Die Tücken der Toilette und die Unfähigkeit zur Freude

Klapp- und Plappermaul Momsen spricht über Streit, Wut und Aufregung

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Zum Glück gibt es ja das Auto, um richtig Ärger abzulassen, meint Momsen. 

Achim - Von Ingo Schmidt. Zum Saison-Auftakt ihrer Veranstaltungsreihe „Statt ins Bett, ins Kabarett“ hatten die Comedy-Verantwortlichen im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) am Sonntag einen norddeutschen Hochkaräter zu Gast: Gleich zwei Mal, wegen großer Nachfrage, jeweils um 15.30 Uhr und 19 Uhr, präsentierte der aus Baden stammende Wahlhamburger Detlev Wutschik alias Werner Momsen sein neues Programm. In „Schaum vorm Mund“ schwadronierte er über Sanitäranlagen, Limbisches System und Autofahrer.

Mit seiner schnoddrigen Art kam Momsen ohne Umschweife zur Sache und sprach sich seinen Ärger von der Seele. „Was ist schiefgegangen seit der Vertreibung aus dem Paradies?“, fragte Wutschiks Alter Ego und antwortet gleich selbst: „Der Apfel der Erkenntnis muss wohl gespritzt gewesen sein.“ Eine solche Entwicklung könne wohl keiner gewollt haben. „Weshalb muss sich der Mensch so oft aufregen?“, fragt Wutexperte Momsen und machte sich auf der Bühne richtig Luft – aber er suchte auch nach Lösungen.

Zunächst nahm der „Schaumträger“ die Sanitär-Mafia aufs Korn, die sich zum Verdruss der zahlreichen Toiletten-Nutzer immer neue Innovationen für den Abort einfallen lasse. Das Abenteuer beginne mit der Wahl der richtigen Tür. „Früher stand da ‘Sie´ und ‘Er´ und alles war gut“, blickt Momsen zurück. „Aber jetzt gibt es ständig neue fantasievolle Piktogramme.“ Und wenn man endlich drin sei, finde man keinen Lichtschalter.

Die Tücken der Toilette

Detailreich beschreibt der Puppen-Onkel die Tücken einer Sensorschaltung: So habe er einmal in einer öffentlichen Toilette länger auf der Schüssel gesessen, als es die Sitzungsnorm geböte und plötzlich sei das Licht ausgegangen. Mit runtergelassenen Hosen habe er versucht, den Sensor am Eingang zu aktivieren und musste dabei manch peinliche Situation bewältigen.

„Warum können wir uns so schlecht freuen und müssen uns immer aufregen?“ – Solchen und ähnlichen Fragen begegnet der Hobby-Philosoph des Weiteren. Evolutionstheoretisch habe Aufregung seinen Nutzen, denn wenn sich Säuglinge in Rage schreien, merken beispielsweise Eltern, dass dem Kinde etwas fehle. „Wer aber immer aus der Haut fährt, findet irgendwann nicht mehr zurück“, gibt der Fachmann zu bedenken. Verantwortlich sei das Limbische System, das der Verarbeitung der Emotionen im Gehirn diene sowie die Amygdala zur Speicherung der Gedächtnisinhalte. Beide seien leider mangelhaft ausgestattet. Zum Glück gebe es das Auto: dort werde viel Ärger an der Innenseite der Windschutzscheibe zurückgehalten.

Moderne Ventile zum Stressabbau

Aber Momsen weiß Rat und nennt moderne Ventile zum Stressabbau wie Klangschalen schlagen oder Ausmalen von Mandalas. Er selbst habe sich eine Yoga-CD aus einer Apotheken-Zeitung liefern lassen und demonstriert anschließend die Kraft des Frei-Atmens unter Einbeziehung des Beckenbodens. Auf dem Meditationskissen oder der Stuhlkante entspannt aufrecht sitzend, atmet Momsen bei geschlossenen Augen entspannt durch, um schließlich den eigenen Körper zu spüren und bei sich selbst anzukommen.

„Mit Atmen kann man sich selbst sauber machen bis in den Mittelbereich“, weiß der Puppenmann. „Aber man darf dabei den Atem nicht gleich wieder hinten rauslassen“, empfiehlt er.

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