Projekt „Medien-Schlau“

Suchtgefahren für die Kinder und Unkenntnis der Eltern in digitaler Welt

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Fachstellenleiterein Heike Gronewold (li. und Regina Haack ziehen Bilanz zum Projekt „Medien-Schlau“: Eltern müssen Schritt halten und sollten ihre Kinder auf dem Weg ins digitale Zeitalter besser anleiten, sagen sie.

Achim - „Medien-Schlau“ heißt ein Projekt, das die in Achim beheimatete Fachstelle für Sucht in Szene gesetzt hat. Von März 2014 bis März 2016 führte die Sozialpädagogin Regina Haack Informationsveranstaltungen zum Thema Medienkonsum für Eltern an Kindergärten und Schulen durch und zog nun vor Pressevertretern eine positive Bilanz: Dem Bedürfnis vieler Eltern nach Handlungssicherheit in Bezug auf die Begleitung ihrer Kinder in der digitalen Welt, seien die Veranstaltungen entgegen gekommen.

Die Eltern als Zielgruppe zu wählen, sei die richtige Entscheidung gewesen, denn sie erreichten ihre Kinder täglich. „Wegen ihrer großen und permanenten Verfügbarkeit bergen Medien ein erhebliches Suchtpotenzial bei Kindern und Jugendlichen“, erklärt die Pädagogin, „gleichzeitig können Eltern die Gefahren selten richtig einschätzen und sind unsicher, weil sie selbst wenig Erfahrung mit exzessivem Medienkonsum haben.“

Das Einstiegsalter sinke kontinuierlich, somit seien die negativen Auswirkungen übermäßiger Nutzung von Bildschirmmedien zunehmend auch im Kindergartenalter zu finden.

„Wenn wir früher Langeweile hatten, kam irgendwann ein kreativer Gedanke und wir haben uns beschäftigt“, erklärt die 50-Jährige weiter, „heute greifen Kinder zum Smartphone, gehen online und vergessen Raum und Zeit. Die Gefahr: Dabei blenden sie familiäre und persönliche Probleme dauerhaft aus.“

Das Projekt der Fachstelle Sucht und Suchtprävention des Kirchenkreises wurde durch Mittel der Evangelischen Landeskirche Hannover gefördert. Das Konzept stammt von Regina Haack selbst, und die Achimerin hatte im persönlichen Kontakt Erzieherinnen und Lehrer für Infoabende an den Bildungsinstitutionen interessiert: An fünf Kitas und 22 Schulen des Landkreises referierte sie vor insgesamt 779 Eltern, und beinahe alle Teilnehmer hätten die Hinweise als hilfreich bewertet. Die Informationsabende richteten sich an die Eltern, weil sie die Weichenstellung vornehmen und so die Kinder davon am besten profitieren.

Wieviel Medienkonsum ist vertretbar und wann sind Kinder gefährdet? Haben die Kinder Freunde, sind sie gesellschaftlich integriert? Wie kann man einem exzessiven Medienkonsum vorbeugen oder Kinder zu weniger anleiten? Wie lassen sich Risiken erkennen und Grenzen setzen?

Solche Fragen beantwortet Regina Haack. Gleichzeitig ruft sie dazu auf, die Interessen der Kinder zu begleiten. Eltern sollten ihre Vorbildfunktion nicht vergessen und Selbstkontrolle vorleben sowie nach Möglichkeit feste Zeiten vorgeben. „Medien sind verführerisch für alle, aber die Eltern müssen sich überwinden und mit ihren Kindern in den Ring steigen“, fasst die Sozialpädagogin zusammen.

„Die rasante Entwicklung der Bildschirmmedien und deren Verbreitung wird unsere Gesellschaft weiterhin beschäftigen.“ Zurzeit arbeitet Regina Haack an einem neuen Projekt für Kinder der fünften und sechsten Klassen zum Thema WhatsApp „Klick dich ins Leben“.

Für Fragen und weitere Informationen bietet die Fachstelle Sucht und Suchtprävention eine Mediensprechstunde: Immer am letzten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr in der Achimer Feldstraße 2 oder nach Vereinbarung. Tel.: 04202/881505.

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