Uphuser Judowurf: Verfahren eingestellt

Rüttelscherz endet mit Rippenbrüchen

Achim - Eine „Schultersprengung“, Rippenbrüche, eine Platzwunde am Kopf und eine leichtere Verletzung der Lunge hatte ein 51-jähriger Spediteur aus Meppen zu beklagen – nach einer kurzen Auseinandersetzung morgens um vier in Uphusen. Noch heute fehlt ihm die Erinnerung an das, was dort genau mit ihm am 20. September vorigen Jahres geschah.

Er habe einen bekannten Judo-Hüftwurf angewandt, um den anderen außer Gefecht zu setzen, erläuterte der wegen Körperverletzung angeklagte damalige Student vor dem Achimer Amtsgericht.

Den nicht gerade schwächlich wirkenden 51-Jährigen habe er ausgehebelt, so dass der Mann auf dem Pflaster landete. Das sei eine Reflexhandlung gewesen, weil er vorher von hinten am Hals gepackt worden sei, erläuterte der junge Mann.

Dass der Meppener relativ schwer verletzt wurde, habe er nicht gewollt, und es tue ihm sehr leid. Obwohl er sich darum bemüht habe, sei es bisher aber zu einem persönlichen Gespräch mit dem damaligen Kontrahenten nicht gekommen.

Alles geschah auf dem Gelände von Haberkamps Hotel nach einer Studienabschlussfeier. Studenten einer Privat-Uni hatten schon reichlich Alkohol getankt. Als drei von ihnen frühmorgens draußen auf ein Taxi nach Bremen warteten, kamen sie auf die Idee, einen Wohnwagen auf dem Parkplatz kräftig durchzurütteln. Eine Art grober Scherz, denn sie glaubten, einer ihrer Kommilitonen übernachte darin. Es war jedoch nicht der Mitstudent, sondern dessen Vater mit der Ehefrau. Der Sohn schlief tief und fest in einem Hotelzimmer.

Der Meppener und seine Gattin wurden durch das Rütteln natürlich wach. Der Mann ging mit dem Hund nach draußen, zündete sich eine Zigarette an, entdeckte die weiter Rüttelnden und wollte sie nach eigener Aussage ermahnen, „dass es jetzt aber auch gut ist“.

Zwei seien daraufhin davongelaufen. Auf den Dritten sei er mit warnend erhobener Hand zugegangen – „ab da weiß ich nichts mehr“. Im Notarztwagen sei er aufgewacht und habe zunächst Probleme mit dem Luftholen gehabt.

Letztlich wurde das Gerichtsverfahren nach längeren Gesprächen zwischen dem Anwalt des Geschädigten, der Staatsanwältin und dem Verteidiger des Ex-Studenten aus dem Limburger Raum gegen Zahlung von 500 Euro an die Opferstiftung Niedersachsen eingestellt. Außerdem soll ein Täter-Opfergespräch stattfinden.

Es war nicht endgültig zu klären, ob der Student sich wirklich bedroht fühlen musste und reflexhaft reagierte oder nicht. Die Frau des Verletzten wollte eher einen Angriff des jungen Mannes beobachtet haben. Auch Richter Matthias Hahn bezweifelte jedoch, dass sie von ihrem damaligen Standort im Wohnwagen aus tatsächlich alles sehen konnte, was sich draußen abspielte.

Die Schmerzensgeldforderungen bleiben im Übrigen von der Einstellungs-Entscheidung des Amtsgerichts unberührt.

la

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