Logistikzentrum nicht durch B-Plan gedeckt

Bürgerinitiative attackiert Landkreis: „Unzulässige Baugenehmigung für Amazon“

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Amazon will in Achim ein Logistikzentrum in ähnlicher Größenordnung wie in Winsen (Luhe) betreiben.

Der geplante Bau eines Amazon-Logistikzentrums in Achim lässt weiter auf sich warten. Auch knapp anderthalb Jahre nachdem der Stadtrat im Mai 2018 grünes Licht für die Ansiedlung des Versandhandelsriesen im Gewerbegebiet Uesener Feld gegeben hat, steht das umstrittene Vorhaben weiter auf der Kippe.

Achim - Die Gegner des Projekts legen nun nach. Die „Bürgerinteressenvertretung in Sachen geplanter Amazon-Ansiedlung in Achim“ behauptet, dass die Baugenehmigung des Landkreises für das Logistikzentrum mit den „gesamten Festlegungen des zugrundeliegenden Bebauungsplans Nr. 58“ nicht vereinbar sei.

„Die festgestellten Abweichungen sind derart gravierend, dass sie zu einer defektiven Baugenehmigung führen, die so in der vorliegenden Form nicht hätte erlassen werden dürfen“, heißt es in einem Schreiben der Initiative an den Fachdienst Bauordnung beim Landkreis Verden. Die Behörde habe also eine Erlaubnis auf mangel- und fehlerhafter Basis erteilt.

Amazon-Logistikzentrum in Achim sprenge den Rahmen

Das vorgesehene dreigeschossige Logistikzentrum mit eingeschossigem Anbau für Büros und Sozialräume, einer Lärmschutzwand sowie Stellplätzen für Autos und Lastkraftwagen sprenge den Rahmen des Bebauungsplans. 

Für die etwa 47. 000 Quadratmeter umfassenden Hallengebäude sowie die rund 90 .000 Quadratmeter versiegelten Straßen-, Gehweg- und Parkflächen werde „das gesamte zur Verfügung stehende Areal des B-Plans 58 mit einer Gesamtfläche von etwa 150. 000 Quadratmetern (ohne öffentliche Erschließungsstraßen) vollständig benötigt“, schreiben die BI-Sprecher Hans-Dieter Pöhls und Thomas Wendt und kritisieren: Die überbauten und versiegelten Flächen überschritten deutlich die zulässige Grundflächenzahl von maximal 0,8. Konkret seien es 137 .000 Quadratmeter und damit 91 Prozent der Grundstücksfläche.

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Achim droht Rückzahlung von EU-Fördergeldern

Weiterhin bemängelt die BI einen „eindeutigen Verstoß gegen Ziele, Zwecke und Vorschriften zur Ansiedlung von Klein- und Mittelbetrieben und der Schaffung eines gesunden Branchenmixes“. 

Damit würden auch Umsiedlungsmöglichkeiten bestehender Achimer Firmen verhindert. Zudem drohe der Stadt bei einer Amazon-Ansiedlung die Rückzahlung von EU-Fördergeldern in Höhe von 2,7 Millionen Euro, die für die Schaffung von Infrastruktur im Gewerbegebiet Uesener Feld zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen geflossen seien.

Bürgerinitiative fordert Aussetzen der Baugenehmigung

Darüber hinaus monieren Pöhls und Wendt: „keine Schaffung von Ausgleichsflächen auf dem Gelände, Nichteinhaltung des äußeren Erscheinungsbildes“ sowie Abweichungen von der zulässigen Gebäudehöhe von 18 Metern, der Zweigeschossigkeit und den gesetzlichen Brandschutzvorgaben.

Die BI fordert den Landkreis auf, die Baugenehmigung „bis zu einer vollständigen Prüfung und abschließenden Klärung sämtlicher vorgebrachter Einwendungen und Hinweise unverzüglich auszusetzen“. Zudem solle die Baubehörde der Stadt Achim verbieten, Bäume auf dem Gelände zu fällen.

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