„Uga jagt heimische Schausteller vom Hof“

Streit um Weihnachtsmarkt: Mirja Müller-Weber legt nach

Achim - „Alle freuen sich auf die Weihnachtszeit und die örtlichen Weihnachtsmärkte. Alle, außer die Achimer Schausteller, die nach vielen Jahren einfach nicht mehr zu ihrem heimatlichen Weihnachtsmarkt zugelassen werden und nicht mehr dort ausstellen dürfen.“ So beginnt Mirja Müller-Weber, die das Fest bisher organisiert hat, einen offenen Brief an den Stadtrat, die Verwaltung und die Achimer Bürger. Die Unternehmergemeinschaft Achim (Uga), die in dem Schreiben heftig angegriffen wird, weist die Kritik zurück.

Als ehemalige Veranstalterin des Achimer Weihnachtsmarktes sowie auch Teilnehmerin habe sie in den letzten Wochen eine Vielzahl an Beschwerden, Nachfragen und Hilferufen zum diesjährigen Markt bekommen, leitet Müller-Weber die gestern Nachmittag auch in der Redaktion dieser Zeitung eingegangene Mail ein. Seitens der Bevölkerung hätten sie und ihre Mitstreiter großen Zuspruch bekommen. In dem Brief ledert sie dann kräftig los.

Der Weihnachtsmarkt 2017, der vom 15. bis 23. Dezember auf dem Bibliotheks- und Marktplatz veranstaltet wird, sei von der Uga an einen Schausteller aus Bruchhausen-Vilsen „vergeben“ worden, „ohne vorab auch nur ein Wort an die Unternehmer zu richten, die teilweise seit über zehn Jahren auf dem Achimer Weihnachtsmarkt stehen“. Essen und Trinken solle es dort nur aus einer Hand, von der Familie Stummer aus Bruchhausen-Vilsen, geben.

Die Uga mache „in keinster Weise ihrem Namen Ehre“

Müller-Weber: „Man zahlt hier in Achim Steuern, davon werden einige Gelder in die Veranstaltungen gesteckt, aber man darf als Achimer Unternehmer nicht an dem heimischen Weihnachtsmarkt teilnehmen.“ Selbst einem beitragszahlenden Mitglied der Uga sei das verwehrt worden. Auch die Wochenmarkt-Beschicker dürften „nicht wahllos hin und her geschubst werden, nur weil die Uga dies so wünscht.“

Die Uga mache „in keinster Weise ihrem Namen Ehre“ und sei mit der Aufgabe als Veranstalter der Feste in der Achimer Innenstadt „mehr als überfordert“. Die einheimischen Unternehmen und Marktbeschicker würden von der Uga „vom Hof gejagt“.

Müller-Weber fordert Rat und Verwaltung auf, ein „Bürgerforum“ zu veranstalten, „um gemeinsam an Lösungen für die momentan bestehenden Missstände zu arbeiten. Wir wollen eine festgelegte und transparente Struktur sowie Richtlinien, an die sich auch zukünftige Veranstalter aller Innenstadt-Veranstaltungen halten müssen!“

Uga will Rechtsanwalt einschalten

Die Uga wird die massiven Angriffe nicht so ohne weiteres hinnehmen. „Wir werden einen Rechtsanwalt einschalten“, kündigte Vorsitzender Marko Thönsing im Gespräch mit dieser Zeitung an. Zu einigen Vorwürfen gab er schon gestern eine „erste Stellungnahme“ ab.

Dass allein die Familie Stummer Stände mit Essen und Trinken auf dem Achimer Weihnachtsmarkt betreiben werde, sei falsch, sagte Thönsing. Es werde dort auch andere Anbieter mit Kulinarischem geben.

Zudem habe die Uga keinem Mitglied die Teilnahme an diesem Fest verweigert. Und gerade mal vier Wochenmarkt-Beschicker müssten im genannten Zeitraum wegen der Weihnachtsbuden oder Fahrgeschäfte lediglich 15 Meter weiterziehen.

Die Uga sei als Festveranstalter überfordert? Thönsing: „Wir haben in den vergangenen Jahren von der Afa über den Boxenstopp und den Maimarkt bis zum Stadtfest mehrere Veranstaltungen erfolgreich auf die Beine gestellt.“ 

 mm

Rubriklistenbild: © Medie ngruppe Kreiszeitung / Harald Hinze

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