Schwierige Situation vor Grundschule Bierden

Mit dem Auto zur Schule? „Muss nicht sein“

„Besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad als mit dem Auto zur Schule“. Diese Botschaft halten Grundschüler in der Aktionswoche am Steinweg hoch. Elternsprecherin Antje Wilkens, Schulleiterin Anke Reinhold und Schulassistentin Alina Apke hoffen, dass der Appell bei den Eltern fruchtet.
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„Besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad als mit dem Auto zur Schule“. Diese Botschaft halten Grundschüler in der Aktionswoche am Steinweg hoch. Elternsprecherin Antje Wilkens, Schulleiterin Anke Reinhold und Schulassistentin Alina Apke hoffen, dass der Appell bei den Eltern fruchtet.

Achim – „Zu Fuß zur Schule“. Die unter diesem Motto laufende Aktionswoche an der Grundschule Bierden werde wahrscheinlich wieder keinen nachhaltigen Erfolg haben, befürchtet Elternsprecherin Antje Wilkens. Aller Appelle die vergangenen Jahre zum Trotz brächten viele Mütter und Väter ihren Nachwuchs leider jeden Morgen nach wie vor mit dem Auto zur Lernstätte.

Damit verursachten sie nicht nur Verkehrschaos auf dem engen Steinweg, sondern gefährdeten auch noch die Sicherheit von zu Fuß gehenden oder mit dem Rad fahrenden Kindern und Erwachsenen, sagt Wilkens und hält es für „notwendig, das Problem in die breite Öffentlichkeit zu tragen, um so vielleicht zu einer Lösung zu gelangen“.

Seitdem sie vor vier Jahren die ehrenamtliche Aufgabe als Elternsprecherin übernommen habe, „begleitet mich das Thema der Verkehrssituation vor der Grundschule Bierden“, lässt die Mutter von Beeke, die die Klasse 3b besucht, wissen. Zudem hat Wilkens „als Anwohnerin, die auf dem Arbeitsweg dort vorbeifährt, schon einige brenzlige Situationen erlebt, sodass ich es vermeide, mich in den 20 Minuten vor Schulbeginn auf den Weg zu machen“.

Auf jedem Elternabend, auf jeder Elternratssitzung und Gesamtkonferenz werde das Dilemma „wieder und wieder angesprochen, da sich über Jahre hinweg nichts ändert“. Dabei herrsche die einhellige Meinung vor, dass es so nicht weiter gehen könne.

Königsweg in Achim zu finden ist schwierig

Allerdings sei es schwierig, in der Angelegenheit den Königsweg zu finden. Denn aufgrund der örtlichen Situation hätten sie und andere, die nach Lösungen suchten, „mit mehreren Baustellen gleichzeitig zu kämpfen“.

„Einige Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, was vermutlich in den meisten Fällen nicht notwendig ist“, formuliert Wilkens und fügt hinzu: „So müssen wir uns also auch an unsere eigene Nase fassen.“

Etwas anderes sei das bei den Eltern, die ihre Sprösslinge in die Obhut des benachbarten Kindergartens oder der angegliederten Krippe geben. Diese kleinen Kinder müssten ja tatsächlich gebracht und wieder abgeholt werden. Für Autofahrer fehlten dafür allerdings Parkmöglichkeiten auf dem Kita-Gelände direkt neben der Schule, kritisiert Wilkens. „So wird direkt vor dem Zebrastreifen, auf Privatgrundstücken oder Feuerwehrzufahrten geparkt.“ Der kleine Parkplatz der Schule sei „nur für Bedienstete“, wie auf eigens angebrachten Hinweisschild zu lesen ist. „Auch daran halten sich jedoch viele nicht, was dazu führt, dass Lehrer an der Straße parken müssen.“ An der Einfahrt zum Parkplatz eine Schranke zu installieren, sei von der Stadt aus Kostengründen abgelehnt worden. Was auch mit dazu beitrage, dass Eltern direkt am Zebrastreifen hielten, um Kinder „auszuladen“.

Fast täglich unhaltbare Zustände auf dem Schulweg

Antje Wilkens beobachtet nach eigenen Angaben fast täglich unhaltbare Zustände. „Letztlich stehen auf beiden Seiten des Steinwegs Autos dicht an dicht geparkt, und Eltern laufen mit ihren Kindern zwischen den Autos über die Straße, da der Weg zum fünf Meter entfernten Zebrastreifen zu weit ist, nehme ich an.“ Für ihre eigene Sicherheit sollten sie wenigstens den Überweg benutzen.

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Die beengte Straßenführung des Steinwegs mache die Verkehrssituation noch unübersichtlicher, sodass nach Meinung der Elternsprecherin direkt vor Schule und Kindergarten „eigentlich nur ein absolutes Halteverbot Abhilfe schaffen würde“. Dessen Einhaltung müsste dann allerdings auch zu den kritischen Zeiten überwacht werden, was die Achimer Polizei mit ihrer Kontaktbeamtin Katja Brammer aber wohl kaum gewährleisten könne, da sie ja auch an anderen Brennpunkten im Stadtgebiet präsent sein müsse. „Ein Streifenwagen der, wie beobachtet, ab 8.30 Uhr vor der Schule steht, hat leider keine Wirkung mehr auf die Situation, die von 7.30 bis 8.05 Uhr herrscht“, merkt die 39-Jährige an.

Antje Wilkens sieht dringenden Handlungsbedarf. „Es müsste ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, dass alle Punkte gleichzeitig anpackt.“

„Problem der Erwachsenen, nicht der Kinder“

Lehrerin Irene Maaß, Fachleiterin für den Sachunterricht an der Bierdener Schule, spricht von einem „gesellschaftlichen Problem“, von einem „Problem der Erwachsenen, nicht der Kinder“. In einem Schreiben seien die Eltern auf die Aktionswoche zum Thema Mobilität hingewiesen worden. Sie habe darin eine Reihe von Argumenten aufgelistet, die den Verzicht auf Autofahrten zur Schule erleichtern sollen. Etwa den Punkt, dass Bewegung an frischer Luft gesund sei und nachweislich auch den Lernerfolg fördere. „Und ich habe auch reingeschrieben, dass Kinder, die in der Gruppe zu Fuß zur Schule gehen, leichter Freunde finden können“, teilt Maaß auf Nachfrage mit. Der „Schulexpress“ mit seinen „Haltestellen“ biete dafür ja sogar feste Treffpunkte in den einzelnen Wohngebieten an. Und natürlich sei es auch für das Klima und die Umwelt besser, das Auto stehen zu lassen.

„Aber wir setzen vor allem bei den Kindern an“, sagt Lehrerin Maaß. Die seien oft einsichtiger als ihre Eltern und hätten Lust, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen.

Für die Aktionswoche habe sie mit den Schülerinnen und Schülern ihrer Klasse 3a bunte Banner kreiert. „Wir haben alte Bettlaken mit Tusche bemalt“, erzählt Irene Maaß. „Auto – nein, danke!“, heißt es auf einem der Banner. „Fahrrad, zu Fuß – ja, bitte!“, steht auf dem anderen.

Mädchen und Jungen der Grundschule Bierden zeigen viel Eifer

Beim Gestalten der Banner und auch jetzt, in der Aktionswoche, zeigten die Mädchen und Jungen aus den neun Klassen der Grundschule Bierden viel Eifer. So drängelten sich die Kinder geradezu danach, frühmorgens, vor Beginn des Unterrichts, die Banner neben dem Parkplatz am Steinweg hochzuhalten.

Am Dienstagmorgen hätten sie auch noch Autos gezählt, berichtet die Lehrerin. Im Zeitraum von 7.45 bis 9.35 Uhr seien 222 Wagen an der Grundschule Bierden vorbeigefahren. „Erschreckend viele in so einer Nebenstraße“, findet Irene Maaß, was womöglich mit den Bauarbeiten auf der Bremer Straße und der einspurigen Verkehrsführung dort zusammenhänge.

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