Unverhofft Bestsellerautorin: Schwester Jordana liest im fast ausverkauften Saal

Gott als innere Antriebskraft schon in der Jugend gespürt

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Schwester Jordana war zum ersten Mal in Achim. Veit Hoffmann von der gleichnamigen Buchhandlung, die diese Veranstaltung ermöglichte, hatte den prominenten Gast herzlich im Kasch begrüßt.

Achim - Einer inneren Kraft, die sie anschiebe sowie Sicherheit und Selbstvertrauen vermittele, war sich Schwester Jordana Schmidt schon in der Jugend bewusst. Im Kindesalter hatte sie zudem den Sturz aus einem Fenster im ersten Stock ganz ohne Blessuren überstanden und war sich im Nachhinein sicher, dass Engel sie getragen haben müssen.

Diese positive innere Kraft könne man Gott nennen, berichtete die heute 46-Jährige im so gut wie ausverkauften Blauen Saal des Achimer Kasch.

Sie fühlte sich früh berufen zum Leben als Nonne, absolvierte aber zunächst die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Mittlerweile wurde sie unverhofft auch Bestsellerautorin, sprach das „Wort zum Sonntag“ im Fernsehen und las jetzt in Achim aus ihrem neuesten Werk „Ente zu verschenken“.

Mit Ente ist hier der legendäre Autotyp aus dem Hause Citröen gemeint. Die spätere Jordana, geboren in der Nähe von Grevenbroich, fuhr als Jugendliche „Ente“ und war dem weltlichen Leben nicht abgeneigt. Sie genoss es besonders in Düsseldorf und hatte viele Freunde und Bekannte, mit denen sie auch gern mal beim Glas Wein beisammen saß.

Als „Jordana“ aber eine enge Schulfreundin besuchte, die danach in einem dänischen Kloster lebte, entschloss sie sich für den gleichen Weg. Nach drei weiteren Jahren gab es eine große „Weltentsagungsfete“, bei der die angehende Klosterfrau neben Kleidungsstücken und anderen persönlichen Sachen auch die besagte „Ente“ verschenkte.

Mit einem „freiheitlichen Gottesbild“ war Schwester Jordana aufgewachsen. Doch erlebte sie in jenem Kloster das absolute Gegenteil mit einer Oberin, die bedingungslosen Gehorsam verlangte, alle Briefe nach außen überwachte und bei der Nonnen im Speisesaal knieend Buße tun mussten, wenn ihnen beim Abwasch Geschirr zerbrochen war.

Immer freitags waren Selbstanklagen gefordert, die zu krankhaften Schuldgefühlen führten. Wer bei der Oberin in Ungnade gefallen war, wurde auch von den anderen Nonnen oft tagelang keines Blicks gewürdigt. Schwester Jordana empfand solche Bedingungen zunehmend als „lebensverachtend“ und fühlte sich wie in einer Sekte.

Die herrschsüchtige Ober-Schwester ermöglichte ihr aber schließlich doch das Praktikum in einem Bethanien-Kinderdorf des Domnikaner-Ordens. Mädchen und Jungen, die überwiegend vom Jugendamt ihren Ursprungsfamilien entzogen wurden, leben hier in Ersatzfamilien. So ist Jordana nun Mutter von fünf teils recht trotzigen Kleinen, um die sie sich kümmert, bis sie 18 oder 19 Jahre alt sind. „Und sie geben mir viel Kraft“, betonte sie.

Hier wie in dem Dominikaner-Kloster, zu dem sie wechselte, gibt es zwar auch strikte Regeln, aber keine diktatorischen Zwänge. Vom Prinzip des „dialogischen Gehorsams“ sprach die Nonne in Achim.

Sie tat auch den letzten Schritt: komplette Aufnahme in den Orden. Das war mit einer feierlichen Zeremonie verbunden. Hingabe an Gott, Gehorsams- und Keuschheitsgelübde gehören als Grundsätze dazu.

Mit vollem neuen Namen heißt sie nun „Schwester Jordana von Jesus Schmidt“, was erst mal zu Spötteleien über den bisher unbekannten Jesus-Nachnamen geführt habe, berichtete sie dem erheiterten Publikum.

Sie fühle sich ,,völlig geborgen in Gott“ und riet auch heutigen jungen Menschen, bei der Lebensplanung inneren Vorstellungen und Träumen zu folgen.

Es gebe dann immer Menschen und Kräfte, die einem „den Berg rauf helfen“ – und es gebe Verhinderer, von denen man sich nicht zermürben lassen dürfe. „Stärken Sie die Stärken“ - dieses pädagogische Prinzip hält die Bestsellerautorin und Nonne mit Kindern für richtig. Sie erhielt viel Beifall für ihren Vortrag, bevor es im Kasch ans Büchersignieren ging.

la

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