Millionenteurer Ausbau abgeschlossen

Verkehr auf L 156 und zur A 27 in Achim-Ost kann rollen

Räumten die Barrieren an der Autobahnzufahrt Richtung Bremen beiseite: Rainer Ditzfeld, Bernd Kettenburg, Nina Gerlach und Stefan Schuster.
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Räumten die Barrieren an der Autobahnzufahrt Richtung Bremen beiseite: Rainer Ditzfeld, Bernd Kettenburg, Nina Gerlach und Stefan Schuster.

Achim – Auf der Landesstraße 156 haben Autofahrer nach 13 Monaten Bauzeit nun wieder komplett freie Fahrt. Donnerstagvormittag räumte Bürgermeister Rainer Ditzfeld symbolträchtig gemeinsam mit weiteren Vertretern der Stadt die Barrieren an der zuletzt noch gesperrten Autobahnzufahrt Richtung Bremen an der Anschlussstelle Achim-Ost beiseite. Pünktlich zu dem für Mitte Mai geplanten Betriebsstart des Amazon-Logistikzentrums im Uesener Feld kann damit der motorisierte Verkehr in dem viel befahrenen Abschnitt ungehindert rollen.

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Baufirmen dieses große Straßenverkehrsprojekt, fünf Monate früher als ursprünglich geplant, fertigstellen konnten“, sagte Bürgermeister Ditzfeld beim Pressetermin vor Ort. Er bedankte sich bei den Beteiligten, nicht zuletzt bei Bernd Kettenburg, Nina Gerlach, Stefanie Schleef und Stefan Schuster von der mit dem Projekt betrauten EVG, halbstädtische Gesellschaft für die Entwicklung und Vermarktung von Grundflächen. „Ganz besonders natürlich auch bei allen, die durch die erheblichen verkehrlichen Einschränkungen Umwege fahren mussten und im Stau standen und dabei viel Verständnis gezeigt haben, auch in den langen Phasen der Vollsperrung, in denen es nicht immer einfach war, pünktlich und stressfrei an das jeweilige Ziel zu gelangen.“ Der Bürgermeister zeigte sich davon „überzeugt, dass der Verkehr nach der Inbetriebnahme von Amazon gut laufen wird“.

Das Projekt, das die Stadt in Kooperation mit weiteren Baulastträgern wegen der Ansiedlung des Logistikzentrums in Angriff nahm, hat reichlich Geld verschlungen. „Unter dem Strich, mit Planungskosten und weiteren Ausgabeposten, sind es 6,3 Millionen Euro“, teilte EVG-Geschäftsführer Kettenburg mit. Die reinen Baukosten bezifferte er auf 5,1 Millionen Euro. Das Land habe davon 1,2 Millionen beigesteuert, der Landkreis habe 160 000 Euro für den Bau des Kreisels an der Kreisstraße 23 gegeben. Den Löwenanteil mit 3,7 Millionen übernehme die EVG. „Die Stadt hat keine finanziellen Lasten zu tragen“, stellte Kettenburg fest. Und die EVG werde auch nach dieser hohen Ausgabe „immer noch eine positive Bilanz vorweisen“, versicherte er auf Nachfrage. Denn im Gegenzug seien ja Einnahmen aus dem Verkauf des Gewerbegrundstücks im Uesener Feld an Amazon-Projektentwickler Garbe Industrial Real Estate erzielt worden. In erheblicher Größenordnung, wie der EVG-Geschäftsführer durchblicken ließ, ohne eine Summe zu nennen. Amazon und Garbe hatten im Vorfeld der Ansiedlung in Achim betont, sich an den Straßenausbaukosten zu beteiligen.

Verkehrsplaner Schuster hob hervor, dass die Stadt und die EVG mit den beteiligten anderen Behörden, insbesondere dem Landkreis und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, „sehr gut zusammengearbeitet“ hätten. Viele einzelne Punkte bei dem Vorhaben, wie beispielsweise die Entwässerung und der Bodenschutz, seien gut gelöst worden.

Eine Menge Daten und Fakten hat die EVG zu dem Projekt zusammengetragen. In den 13 Monaten Bauzeit wurden über 20 000 Kubikmeter Sand und Boden bewegt und auf fast zwei Kilometern Straße neuer Asphalt aufgebracht. Die Arbeiter legten neun neue Fahrspuren an, so dass die Kreuzungen im Bereich Achim-Ost „jetzt deutlich leistungsfähiger sind“.

In der nächsten Pflanzperiode sollen 235 neue Bäume gepflanzt werden, davon 120 im Stadtgebiet und 115 im unmittelbaren Ausbaubereich. Die Böschungen und Seitenräume will die EVG zusätzlich mit zahlreichen Sträuchern begrünen. Rund 15 000 Quadratmeter Rasen mit einer „heimischen, bienenfreundlichen Saatmischung“ wurden schon im Straßenseitenraum gesät.

Im Bereich der Autobahnzufahrt Achim-Ost in Richtung Verden ist eine vollständig neue Kreuzung mit einer direkten Zufahrtstraße auf das Logistik-Gelände entstanden. So können Lkw-Verkehre aus Richtung Bremen auf kürzestem Weg zu Amazon fahren. Weiterhin stellten die Arbeiter eine Linksabbiegespur aus Richtung Achim kommend auf das Gelände neu her sowie eine zusätzliche Fahrspur auf der Autobahnabfahrt.

Für die Autobahnauffahrt in Richtung Bremen gibt es, von Achim aus gesehen, gleich zwei Linksabbiegespuren. Auf der Kreisstraße 23, aus Badenermoor kommend, ist ebenfalls eine zusätzliche Fahrspur angelegt worden, so dass sich nach Einschätzung der EVG auch im Bereich des Kreisels die Verkehrssituation entspannen dürfte.

Der Knotenpunkt Im Finigen / Landesstraße / Max-Naumann-Straße wurde ebenfalls ausgebaut. So gibt es nun aus Richtung Achim eine deutlich verlängerte Linksabbiegespur zur Max-Naumann-Straße. Auch der früher häufig überstaute Linksabbieger aus Richtung Autobahn in den Gewerbepark Uesen wurde von vorher 50 auf 130 Meter verlängert.

Die Ampeln auf der Ausbaustrecke werden jetzt laut EVG bedarfsgerecht geschaltet, wobei die Verkehre von der Autobahn und auf der Landesstraße Vorrang haben. Ausgestattet sind die modernisierten Anlagen mit einer sogenannten 1-Watt-Technologie. „Dies bedeutet eine erhebliche Stromeinsparung gegenüber den älteren Anlagen“, erläutert die EVG.

Mit der Sanierung der Landesstraße wurde ebenfalls die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt und der bisher düstere Abschnitt zwischen ehemaligem Mitfahrerparkplatz und der Autobahnbrücke mit Lampen ausgestattet. Der neu angelegte Mitfahrerparkplatz befindet sich am Kreisel an der Margarete-Steiff-Allee.

Auf etwa 900 Metern Länge sanierten die Bauarbeiter zudem den Radweg an der Landesstraße. In weiten Teilen wurde dieser der EVG zufolge bedarfsgerecht auf bis zu drei Meter verbreitert.

Darüber hinaus wird demnächst eine neue Radwegeverbindung vom Achimer Bahnhof über Achim-Nord zu Amazon und in den Gewerbepark Uesen freigegeben. Der landwirtschaftliche Weg zwischen der Potsdamer Straße und dem Logistikunternehmen wurde bereits für Fußgänger und Radfahrer asphaltiert. Autos kommen dort nicht durch.

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