Bei der Wahl von der CDU unterstützt

Dr. Nadine Fischer: Identifikationsfigur ohne Parteibuch

Will sich als Bürgermeisterin großen Herausforderungen in Achim stellen: Die 33 Jahre alte Nadine Fischer aus Uphusen.
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Will sich als Bürgermeisterin großen Herausforderungen in Achim stellen: Die 33 Jahre alte Nadine Fischer aus Uphusen.

Achim – „Wenn Dinge zu sehr stören, muss man Veränderungen herbeiführen. Das ist mein Antrieb“, sagt Dr. Nadine Fischer. Die 33-Jährige macht Nägel mit Köpfen und tritt als parteilose Bürgermeisterkandidatin an – mit Unterstützung der CDU. Ihre Parteilosigkeit ist ihr wichtig. Als neutrale Person könne sie besser als Bindeglied zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung agieren, sagt sie.

„Ich möchte jedem Bürger die Chance geben, sich mit mir zu identifizieren.“ Und das sei nur ohne Parteibuch möglich.

Die Kandidatur war kein spontaner Entschluss, erzählt Fischer. Als gewählte Bürgersprecherin für das Projekt Achim-West habe sie nicht nur viel mit der Stadt zu tun gehabt. „Ich habe auch mit vielen Bürgern aus Uphusen und Bierden gesprochen und gemerkt, wo der Schuh drückt.“ Durch Kontakte zur CDU sei die Idee, sich um das höchste Amt in der Stadt zu bewerben, langsam gereift. „Mein Mann hat mich erschrocken angeguckt, als ich ihm davon erzählt habe, aber dann haben wir viel darüber geredet und sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass es die richtige Entscheidung ist“, erinnert sich die Uphuserin. Nicht nur, weil sie zielorientiert und sehr strukturiert arbeite, sondern auch, weil sie sich gern für ihr Umfeld einsetze. „Das Beste für Achim erreichen. Für Menschen, mit Menschen – und das ständig“ lautet deshalb auch ihr Wahlspruch.

„Mein Mann sagt über mich, dass ich die Bedürfnisse der anderen oft über meine eigenen stelle“, so die gelernte Bankkauffrau und promovierte Betriebswirtschaftlerin, die in Achim geboren und in Uphusen aufgewachsen ist. Dort lebt sie auch heute noch mit ihrem Mann, nebenan wohnen die Eltern.

Großprojekt Achim-West: Kritik nicht nachvollziehbar

Dass Kritiker ihr vorwerfen, sie spreche sich gegen das Großprojekt Achim-West aus, weil sie in Uphusen lebt und keinen Lärm durch ein unmittelbar angrenzendes Gewerbegebiet haben wolle, ist für Fischer nicht nachvollziehbar. „Ich wohne direkt an der Bahn. Aber der eigentliche Lärm kommt, je nach Wind, vom Bremer Kreuz. Ein Lärmschutz, der im Zuge von Achim-West errichtet wird, könnte die Situation deutlich verbessern“, sagt Fischer.

Das Projekt mit Bremen ist für sie vielmehr in erster Linie aus finanziellen Gründen nicht realisierbar. Zudem rücke ihr zufolge die ursprüngliche Idee der Verkehrsentlastung für Uphusen bei der aktuellen Planung immer weiter in den Hintergrund. Auch die Flächenversiegelung sei bei dem Vorhaben immens. „Das Projekt ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen ein moderates Wachstum an Gewerbe“, sagt Fischer.

Achim-Ost könnte noch vergrößert werden

So könnte zum Beispiel das Gebiet in Achim-Ost noch vergrößert werden. Eine konkrete Lösung, wie man Uphusen verkehrlich entlasten könnte, habe sie aber auch noch nicht parat, wie sie zugibt. „Man sollte aber auf die ursprüngliche Planung setzen und vielleicht über eine Art Entlastungsstraße nachdenken. Wichtig ist es aber, die Planfeststellung zu Ende zu bringen, denn davon kann man viel Gutes nutzen“, ist sie überzeugt.

Die Verschuldung der Stadt bereite ihr ebenfalls Sorgen, sagt die Bürgermeisterkandidatin. „Da müssen wir ein Auge drauf haben. Aus diesem Grund ist natürlich die Gewerbesteuer vonnöten und die Ansiedlung von Gewerbe, damit wir uns weiter finanzieren können.“

„Unheimlich wichtig“ ist der 33-Jährigen, die in einer Bremer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft arbeitet und dort mit dem Gebiet Unternehmensnachfolge betraut ist, Bürgernähe aufzubauen und den Informationsfluss in der Verwaltung transparenter zu machen. Und auch die Entwicklung der Innenstadt hat sie auf ihrer Agenda. „Da müssen wir endlich mal angreifen, sonst wird das Bild immer trauriger.“ Das „Wohnzimmer“ der Stadt sollte zum Aufenthalt einladen – mit Sitzplätzen unter Schatten spendenden Bäumen. „Orte zum Schnacken ansiedeln“, schwebt der Bürgermeisterkandidatin vor.

„Müssen uns auf den Radverkehr fokussieren“

Als große Herausforderung sieht die Betriebswirtin unter anderem die Verkehrssituation Achims. „Wir müssen uns auf den Radverkehr fokussieren. Zwar haben wir Radwege, aber die lassen oft zu wünschen übrig und bergen viele Gefahrenquellen.“ Wichtig sei es zudem, den geplanten Radschnellweg vom Achimer Bahnhof Richtung Verden ans innerstädtische Netz anzubinden. Auch das Thema Wohnraum hat sie auf der Agenda. „Achim hat zu wenig davon, vor allem zu wenig bezahlbaren.“ Als guten Ansatz bewertet sie die Idee der CDU, alle Bebauungspläne anzufassen und sie anzugleichen, damit große Blöcke in Wohngebieten keine Chance mehr haben. „Das ist ein Mammutprojekt, aber irgendwann muss man es machen, denn nur so kann man die Bebauung steuern.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Ihren Blick lenkt die Uphuserin aber auch auf die junge Bevölkerung. „Für Kinder und Jugendliche fehlen Anlaufstellen. Als ich jung war, da war hier in Achim mehr los.“

Zwei Pferde nehmen einen großen Teil ihrer Freizeit ein, sagt die begeisterte Reiterin. „Morgens reiten, danach Gartenarbeit und dann abends erschöpft ins Bett fallen – das ist für mich ein perfekter Tag.“

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