Oliver Schwemmert möchte mit seinen Geschichten mehr als nur unterhalten

„Tatsächlich ist das alles todernst“

Oliver Schwemmerts Erstlingswerk beginnt an der Bremer Uni, wo der Autor ein Physiksemester besucht hat. Foto: Schmidt

Achim - Von Ingo Schmidt. In diesem Jahr hat Oliver Schwemmert in einem Abstand von nur wenigen Wochen gleich zwei Bücher im Eigenverlag veröffentlicht – beides Erstlingswerke. „Weitere werden folgen“, verspricht der Achimer. Die Inspiration zum Auftaktroman „Fairbrain“ sei ihm Mitte vergangenen Jahres gekommen und nach einer kurzen Schreibpause bereits im Februar fertig gewesen. Sein zweites Buch mit dem Titel „Wie bastle ich mir einen Psychopathen“ habe er innerhalb von nur einer Woche geschrieben.

Deutlich mehr Zeit benötige er regelmäßig für das Lektorat. „Die Ideen kommen mir quasi tagtäglich“, erklärt der 51-Jährige, „und sind größtenteils autobiografisch geprägt.“ Der gelernte Radio- und Fernsehmeister musste 2013 seine Selbstständigkeit aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen und fand im Schreiben einerseits eine sinnvolle Beschäftigung und zweitens ein Ventil für zurückliegende Negativerlebnisse. Schwemmert blickt auf zwei geschiedene Ehen, mit drei Kindern.

Die Kommunikation in solchen Trennungssituationen verlaufe nicht immer optimal, weiß der Nachwuchsautor. Seine Erzählungen behandeln darum oft Themen wie Trennung, Scheidung und Rosenkriege. „Meine Bücher faszinieren durch perfiden, hintergründigen Humor“, beschreibt der Autor ein besonderes Merkmal, „aber tatsächlich ist das alles todernst.“

Das Schreiben habe er erst spät für sich entdeckt, aber es liege ihm: Seine Geschäftskorrespondenzen beispielsweise seien stets ganz ordentlich gewesen. Darauf habe er aufgebaut und die gute Resonanz auf erste Versuche habe ihn ermutigt weiterzumachen. Herausgekommen ist eine ehrliche Gegenwartssprache, authentisch und ansprechend. „Ich möchte tiefgründige und gut durchdachte Geschichten liefern“, sagt Schwemmert.

Wer sich Fairbrain vornehme, müsse deshalb den Überblick bewahren können. Der Autor selbst habe diesen manchmal verloren: „Ich schreibe ohne ein klares Konzept und bin bei der Arbeit zeitweise selbst nicht mehr durchgestiegen.“ Fairbrain ist ein Science-Fiction Roman – im Stil einer Zeitreise, aber irgendwie auch nicht. Ein Verwirrspiel auf rund 350 Seiten um wechselnde Perspektiven und scheinbar unterschiedliche Realitäten.

Das zweite Buch „Wie bastle ich mir einen Psychopathen“ hat lediglich 150 Seiten, aber bereits zahlreiche Freunde gefunden. Der tiefschwarze Humor lasse den Leser über ein schwieriges Thema schmunzeln, aber mache auch nachdenklich, denn in den arglistigen Handlungen könne stets ein Stück Wahrheit stecken. Ideal für Beziehungsgeläuterte, die nach der Trennung durch die Hölle gehen mussten, oder solche Menschen kennengelernt haben. „Ich möchte andere Menschen mit meinen Themen erreichen und mit meinen Büchern einen Nutzen liefern“, fasst Schwemmert seine Intention zusammen.

Ein drittes Buch hat der Vielschreiber schon fertiggestellt und Material für fünf weitere bereits niedergeschrieben. Sein nächster Titel „Elterntagebuch“ soll als eine Art Leitfaden die Kommunikation von Trennungseltern erleichtern.

Mit nützlichen Vorlagen für Vollmachten in Angelegenheiten der Kinder sowie Umgangsprotokollen, damit Fehler sich nicht wiederholen oder etwa üble Fantasien aufstauen.

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