Umfassende Reparatur für 150 000 Euro / Nur Nichtschwimmerbecken nutzbar

Fliesen haften nicht mehr: Hallenbad bis Februar dicht

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Ein Schwimmbeckenboden in Auflösung. Kirsten Jäger und Steffen Zorn aus den zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung informierten über den dringenden Sanierungsbedarf und zeigten im „trockenen“ Hallenbad die umfangreichen Schäden.

Achim - Schlechte Aussichten für Badefreudige in Achim und Umgebung: Das ohnehin wegen Fassaden-, Fenster- und Deckensanierungen seit Beginn der Sommerferien geschlossene Hallenbad an der Bergstraße bleibt nun gleich bis Ende Februar dicht.

Grund: Der Schwimmbeckenboden muss umfassend samt Estrich erneuert werden. Nach und nach lösen sich dort die Fliesen.

Vor allem Temperaturwechsel beim Austausch von warmem Wasser gegen kühleres und der Druck der Wassermassen allgemein sorgten im Laufe der Jahre dafür, dass die Haftung nachließ. Auch der Estrich und die Stahlbetonbasis sind nicht mehr ganz fest verbunden.

Nach rund vier Jahrzehnten ist das allerdings nicht ungewöhnlich. Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass der Fliesenboden um die 30 Jahre hält.

Das berichteten gestern beim Pressetermin vor Ort Steffen Zorn, Leiter der städtischen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung Achim (GGA) und Kirsten Jäger aus der für die Bäder zuständigen Abteilung der Stadtverwaltung.

75 000 Euro habe der Verwaltungausschuss per Beschluss in der vorigen Woche kurzfristig zur Beckensanierung an Haushaltsmitteln bereit gestellt, so Zorn. Es sei zu erwarten, dass sich der Landkreis Verden als Gebäudeeigner auf Grundlage seines Vertrags mit der Stadt Achim zur Hälfte mit am kalkulierten Gesamtbetrag von 150 000 Euro beteiligt.

Vor allem drei Gruppen von Hallenbadnutzern trifft die lange Sperrung: Schulen, Sportvereine und private Schwimmschulen oder Fitnessgruppen. Sie könnten zwar im Prinzip das weiterhin geöffnete Nichtschwimmerbecken nutzen, doch sei das nur für bestimmte Aktivitäten wie etwa Wassergymnastik sinnvoll.

Ansonsten müssten sich Frühbader und andere Betroffene den Winter über nach nicht allzuweit entfernten Alternativen umschauen, rät Kirsten Jäger.

Zum Glück hätten Untersuchungen der damit beauftragten Fachbüros aus Bremen und Bad Zwischenahn ergeben, dass die gefliesten Beckenwände noch nicht geschädigt seien, teilte Steffen Zorn mit.

Auch Befürchtungen, dass Absackungen im Untergrund Fliesen losgesprengt haben könnten, bewahrheiteten sich nicht. Sonst hätte die Sanierung ganz andere Ausmaße annehmen können.

Schon 2008 hatten sich Beckenplatten gelöst und waren wieder festgeklebt worden – eine eher provisorische Lösung. Jetzt entschied sich der Verwaltungsausschuss für die grundlegendere Variante. Ob sie sich ebenfalls 40 Jahre bewährt, wollte Zorn aber natürlich nicht garantieren.

So manchen werde die lange Schließung „nur“ für die Sanierung des Schwimmbeckenbodens sicher irritieren. Damit dieser künftigen Belastungen auch sicher standhält, seien jedoch allein zum Trocknen des Estrich-Untergrunds 28 Tage vorgesehen, und erst einmal gehe es jetzt um den Auftrag für das Vorhaben, erläuterte der GGA-Chef.

Ein Ende der ständigen Reparaturarbeiten im Achimer Hallenbad ist auch im kommenden Jahr kaum zu erwarten. Es werde jedoch an einer „langfristigen Strategie“ zur Instandhaltung dieses Gebäudes gearbeitet, kündigte Zorn an.

la

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