Entspannung beim Hundeschlittenfahren

Ungewöhnliche, schnelle und sehr arbeitsame Teamplayer

Silke Goldmann fährt auf einem Scooter durch die Marsch und lässt sich dabei von ihren Hunden ziehen.

Achim - Von Ingo Schmidt. In der Achimer Marsch zeigt sich ab September wieder ein ungewöhnliches Bild: Ein einfacher Roller rast mit bis zu 40 km/h durch das Gelände, darauf eine rufende Pilotin und davor drei begeistert hechelnde Huskys - Von Ingo Schmidt. Silke Goldmann hat sich dem Zughundesport verschrieben. Mit ihren Hunden besucht sie mehrmals im Jahr Schlittenhundetreffen in ganz Deutschland oder fährt in Skandinavien durch Schneelandschaften.

Bald wird sie eine Verletzung vollkommen auskuriert haben und dann geht sie wieder regelmäßig auf die Piste. „Anfang des Jahres war ich unvorsichtig und da hat es mich aus der Kurve geworfen“, erzählt die selbständige Postdienstleisterin, „meinen linken Ellenbogen habe ich mir dabei ziemlich lädiert.“

Den Wunsch, sich Huskys anzuschaffen, hegte die Achimerin schon lange. Als sie dann beim Postzustellen 2006 an einem Zuchtbetrieb vorüber kam, fasste sie den Entschluss und kaufte die Husky-Welpen Lucy und Alyeska. Sie war sich der besonderen Verantwortung für diese Tiere bewusst und die Voraussetzungen waren ideal: Gerade hatte sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, arbeitete daheim oder war für Zustelldienste unterwegs. Heute hält sie drei Tiere als ständige Begleiter.

„Huskys sind keine gewöhnlichen Hunde“, erklärt Silke Goldmann, „das sind reine Zug- und Arbeitstiere und brauchen unglaublich viel Bewegung.“ Deshalb hängte sie ihr Dreiergespann erst vor ein Geländefahrrad, dann vor einen „Scooter“ (Roller) und schließlich vor einen Trainingswagen. Ihr Interesse für den Zughundesport war geweckt und sie informierte sich über die Aufgaben eines „Mushers“ (Hundeschlittenführers).

Schlitten in Dänemark gekauft

Während eines Dänemark-Aufenthaltes kaufte sie einen Schlitten und unternahm damit erste Versuche. Und als später einmal einige Badener Straßen im Winter unpassierbar waren, stellte sie Pakete tatsächlich mit ihrem Hundeschlitten zu. Es folgten Seminare, Workshops und Teilnahmen an Schlittenrennen.

Die Faszination liege in der direkten Auseinandersetzung mit den Tieren. Der Schlittenführer müsse sich voll und ganz auf den „Leader“ (Führhund) verlassen können. Befehle für Richtung, Geschwindigkeit und Bremsen müsse dieser natürlich zuverlässig ausführen und sicher an die Gruppe weitergeben. „Das bedeutet Teamarbeit in Perfektion“, schwärmt die Hundeführerin.

In diesem Jahr möchte Silke Goldmann noch an zwei kürzeren Sprintrennen im Harz teilnehmen und wird dafür noch in der Marsch trainieren. „Dabei geht es aber nicht um Meistertitel, sondern nur um den Gemeinsinn“, versichert die Hundeliebhaberin.

Huskys nicht mit anderen Hunden vergleichbar

Huskys sind außergewöhnliche Tiere und nicht mit gewöhnlichen Hunden vergleichbar. Sie sind ausgesprochene Rudeltiere, die immer wieder ihre Positionen austesten. Sie bellen nicht, sondern heulen. Sie sind sehr intelligent, als Ausbruchkünstler bekannt und brauchen viel Bewegung.

Diese Eigenschaften bringt unbedarfte Husky-Besitzer oft an ihre Grenzen. Deshalb unterstützt Silke Goldmann den Huskyhof Ridderade in Twistringen. Dort betreibt die Pädagogin Hanna Kranz einen Verein für tiergestützte Jugendarbeit. Der Verein nimmt abgegebene oder ausgesetzte Tiere auf und nutzt ihre positiven Eigenschaften: Hunde begegnen dem Menschen uneingeschränkt positiv und unabhängig von Aussehen, Herkunft oder sozialem Status.

Die Kommunikation funktioniert weitestgehend über Gesten. Beim „Huskywalking“ sind Mensch und Husky über einen Gurt eng miteinander verbunden und durchstreifen die Natur. Das gemeinsame Erreichen eines Zieles führt zu einem positiven Selbstwertgefühl, steigert das Empathievermögen und die Teamfähigkeit.

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