Anbau für Vereinsheim

TSV Bierden plant Gymnastikhalle für modernes Sportangebot

Kathrin Bock an der Ballettstange im oberen Trainingsraum, der sich wegen der Dachbalken und -schrägen nicht für alle Sportarten eignet.
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Kathrin Bock an der Ballettstange im oberen Trainingsraum, der sich wegen der Dachbalken und -schrägen nicht für alle Sportarten eignet.

Bierden – Der TSV Bierden will anbauen und sein Vereinsheim an der Straße „Hinter der Bahn“ um einen Gymnastikraum erweitern. Denn der vor etwa zehn Jahren eingerichtete Trainingsraum im Obergeschoss eigne sich nicht für alle Kursangebote der Turnabteilung, weiß Spartenleiterin Kathrin Bock. Für einige nutzt der Verein bereits Schulhallen, etwa die Paulsberg- und die Realschulhalle. Dort könnte sich mit Einführung der Ganztagsschulpflicht 2023 die bisherige Platznot verschärfen. „Wir möchten einen Raum, den wir autark nutzen können und der barrierefrei ist“, bringt es Kathrin Bock auf den Punkt.

Geplant ist eine ebenerdige, 157 Quadratmeter große Halle mit großzügiger Deckenhöhe. Der Verein rechnet mit Kosten in Höhe von 250 000 bis 300 000 Euro. Der Anbau wäre förderfähig durch den Landessportbund (LSB) und den Landkreis Verden sowie die Stadt Achim. Da die Förderung von LSB und Landkreis aber von der Zusage der Stadt abhängt, hat der TSV Bierden dort zunächst eine Fördersumme von 83 000 Euro beantragt. Wenn der Stadtrat sein Okay gibt, würde der Verein sogar in Vorleistung gehen, um das Projekt möglichst bald umzusetzen. „Wenn wir Gewissheit über die Finanzierung haben, würden wir Ende 2022 starten“, so Bock.

Bislang hat die Achimer Kommunalpolitik das Bauvorhaben wohlwollend aufgenommen. Kathrin Bock hofft, dass nach den zuständigen Fachausschüssen auch der Stadtrat das Projekt abnicken wird. Seit Kurzem sitzt auch die Bierdenerin für die SPD im Stadtrat.

Entwurf für den Anbau: vorne die neue Halle, die das 349 Quadratmeter große Vereinsheim um 157 Quadratmeter erweitern würde.

Seit Jahren muss der rund 1000 Mitglieder starke Verein, davon etwa 660 Turner, mit Fitnessstudios konkurrieren. „Bis auf Kampfsport haben wir fast alles“, sagt Bock. Dennoch falle es manchen Leuten schwer, sich mit einem monatlichen Mitgliedsbeitrag an einen Verein zu binden. Für den Zutritt zum Kraftraum im Fitnessstudio werde eine langfristige Vertragsbindung eher in Kauf genommen. „In dem neuen Gymnastikraum wollen wir daher auch Angebote schaffen, die ein bisschen an die eines Fitnessstudios erinnern“, sagt Fritz Zümendorf, Vorsitzender des TSV Bierden. Durch die Einführung der Ganztagsschulen werde spätestens ab 2023 auch an Schulen nachmittags Sport angeboten und die freie Zeit der Schüler weiter eingeschränkt. „Es ist möglich, dass Sportvereine dann nicht mehr so nachgefragt werden“, ergänzt Zümendorf.

So weit die Planung: Wo Fritz Zümendorf, Vorsitzender des TSV Bierden, steht, soll der Anbau für das Vereinsheim entstehen.

Dies werde sich auch auf die bislang schon angespannte Hallensituation auswirken: „Die Hallen sind voll“, sagt Kathrin Bock. „und für moderne Angebote, wie Hip-Hop oder Akrobatik, ist nicht genug Platz in den bisherigen Räumen des Vereinsheims.“ Der Trainingsraum im Dachgeschoss könne nur von zwölf Leuten zur selben Zeit genutzt werden, „und in Pandemie-Zeiten sogar weniger“, fügt Bock hinzu. Außerdem benötige der TSV Bierden für Akrobatik und Ähnliches eine gewisse Deckenhöhe, Sicherungsmöglichkeiten und einen gelenkschonenden Schwingboden.

Gerade für kleine Kinder sollte sich das Sportangebot zudem in der Nähe befinden, findet Bock. Denn es sei nicht sinnvoll, dass sich Elterntaxis vor Schulturnhallen ballten, weil Kindern aus Bierden der Fußweg zum (örtlich ausgelagerten) Sportkurs zu weit sei.

Mit der Gymnastikhalle direkt im Vereinsheim könne der TSV Bierden zudem die Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen vertiefen. „Seit Jahren arbeiten wir mit dem TB Uphusen zusammen“, erklärt Fritz Zümendorf. Als während der Flüchtlingskrise 2015/16 die Embser und die Uphuser Sporthalle als Unterkünfte dienten und daher nicht für das Training zur Verfügung standen, stellte der TSV Bierden den Vereinen aus den anderen Ortsteilen den Gymnastikraum im Dachgeschoss zur Verfügung. Auch die Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportverein (AAS) habe viel in Sachen Zusammenarbeit der Vereine und Geldvergabe ins Rollen gebracht. Mithilfe eines von der AAS vermittelten Zuschusses konnte der TSV Bierden Ballettstangen anschaffen, und bietet seitdem Ballett für verschiedene Altersklassen an.

Weitere Info

www.tsv-bierden.de

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