Eindeutiges Dementi der Achimer Polizei

Übles Gerücht über Flüchtlinge kursiert

Achim - Das Gerücht über Flüchtlinge kursiere inzwischen schon in mehreren Orten des Landkreises und kam auch der Polizei zu Ohren, berichtete Thorsten Strier, der Leiter des Achimer Kommissariats, im Präventionsrat der Stadt.

Es geht etwa so: Bei etlichen Bürgern seien vorzugsweise auf Supermarkt-Parkplätzen Flüchtlinge ins Auto zugestiegen und hätten Fahrer oder Fahrerin mit sanftem Druck gezwungen, sie hierhin und dorthin durch den Landkreis oder in die jeweilige Unterkunft zu chauffieren.

Nach allen bisherigen Erkenntnissen der Beamten sei an solchen Erzählungen nichts dran, bekräftigte Strier auf der öffentlichen Veranstaltung am Dienstag im Ratssaal.

In seinem Vortrag über die Kriminalitätslage in Achim, Thedinghausen, Oyten und Ottersberg machte er ganz im Gegenteil deutlich, dass es bei Flüchtlingen keinerlei auffällige kriminelle Aktivitäten gebe.

„Diese Menschen kommen nicht hierher, weil sie Straftaten begehen wollen, sondern weil sie vor Kriegen und anderen schrecklichen Bedingungen geflohen sind“, so der Polizeichef.

Allerdings komme es durchaus zu Auseinandersetzungen unter Flüchtlingsgruppen in großen Erstaufnahmelagern wie in Uphusen oder Embsen, Dabei ging es etwa um Streitigkeiten bei der Essenausgabe oder auch religiöse Differenzen.

Solche Konflikte entwickelten sich fast unvermeidlich, wenn so viele Menschen aus unterschiedichen Herkunftsländern erstmals und noch dazu auf beengtem Raum zusammentreffen.

Die zahlreichen in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich aktiven Bürger hätten jedoch eine Menge auch dazu beigetragen, solchen Konflikte vorzubeugen oder sie abzumildern, lobte Strier.

Ebenso wichtig sei es nun, solche Großunterkünfte allmählich aufzulösen und die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.

Polizei-Kontaktbeamtin Katja Brammer berichtete aus der Integrations-AG des Präventionsrates unter anderem über Radtouren mit Flüchtlingen, aber auch von einer besonderen Aktion zum Vermitteln hiesiger Gebräuche.

So wurde bestimmten Flüchtlingen erklärt, dass es hier üblich sei, auch Frauen zur Begrüßung die Hand zu geben. Wenn die Betreffende dann freundlich lächele, bedeute es nicht, dass sie ihr Gegenüber eventuell heiraten möchte.

la

Rubriklistenbild: © dpa

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