Sozialdemokrat mit Wirtschaftskompetenz

„Verliere nicht deine Demokratie“

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Michael Pahl.

Achim - Der frischgebackene 32-jährige Achimer SPD-Vorsitzende Michael Pahl ist ein typischer und doch nicht typischer Sozialdemokrat. Als Sohn eines Raumausstatters und einer Zahnarzthelferin, der es zum Abitur in Bremen und über das Fachhochschulstudium in Betriebswirtschaft zum Dipl.-Kaufmann gebracht hat, ist die soziale Gerechtigkeit sein Kernanliegen, das ihn vor wenigen Jahren zur SPD geführt hat. Als Teilnehmer einer Pisa-Studie hat er in Bremen erfahren, wie Bildung immer noch von sozialer Herkunft abhängt.

Michael Pahl findet es auch ungerecht, dass das Kapitalvermögen viermal so hoch wie das Volkseinkommen sei.

Da spricht aus dem Sozialdemokraten auch der Wirtschaftswissenschaftler. Pahl war Personalreferent einer koreanischen Reederei und der Edeka-Zentrale in Hamburg und ist jetzt als solcher bei Kellogs in Bremen beschäftigt. In dieser Funktion hat er sicher ein Herz für Arbeitnehmer, muss aber auch Arbeitgeberinteressen vertreten und abwägen.

So ist er kein Mensch, für den es nur Schwarz und Weiß gibt. Als Mensch mit Wirtschaftskompetenz wundert es auch nicht, dass Helmut Schmidt sein großes Vorbild ist und er eine ihm besonders wichtige Botschaft von Peer Steinbrück übernommen hat. Sie lautet: „Wenn Du Dich nicht um mich kümmerst, verliere ich Dich – Deine Demokratie.“

Michael Pahl ist es deshalb wichtig, dass sich die Menschen, besonders die jungen, in Parteien engagieren, auch in anderen. Heute seien nur 16 Prozent der Parteimitglieder jünger als 40 und 45 Prozent älter als 60. „Wie soll das in 10 oder 15 Jahren aussehen?“, fragt er und befürchtet, dass die Interessen der jetzigen jüngeren Generation oder gar die ganze Demokratie unter die Räder kommen.

Für ihn, der mit der aus Achim stammenden Svenja, Grundschullehrerin in Uphusen, verheiratet ist und mit ihr zwei bald zwei- und vierjährige Töchter hat, steht der Nachwuchs natürlich ganz im Mittelpunkt. Wegen der Kinder und ihrer hier lebenden Großeltern sind sie auch nach Achim zurückgekehrt, das ja viel für die Betreuung der Kinder tut. Auch wenn in seinem Wohnort Bierden zum Beispiel gerade ein funkelnagelneuer Kindergarten entsteht, meint Michael Pahl dennoch, dass noch mehr geschehen müsse und die Kindergärten zum Beispiel bei den Öffnungszeiten flexibler werden müssten.

Bis zu einer Verletzung hat der heute 32-Jährige früher recht hochrangig Fußball gespielt. Heute hat er neben dem Beruf, der Familie mit den Kleinkindern und seiner Politik für Hobbies „überhaupt keine Zeit mehr“, sagt er mit einem Lächeln auf dem Gesicht. - mb

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