mit der Stadt Bremen und Achim dafür gesorgt, dass der sogenannte Bereich Achim West Gestalt annimmt. Im Ergebnis dürfte das eines Tages zu einer erheblichen Verkehrsentlastung führen. Das ist ja bereits teilweise schon ein Industriegebiet, weitere Gebiete werden erschlossen. Außerdem haben wir den Bürgerbus eingeführt. Nach Auflösung des hiesigen Bundeswehr-Standortes haben wir deren ehemaliges Gelände zusammen mit der Bundeswehr und der Stadt zum Stadtwald gemacht. Außerdem wählt der Wirtschaftsbeirat gemeinsam mit seinen Partnern jedes Jahr den Unternehmer des Jahres. Der wird in den Räumlichkeiten der Sparkasse vor einem großen Publikum ausgezeichnet.

Wie kann der Wirtschaftsbeirat den kommunalen Verwaltungen helfen?

In erster Linie durch Kommunikation. Da zählt das, was in unserer heutigen digitalen Schwarz-weiß-Welt viel zu kurz kommt, kreative Grauzonen, inspirierender Austausch. Die Stadt Achim ist zurzeit mit den vielen Aufgaben, die sie hat, zum Beispiel der Schaffung von Kindergartenplätzen und vielem mehr, sehr belastet. Man muss da zwischen sehr vielen Interessengruppen moderieren, auch dem falschen Eindruck entgegentreten, dass die Stadt sich nicht kümmere.

Also eine Vermittlungsaufgabe?

Ja, wir sprechen mit allen Seiten, auch mit Parteien, Wirtschaft und Verwaltung.

Was reizt Sie persönlich an diesen Aufgaben?

Ich möchte einfach nur helfen, beratend tätig sein. Ich denke, dass alte Profis wie wir mit unserer ganzen Erfahrung gut Interessengegensätze ausgleichen können und in unübersichtlichen Situationen gut für Durchblick sorgen können. Rat und Tat eben. Ich nenne das graue Effizienz. Unsere Mitglieder sind alle unabhängig und verfolgen keine eigenen Interessen. Das erleichtert guten Rat ungemein.

Worüber würden Sie sich als Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats besonders freuen?

Wenn Firmen, die sich hier ansiedeln, unsere Stadt nicht nur als einen zufällig gefundenen Bauplatz ansähen, sondern Achim auch als eine Art Heimat für sich empfinden. Gerade in unserer digitalen Zeit fehlt es an persönlicher Begegnung, an Miteinander und am persönlichen Gespräch. Das ist ein schwerer Mangel, da möchte ich, da möchten wir mit unserer ganz unterschiedlichen Expertise ansetzen. Vermitteln, vernetzen, zusammenführen, was zusammen passt. Das habe ich auch in meinem beruflichen Leben immer versucht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wie man die Abschlussarbeit neben dem Job meistert

Wie man die Abschlussarbeit neben dem Job meistert

Das Möbel für den letzten Weg kann man auch selber basteln

Das Möbel für den letzten Weg kann man auch selber basteln

So bereiten Sie Maronen im Backofen zu

So bereiten Sie Maronen im Backofen zu

Politische Aufarbeitung des Terrors von Halle beginnt

Politische Aufarbeitung des Terrors von Halle beginnt

Meistgelesene Artikel

Verband feiert sich in Gala selbst

Verband feiert sich in Gala selbst

Frühstück für die Ritterallee

Frühstück für die Ritterallee

Brandeinsatz in Verden: Feuerwehr löscht Unrat

Brandeinsatz in Verden: Feuerwehr löscht Unrat

Sandra Röse bereitet sich auf ihren Amtsantritt als Bürgermeisterin vor

Sandra Röse bereitet sich auf ihren Amtsantritt als Bürgermeisterin vor

Kommentare