Umfrage des Seniorenbeirats

Alte haben distanziertes Verhältnis zur Technik

Achim - Die ältere Generation hat ein distanziertes Verhältnis zur Technik, obwohl gerade sie doch ihr das Leben in den eigenen vier Wänden und im sonstigen Alltag enorm erleichtern kann. Das ist ein spannendes Ergebnis einer Umfrage, die der Achimer Senioren- und Behindertenbeirat während der städtischen Sommerfahrt der Alten wieder gemacht hat.

Bei den eintägigen Busausflügen für die Senioren im Sommer verteilt der Senioren- und Behindertenbeirat mit seinem Vorsitzenden Knut Pickert traditionell Fragebögen zu bestimmten Themen, um die Meinung der älteren Generation zu erkunden. 25 bis 40 Prozent der Fragebögen kommen in der Regel ausgefüllt zurück. In diesem Jahr gingen dagegen von den ausgegebenen 600 Fragebögen wieder 60 Prozent retour. Schließlich konnten mit den ausgefüllten Bögen auch kleine Preise gewonnen werden.

Themenschwerpunkt war diesmal „Technik im Alter“. Dass dieses Thema von Karen Hentschel beim Kreis in einem vom Bund geförderten Projekt hervorragend „beackert“ wird, war nur rund einem Drittel der Senioren bekannt. Wer die Fachfrau hörte mit ihren Vorträgen und Beispielen zu technischen Hilfen im Haushalt von Bad über Treppe bis zur Küche, informierte sich allerdings weiter über diese Möglichkeiten, die Lebensqualität sichern können.

Die Mehrheit der befragten Senioren glaubt zwar, dass technische Hilfsmittel im Alter nützlich sein können, ein Drittel steht den technischen Neuerungen aber skeptisch gegenüber.

Immerhin haben 75 Prozent der Befragten ein konventionelles Handy, aber nur zehn Prozent ein Smartphone. Knut Pickert: „Damit scheiden unseres Erachtens Lösungen über Smartphone-Applikationen für Senioren-Probleme aus.“

Beispielsweise wäre es hilfreich, wenn bei Unfällen oder Missgeschicken von Senioren im Stadtwald oder an anderen unbelebten Orten der Rettungsdienst über GPS ihren Standort feststellen könnte. Ohne Smartphone geht das aber nicht. Vielen, nicht nur alten Menschen ist es unheimlich, wenn über das Smartphone zum Beispiel geregelt wird, was im Kühlschrank ist.

Bei einer schon sechs Jahre zurückliegenden Umfrage hatte der Seniorenbeirat festgestellt, dass weniger als ein Viertel der älteren Generation am PC im Internet unterwegs ist. Etwa zu gleichen Teilen schickten sie sich so Mails, informierten sich oder spielten online.

Der zweite Teil der Befragung betraf die Ziele der Sommerfahrten. Etwas zur Überraschung des Senioren- und Behindertenbeirats nähmen 80 Prozent der Befragten gerne auch längere Busfahrten in Kauf und wünschen 80 Prozent nicht unbedingt ein ruhiges Ziel, also statt Kaffeetrinken in schöner Landschaft mit Waldspaziergang lieber Besuch einer interessanten, belebten Stadt.

Die Umfrage gibt so interessante Hinweise, ist aber natürlich nicht repräsentativ und erfasst schon gar nicht die Menschen, die nicht mehr an solch einer Sommerfahrt teilnehmen können. In Seniorenheimen untergebrachte Menschen hatte der Senioren- und Behindertenbeirat so in vergangenen Jahren schon separat befragt.

mb

Rubriklistenbild: © dpa

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