Kritik wegen verkürzter Öffnungszeiten

Vereine bangen um Zukunft des Achimer Schwimmsports

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Im September war das Hallenbad Austragungsort der Landesmeisterschaften im Schwimmen, zu denen der ausrichtende TSV Achim 50 Aktive begrüßte. Schwimmer fürchten nun, dass durch die verkürzten Öffnungszeiten solche Wettkämpfe dort künftig nicht mehr stattfinden werden.

Achim - Von Lisa Duncan. Statt der bisherigen sechs soll das Achimer Hallenbad künftig im Sommer elf Wochen lang schließen. Dies ist, vor allem für den Vereinssport, einer der kritischen Punkte im Bäderkonzept, das mit Beginn der Freibadsaison 2019 in Kraft treten soll.

Zudem soll die Verwaltung nach zwei Jahren, im Herbst 2021, einen Erfahrungsbericht vorlegen, damit die Politik über etwaige Änderungen beraten kann. Der Ausschuss für Sport und Kultur empfahl das Bäderkonzept am Dienstagabend einstimmig.

Um den Betrieb von Frei- und Hallenbad überhaupt auf Dauer erhalten zu können, sei die Einführung eines Bäderkonzeptes notwendig, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Kirsten Jäger, die die Eckpunkte des Konstrukts in der Sitzung vorstellte. Auch die Belange des Bäderpersonals, das bisher offenbar am Limit gearbeitet hat, sollen darin stärker berücksichtigt werden: „Ohne Stellenaufstockung mit Fachangestellten für Bäderbetriebe ist eine verlässliche Erweiterung des Parallelbetriebs nicht möglich“, sagte Jäger. 

Für den Haushalt 2019/20 sieht die Stadt deshalb vor, das Personal in Frei- und Hallenbad mit einer Stelle zu verstärken. Das Anforderungsprofil sieht einen Fachangestellten für Bäderbetriebe vor. Denn wer die Bäderaufsicht hat, müsse mit den technischen Abläufen vertraut sein, so Jäger.

Weitere Änderungen, die das Bäderkonzept beinhaltet: Frühschwimmen soll es nicht mehr an fünf, sondern lediglich an zwei Tagen in der Woche geben und die Eintrittspreise sollen von 3,50 auf 4 Euro angehoben werden. In den vergangenen zehn Jahren hatte die Stadt Achim die Preise nicht mehr erhöht. 

Das externe Gutachten sprach gar von einer „ruinösen Preisgestaltung“. Dabei handelt es sich bei der nun favorisierten Variante 3 nicht um die wirtschaftlichste Lösung, sondern um einen Kompromiss, der auch Gruppeninteressen berücksichtige. Aktuell werden etwa 30 Gruppen (Schulen, Vereine, gewerbliche Kursanbieter) im Hallenbad betreut.

Stellenaufstockung geplant

Trotz der geplanten Stellenaufstockung sollen die Öffnungszeiten des Hallenbades während des Freibadbetriebs im Sommer eingeschränkt werden. Besonders dieser Punkt stieß bei den zahlreichen Zuschauern auf Gegenwehr: Die neuen Öffnungszeiten würden das Aus für den Schwimmsport in Achim bedeuten, meinten einige im Vereinssport Aktive.

„Äußerst enttäuschend“ nannte ein Redner, der sich im Konzept nicht wiederfand, die von der Politik befürwortete Variante 3,. „Wer kommt zu einem Sportkurs, bei dem man vier Monate nicht trainieren kann?“, fragte er und schlug vor, dass Rettungsschwimmer einen Teil der Schwimmaufsicht übernehmen könnten – woraufhin die Anwesenden applaudierten.

Ob nicht eine Kooperation zwischen technisch unterwiesener Aufsicht und der Bereitschaft der Vereine für Beckenaufsicht denkbar sei, lautete eine weitere Wortmeldung. „Eine technische Unterweisung heißt nicht, mal eben in den Keller gehen und zeigen, wo das Licht angeht“, erläuterte Sabine Schulz, Betriebsleiterin des Achimer Bäderverbundes. Vielmehr erfordere dies spezielle Fortbildungen. „Das ist ein hochkomplexer technischer Betrieb, ein Fachangestellter für Bäderbetriebe lernt nicht umsonst dreieinhalb Jahre“, fügte Bauamtsleiter Steffen Zorn hinzu.

Die Sportkurse während der Sommermonate ins Freibad zu verlegen, sei zwar rein theoretisch möglich, ging Jäger auf eine Frage aus dem Publikum ein, jedoch könnten die Kurse dort nicht verlässlich angeboten beziehungsweise Bahnen an die Vereine vermietet werden. Denn der Betrieb eines Freibads sei eben grundsätzlich wetterabhängig.

Hinzu kommt die „Verknappung der Wasserfläche“ im Freibad, wie Hans-Jakob Baum (FDP) bemerkte: „Für den Vorschlag, die 50-Meter-Bahn zu erhalten, gab es damals keinen Rückhalt aus den Vereinen.“

Der Ausschussvorsitzende Rüdiger Dürr bedankte sich für die lebhafte und zugleich sachliche Debatte und resümierte: „Wir haben einen Beschluss gefasst, aber die Diskussion geht weiter.“

ldu

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