Fachstelle für Sucht und Suchtprävention 

Offen für alle, die beraten oder behandelt werden möchten

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Heike Gronewold, Leiterin der Fachstelle Sucht und Suchtprävention (links), mit ihrer Stellvertreterin, Psychologin Kerstin Dohmeyer-Mehlan. Insgesamt gehören zwölf hauptamtliche Kräfte, einige in Teilzeitarbeit, zum Stammteam. 

Achim/Verden - „Extrem gestiegene Alltagsanforderungen“ seien ein Hauptgrund dafür, dass immer mehr Menschen mit „Doppeldiagnose“ zur Fachstelle für Sucht und Suchtprävention kommen.

Die Betreffenden seien nicht nur abhängig von Suchtmitteln, durch die sie sich Stress-Linderung versprechen, sondern es kommen psychische Erkrankungen wie Depressionen, bipolares Verhalten oder narzistische Störungen dazu.

Von dieser Entwicklung berichtete Heike Gronewold, Leiterin der an den Standorten Achim und Verden zu findenden Fachstelle des Diakonischen Werkes der evangelischen Landeskirche. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin, der Psychologin Kerstin Dohmeyer-Mehlan, ging sie im Pressegespräch auf die aktuelle und künftige Arbeit der Einrichtung näher ein.

Psychologische Beratung durch Fachkräfte ist ebenso möglich wie ambulante Behandlung Betroffener. „Unsere Sprechstunden stehen allen Bürgern im Landkreis offen“, betonen beide Frauen.

37 Prozent aller Suchtstellen-Klienten – der mit Abstand größte Teil – haben Probleme mit der legalen Droge Alkohol. Illegale Drogen folgen laut Statistik von 2015 mit 17,9 Prozent. Dahinter rangiert „pathologisches Glücksspiel“ – 5,61 Prozent.

Meistens würden Menschen mit Alkoholproblemen durch sanften oder stärkeren Druck zur Suchtstelle geschickt – von der Ehefrau, vom Arbeitgeber oder dem Arzt. Dass jemand aus eigenem Antrieb erscheint – „Ich glaube, ich trinke zuviel und muss da was machen“ – sei nicht so häufig. Eigenmotivation, mit dem Trinken aufzuhören, entwickele sich aber in der fachlich betreuten Gruppe während der Therapiezeit, die sich bis zu einem Jahr erstrecken kann.

Natürlich gibt es enge Kontakte zu Selbsthilfegruppen wie Anonymen Alkoholikern oder „Blaukreuz“. In schweren Fällen wird zur stationären Therapie überwiesen.

Prävention, also Vorbeugung, steht bei neueren Projekten im Vordergrund, die sich an Schüler und Eltern wenden oder sogar schon im Kindergarten laufen.

Titel wie „Klick Dich ins Leben“ oder „Medien Scheu“ deuten an, um welche drohende Sucht es geht. Schon frühzeitig soll der Nachwuchs auf angemessenen Umgang mit den neuen Medien vorbereitet und verhindert werden, dass das Smartphone den ganzen Tag über am Ohr klebt oder das Computerspiel-Zimmer nicht mehr verlassen wird. Gegenmittel sind Einüben sozialer Kompetenz im Zusammenleben und interessante Freizeitaktivitäten.

Essstörungen wirkt das „Genusstraining“ entgegen, bei dem es etwa gilt, ein Stück Schokolade erst auf der Zunge zergehen zu lassen und nicht gleich hastig hinunterzuschlingen.

Auch zur Therapie der wachsenden Zahl von Glücksspielabhängigen stehe ein kompetenter Kollege zur Verfügung, betonen Heike Gronewold und ihre Leitungskollegin. Gerade diese Sucht treibe oft ganze Familien in den Ruin oder die unter DauerHochspannung stehenden Spieler bis in den Selbstmord.

Eng ist die Abstimmung mit dem auf den Bereich psychische Störungen konzentrierten sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises, und als aktuelles Vorhaben bietet die Suchtstelle gemeinsam mit der AOK ein Gesundheitsprogramm zum Stressmanagement und, wie berichtet, einen Kurs zur Rauchentwöhnung am 21. Oktober. Auch ein in den USA entwickeltes, schon bewährtes Akupunktur-Verfahren zur Suchtbekämpfung gehört zum Angebot.

Die Fachstelle Sucht an der Achimer Feldstraße 2 ist telefonisch unter 04202/8798 beziehungsweise unter E-Mail suchtberatung-achim-verden@evlk.de oder im Internet erreichbar. 

la

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