Angeklagte: Kiste mit Marihuana lediglich aufbewahrt

Sechsfache Mutter will von Drogen nichts gewusst haben

Achim - Von Wiebke Bruns. Das Aufbewahren von 1,5 Kilogramm Marihuana war doch nur ein Freundschaftsdienst, so behauptete es gestern eine 38 Jahre alte Angeklagte aus Achim in einem Prozess am Landgericht Verden. Seit Mitte November muss sie sich dort zusammen mit zwei weiteren Angeklagten aus Achim und Bremen wegen gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Sie habe die Kiste mit den Drogen für einen Freund aus Hildesheim aufbewahrt. Ohne zu wissen, was drin sei. Erst als dieser wieder gefahren war, sei ihr der Gedanke gekommen, dass es sich um Marihuana handeln könnte.

„Etwas anderes hatte ich nicht im Kopf“, sagte die Angeklagte. Diese Aussage bezog die bekennende Kokain-Konsumentin auf ihre damalige Überlegung, was in der Kiste seien könnte. Auf diesen Gedanken sei sie auch nur deshalb gekommen, weil der Mitangeklagte aus Bremen, nichts von der Kiste wissen sollte. Dieser hatte bereits am Montag (wie bereits berichtet) seine Unschuld beteuert. Als er doch von dem Marihuana erfuhr, sei er sauer gewesen, schilderte die 38-Jährige. „Weil er Angst hatte, dass man ihm das wieder anlastet.“

Erfahrung im Umgang mit Marihuana haben beide. Die 38-Jährige und der 30-Jährige standen bereits im Jahr 2015 in Verden vor Gericht und wurden damals des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gesprochen.

Der 30-Jährige wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, wovon er einen Teil der Strafe im Maßregelvollzug verbracht hat. Die 38-Jährige wurde zu einer 16-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Im aktuellen Prozess geht es um die 1,5 Kilo Marihuana, die bei einer großen Polizeiaktion am 4. April 2018 sichergestellt wurden. Zudem soll die 38-Jährige zweimal für jeweils zehn Euro an eine noch nicht volljährige Nachbarin Marihuana verkauft haben. Dies bestreitet sie ebenfalls. Und mit den rund 275 Gramm Kokain, die bei der Razzia in der Wohnung des dritten Angeklagten sichergestellt worden waren, will die Frau auch nichts zu tun gehabt haben.

Damals habe sie zwar noch Kokain konsumiert, aber dies nicht aus Betäubungsmittelgeschäften finanziert, wie sie auf Nachfrage des Vorsitzenden erklärte. Sondern aus dem Lebensunterhalt, den sie vom Landkreis bekomme, und dem Kindergeld, so die sechsfache Mutter im Gerichtssaal.

Rubriklistenbild: © dpa

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