Team aus Achimer Autohaus bewältigt gemeinsam „1. Suzuki Lake Run Bremen“

Ab durch Dreck und Kälte

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Dreckig, aber glücklich – so könnte man diesen Gesichtsausdruck deuten. Na, solange die Sonnenbrille noch sitzt...

Achim - Von Lisa Duncan. Quälgeist, Taufbecken, Schleimer und Betonkriecher – was sich anhört wie Folterwerkzeuge sind die Namen der Aufgaben, die die Teilnehmer beim „1. Lake Run – dem härtesten Lauf Bremens“ bewältigen sollten. Bei diesem Wettbewerb, der mit Bestzeit und Selbst-Optimierung nur recht wenig gemein hat, besteht die wahre Herausforderung darin, drei Stunden lang angesichts von Dreck, Schlamm und Kälte gegen den inneren Schweinehund anzukämpfen. Ein zehnköpfiges Team des Suzuki-Autohauses aus Achim war am vergangenen Wochenende mittendrin.

Als Ralf Osmers, Inhaber von Micheel Auto-Service in Embsen, davon hörte, dass der „Lake Run“ (mit Hauptsponsor Suzuki) nach sechs Jahren in Möhnesee (Nordrhein-Westfalen) nun auch in Bremen-Hoope an den Start geht, fackelte er nicht lange – und meldete seine gesamte Belegschaft für diesen besonderen Betriebsausflug an.

Im Hoope-Park bei Wulsbüttel lautete am Sonnabend die Aufgabe, acht Kilometer mit 44 Hindernissen unfallfrei zu überstehen. Also immer vorwärts, durch Betonrohre robbend, auf einem Seil über Wasserlöcher balancierend oder gleich durch diese hindurch schwimmend.

Der sportlichen Vorbereitung hatten die Autohaus-Mitarbeiter keinen größeren Wert beigemessen. „Wir haben uns gesagt: Wir sind hier, weil wir Spaß haben wollen“, bringt es Osmers auf den Punkt. Um Höchstleistungen sei es ohnehin nicht gegangen, sondern um Teamarbeit. So stellte die Gruppe bei jedem Hindernis sicher, dass alle sich gegenseitig helfen und niemand zurückgelassen wird. Das schloss manchmal auch konkurrierende Teams mit ein.

Die Konsequenz: „Wir haben ein Lake Walk draus gemacht“, sagt Ralf Osmers und grinst breit. Allen Teilnehmern stand ein Zeitfenster von sechs Stunden zur Verfügung. Zwei Stunden und 40 Minuten brauchte das Team aus Achim.

In (noch) sauberen Sachen präsentiert sich das Team kurz vor dem Start: Liam Grunau, Artur Schneider, Florian Fischer, Torsten Osterholz, Uwe Esselmann, Christian Müller, Jalina Oetjen, Ralf Osmers, Juri Bejlis und Brian Santiago (v.l.).

Dabei waren drei Distanzen möglich: acht, zwölf und 20 Kilometer. Vier Kilometer lang mit 22 Hindernissen war die vorbereitete Strecke auf dem Motocrossplatz im Hoope Park. Darum mussten die acht Kilometer in zwei Runden gelaufen werden. Darin enthalten: jeweils drei Wasserlöcher, eine Rutsche, ein Sprung übers Feuer sowie mehrere glatte Holzwände, die das Gros der Teilnehmer nur per Räuberleiter bewältigen konnte.

Dabei gab es auch Überraschungen. „Die Wände waren gar nicht so schlimm. Aber das kalte Wasser hat körperlich dermaßen geschlaucht. Unser Lehrling hat beim zweiten Wasserloch Schnappatmung gekriegt. Und das Schlammloch danach war auch kräftezehrend“, erzählt Osmers. Ihn selbst plagten in der zweiten Runde Wadenkrämpfe. Doch Aufgeben war keine Option. Etwas Magnesium half über das Gröbste hinweg.

Am Ende hatte jeder in dem zehnköpfigen Team mindestens eine Runde bewältigt. „Die sind alle über sich selbst hinausgewachsen“, betont Osmers. Abends beim gemeinsamen Grillen hatten sich alle im Läuferteam noch viel zu erzählen. „Das sind Geschichten, die vergisst man nicht so leicht“, so Osmers.

Wie der Veranstalter auf der Facebook-Seite schreibt, soll das Event 2016 wiederholt werden – wenn auch möglicherweise in Schwanewede. Keine Frage allerdings ist, dass das Suzuki-Team aus Achim wieder mit dabei sein wird.

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