Desma legt als ökologische Ausgleichsmaßnahme Streuobstwiese an

Strukturelle Vielfalt statt Monotonie

Wichtige Hinweise gibt Obstbaumexperte Ulrich Ringe. Desma-Geschäftsführer Christian Decker (r.) und die Mitglieder der Achimer und Uesener Freiwilligen Feuerwehr hören aufmerksam zu.
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Wichtige Hinweise gibt Obstbaumexperte Ulrich Ringe. Desma-Geschäftsführer Christian Decker (r.) und die Mitglieder der Achimer und Uesener Freiwilligen Feuerwehr hören aufmerksam zu.

Achim – Nach Möglichkeit nachhaltig, klimagerecht und umweltfreundlich produzieren und handeln – so lautet das erklärte Ziel der Verantwortlichen des Unternehmens Desma Schuhmaschinen. Weil die Firma für den opulenten Neubau an der Desmastraße rund 80 Bäume entfernen musste, wurde nun am Samstag eine Ausgleichspflanzung vorgenommen. „Wir möchten unserer Verpflichtung selbstverständlich nachkommen und die Bäume ersetzen“, erklärt Christian Decker vom Geschäftsführer-Duo des Achimer Traditionswerkes. Diese Verordnung verlange ebenso viele neue Bäume, wie gerodet wurden. Das Unternehmen setzt dabei auf strukturelle Vielfalt.

Bereits in einem ersten Schritt wurde auf einem Erdwall im westlichen Bereich des Betriebsgeländes, nahe der Bahnlinie, eine Wildblumenwiese angelegt, die dort weiterhin bestehen bleiben soll. In einem weiteren Schritt wurden nun eben dort mit Unterstützung von Ulrich Ringe, Projektleiter der „Streuobstwiese Achimer Marsch“ vom Naturschutzbund (Nabu), und den Jugendfeuerwehren Achim und Uesen Obstbäume gepflanzt. „Damit erfüllen wir aber erst 40 Prozent der nötigen Neuanpflanzung“, erklärt Koordinator Daniel Arndt. Im dritten Schritt sollen noch in diesem Herbst weitere Bäume auf dem Firmenareal folgen, darunter Eichen, Hainbuchen, Kiefern, Sommerlinden und Säuleneichen.

Aber nicht nur Achims Baumbestand profitiert vom morgendlichen Arbeitseinsatz, auch die acht Jugendlichen, denn die Pflanzhilfe geht als Aufgabenbereich „Soziales Projekt“ in den Ausbildungsnachweis „Jugendflamme Stufe III“ ein. Desma-Mitarbeiter hatten bereits Löcher gebohrt und Stutzpfähle gesetzt. Der Pflanztrupp musste nur noch den Aushub mit Mist vermischen, die 27 Jungbäume einsetzen und einschlämmen sowie fachgerecht anbinden. Damit das ordentlich geschah, demonstrierte Streuobstwiesen-Experte Ulrich Ringe, was zu tun sei. Dabei lernten die Jungen beispielsweise, dass ein Obstbaum aus zwei Teilen besteht: Der sogenannten Unterlage und dem daraufgesetzten „Edelreis“ der jeweiligen Obstsorte. Die Schnittstelle dürfe keinesfalls mit Erde bedeckt sein, lehrte der Fachmann.

Die Anlage, für die das Unternehmen rund 7000 Euro investierte, wurde sehr genau geplant: Hochstämmige und mittelstämmige Obstsorten wurden nach einem Plan so gesetzt, dass alle ausreichend Licht bekommen, sobald die Sonne aufgeht. Bei der Auswahl der Sorten richtete sich Arndt nach der Achimer Geschichte. Das Königreich Hannover mit Verbindung zum britischen Königshaus spiegelt sich darin genauso wider wie die preußisch geprägte Ära.

Unter den 18 Apfelsorten finden Obstfreunde den Celler Dickstiel genauso wie den Tietjen Apfel, Kaiser Wilhelm, Prinz Albrecht von Preußen oder den Ribston Pepping. Aber nicht nur Apfelbäume bevölkern die Wiese, auch Zwetschgen, Kirschen, Sauerkirschen und Mirabelle bereichern den Fundus.

Von Ingo Schmidt

Auf die fachgerechte Pflanzung kommt es an. Ulrich Ringe und Daniel Arndt (v.l.) demonstrieren, wie es geht.

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