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Thomas Grein sammelt drei Tage lang Abfall in der Achimer und Bierdener Marsch

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Von: Dennis Bartz

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Packt lieber zu, anstatt zu meckern: Thomas Grein.
Packt lieber zu, anstatt zu meckern: Thomas Grein. © Bartz

Achim – Die Hände, Arme und Beine von Thomas Grein sind voller Schrammen und Kratzer. Drei Tage lang streifte der 42-Jährige durch die Achimer und Bierdener Marsch, um Müll aufzusammeln, den andere achtlos in die Natur geworfen hatten. Dafür griff er auch tief hinein in Sträucher, deren Dornen Spuren in seiner Haut hinterlassen haben.

Der Außendienstmitarbeiter eines Herstellers von Hunde- und Katzenfutter ist gerne in der Natur unterwegs, und es ärgert ihn, wenn am Wegesrand und im Grünen Abfall liegt: „Ich gehöre aber nicht zu den Menschen, die Energie dafür aufwenden, um zu jammern und zu mosern – ich packe lieber an.“

Und das tat er. Als er kürzlich drei Tage frei hatte, nutzte er den Urlaub nicht etwa, um sich zu entspannen, sondern schnappte sich eine Rolle Müllsäcke und einen Abfallgreifer und machte sich auf den Weg.

Sobald ein Sack voll war, deponierte er diesen am Straßenrand und wies mit einem Zettel darauf hin, dass es sich um eine private Müllsammel-Aktion handelte. „Ich bin die Strecke später abgefahren und habe die Säcke eingesammelt“, berichtet Grein, der die Abende damit verbrachte, den Müll zu sortieren und mit Regenwasser zu reinigen.

Tiere können Plastikteile verschlucken oder sich verletzen.

Thomas Grein

Er war selbst überrascht, als er sah, wie viel Müll in den drei Tagen zusammengekommen war: insgesamt zehn prall gefüllte Säcke mit Verpackungsmüll, Bonbonpapier, Kaugummidosen und zahlreichen Flaschen und Dosen. „Mehr als acht Euro Pfand habe ich bekommen. Eine Flasche lag schon 20 Jahre dort. Außerdem hatte jemand seinen Grill in der Natur entsorgt“, kritisiert Grein.

Während seiner Touren ist ihm aufgefallen, dass es entlang der Wege nur wenige Mülleimer gibt und diese anscheinend nur selten geleert werden. „Besonders in der Bierdener Marsch wäre es schön, wenn es dort zwei, drei weitere Behälter geben würde“, so Grein, der erzählt, dass seine Sammelaktion bei den Spaziergängern sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen habe: „Die meisten haben mich ignoriert und wohl gedacht: ,Was ist das denn für ein Typ?‘. Viele haben sich aber auch bedankt und fanden toll, was ich mache.“ Ihm sei es auch um den Tierschutz gegangen: „Tiere können Plastikteile verschlucken oder sich daran verletzen.“

Wenn er zu Spaziergängen in die Natur aufbricht, lässt er sein Smartphone zu Hause: „Ich genieße stattdessen lieber die Natur und schaue Rehen beim Mümmeln in der Sonne zu.“

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