Unternehmergemeinschaft Achim diskutiert lebhaft über die Zukunft der City

„Fußgängerzone für Verkehr öffnen, Kaufland verhindern“

Der neue Vorstand der Unternehmergemeinschaft Achim: (von rechts) Vorsitzender Marko Thönsing, sein Stellvertreter Ingo Freitag, Kassenwart Daniel Kuß sowie die Beisitzer Markus Hauptig, Birgit Strittmatter, Katrin Preuß und Christine Henning; dazu kommt noch Thomas Puvogel, der auf der Jahreshauptversammlung fehlte. Eine große „Baustelle“ für die Führungsriege: die Innenstadt..
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Der neue Vorstand der Unternehmergemeinschaft Achim: (von rechts) Vorsitzender Marko Thönsing, sein Stellvertreter Ingo Freitag, Kassenwart Daniel Kuß sowie die Beisitzer Markus Hauptig, Birgit Strittmatter, Katrin Preuß und Christine Henning; dazu kommt noch Thomas Puvogel, der auf der Jahreshauptversammlung fehlte. Eine große „Baustelle“ für die Führungsriege: die Innenstadt..

Achim - „Einige Einzelhändler in Achim glauben, es reicht, die Ladentür aufzuschließen. Das ist ein fürchterlicher Irrglaube“, übte Rudi Knapp, bisheriger zweiter Vorsitzender der Unternehmergemeinschaft Achim (Uga), heftige Kritik an Geschäftsleuten. Diese klagten ja gerne über zu wenig Kundschaft, dabei seien sie in hohem Maße selbst verantwortlich für eine lebendige Fußgängerzone. Über die Entwicklung der Innenstadt wurde auf der Jahreshauptversammlung der Uga am Dienstagabend im Kasch lebhaft diskutiert.

Eine besondere Aufenthaltsqualität sei in der City wichtig. „Die Leute wollen nicht nur kaufen, sie wollen flanieren, staunen, etwas erleben“, erläuterte Knapp. „So wie beim Wochenmarkt.“

Knapp, der selbst viele Jahre ein Textilgeschäft mitten in Achim betrieb, sah dringenden Handlungsbedarf in Sachen Innenstadtentwicklung. „Bürger, Verwaltung und Politik müssen die Furcht vor größeren Verkaufsflächen überwinden“, forderte er. Ohne Neu- oder Umbauten im Zentrum gehe es nicht.

„Es muss ein Konzept her, wie Achim in zehn oder 20 Jahren aussehen soll.“ Die Uga wolle daran mitwirken. Allerdings benötige er dafür Mitstreiter, sagte Knapp mit Blick in die Runde, in der er nur sehr wenige Einzelhändler aus der Innenstadt entdeckte.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld, der der Versammlung beiwohnte, wollte wissen, wie denn die Uga zu einem Vollsortimenter auf dem Lieken-Gelände stehe. „Dann können wir die Bürgersteige in der Innenstadt gleich hochklappen und den Autoverkehr durch die Fußgängerzone leiten“, entfuhr es Rudi Knapp.

Aber längst nicht nur Geschäfte in Achims Mitte wären von solch einer Ansiedlung nahe des Bahnhofs massiv betroffen, sondern alle Verbrauchermärkte von Baden bis Uphusen, ergänzte Markus Hauptig. „Ein SB-Discounter – konkret geht es ja um Kaufland – auf dem Lieken-Gelände würde den Einzelhandel in ganz Achim weitgehend platt machen“, betonte der Geschäftsmann, der an der Ueser Kreuzung einen Rewe-Markt betreibt.

Dass die CDU in Achim ein derartiges Konzept des Hamburger Investors W&S unterstütze, sei für ihn „völlig unverständlich“. Wenn auf der Lieken-Brache ein Riesendiscounter sein Sortiment anbiete, „dann fahren dort doch alle mit dem Auto vor und niemand geht anschließend noch in die Innenstadt“, argumentierte Markus Hauptig.

Die Fußgängerzone sollte in einer Fahrtrichtung für den Verkehr geöffnet werden, meinte Roswitha Pongers und wärmte damit eine alte Diskussion wieder auf. „Da muss Leben rein durch Autos und Parkbuchten, von wo aus die Menschen Einkäufe schnell und bequem erledigen könnten, pflichtete ihr Hauptig bei. Der Aspekt „Sehen und gesehen werden“ spiele dabei ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Bürgermeister Ditzfeld äußerte Bedenken. Für den Bau der Umgehungsstraße und der Fußgängerzone auf einem Teilstück der Obernstraße um 1990 herum seien seines Wissens nach auch überörtliche Sanierungsmittel geflossen mit der Auflage, mindestens 30 Jahre lang an dieser Gestaltungslösung für die Innenstadt nicht zu rütteln. Darüber hinaus stünde einem Einbahnstraßenverkehr doch auch der Wochenmarkt im Wege.

„Ach was“, entgegneten mehrere Versammlungsteilnehmer. Die Straße könnte doch ohne weiteres mittwochs und sonnabends für den Marktbetrieb gesperrt werden, hieß es.

Nach dem Aus für die mit dem Innenstadtmanagement beauftragte Firma Cima sprach Ditzfeld schließlich von einem „Fünfeck“, dem die Aufgabe zufalle, Achims „gute Stube“ zu beleben. Er selbst, der Fachbereich Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsbeirat, die Uga und die Eigentümer dort benannte er als Akteure.

„Achim braucht einen City-Manager“, warf Uga-Vorsitzender Marko Thönsing ein. Konkreter wurde er allerdings nicht.

mm

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