JUGENDARBEIT WÄHREND DER PANDEMIE: Sparte des TSV Achim weicht auf Outdoor-Training aus

Strenge Vorgaben für Turner

Normalerweise veranstaltet die Turnsparte ihren Kinderferienspaß in der Turnhalle, was aber in der Corona-Krise nicht möglich ist. Die Schatzsuche in der Vogelsiedlung war für Betreuerin Femke Gerken, die Turnerinnen Carolin und Amelie sowie Übungsleiterin Jennifer Rauch und weitere Kinder ein willkommenes Alternativangebot als Ergebnis gemeinsamer Überlegungen.
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Normalerweise veranstaltet die Turnsparte ihren Kinderferienspaß in der Turnhalle, was aber in der Corona-Krise nicht möglich ist. Die Schatzsuche in der Vogelsiedlung war für Betreuerin Femke Gerken, die Turnerinnen Carolin und Amelie sowie Übungsleiterin Jennifer Rauch und weitere Kinder ein willkommenes Alternativangebot als Ergebnis gemeinsamer Überlegungen.

Achim – Sportvereine ächzen extrem unter den Kontaktbeschränkungen. Weil Leibesübungen in geschlossenen Räumen auch nach den ersten Lockerungen nur sehr eingeschränkt stattfinden können, leiden viele Aktive im Hallensportbereich anhaltend unter der Corona-Pandemie. Häufig wechselnde Vorgaben und sehr unterschiedliche Voraussetzungen fordern von den Ehrenamtlichen im Verein hohes Engagement und Kreativität bei den individuellen Maßnahmen. Beispielhaft zeigt die Turnabteilung des TSV Achim den besonderen Aufwand, den die Übungsleiter betreiben müssen, um ihren Turnnachwuchs bei der Stange zu halten.

Im Bereich Kinder und Jugend zählt die TSV-Abteilung derzeit zehn Gruppen, angefangen bei Krabbelkindern im Alter von einem Jahr bis hin zu altersübergreifenden Gruppen bis 18 Jahre. „Außerdem bewegen wir Kinder und Jugendliche auch beim Kindertanzen und Inlineskaten“, beschreibt Jennifer Rauch das Angebotsspektrum. Bei allen Überlegungen zum Umgang mit den Kontaktbeschränkungen konnte die Turnsparte nicht einheitlich vorgehen, „denn jede Gruppenzusammensetzung ist anders, und jeder Übungsleiter hat auch andere Vorstellungen und Möglichkeiten“, erklärt die zweite Vorsitzende der Turnabteilung weiter.

Während der Zeit des vollständigen Lockdowns hätten die Jugendbetreuer der Turnsparte in einer sogenannten Zoom-Sitzung Ideen zusammengetragen und nach Lösungen gesucht. Viele Übungsleiter hätten zunächst den Kontakt zu den Gruppen über soziale Netzwerke aufrecht erhalten: Trainingspläne wurden verschickt oder ein Videotraining realisiert. Zusätzlich nahmen die Kunstturnerinnen an einem virtuellen Wettkampf um den „Corona-Pokal“ teil. „Dabei haben die Teilnehmerinnen verschiedene Aufgaben aus den Bereichen Kraft, Ausdauer und turnerischen Elementen absolviert, sich dabei gefilmt und diese Videos an die Trainerinnen geschickt“, erläutert Rauch den Wettstreit. „Wöchentlich gab es dann eine Bewertung und ein Ranking.“

Im Kindertanzbereich wechselten die Übungsleiterinnen schließlich vom Videotraining zum Livestream und lieferten ab Ende Mai wöchentlich 30 Minuten Live-Training vor dem Bildschirm. Dieses Angebot war als Online-Kurs ausgeschrieben und auch für weitere Kinder offen. Seit Mitte Juni ist das Training wieder draußen auf dem Sportplatz möglich. In Kleingruppen aufgeteilt und mit verringerten Trainingszeiten, starteten zuerst die Mädchenturngruppen und die Kunstturnerinnen. „Wir mussten uns in diesem Fall an die strengen Vorgaben des NTB halten“, benennt die 34-Jährige die Weisungen des Landesverbandes. Deshalb trainierten dort nur Kinder ab dem Schulalter, die sich selbstständig an die Regeln halten können.

„Das Outdoor-Training ist aber nicht vergleichbar mit einem Training an Geräten“, beklagt Übungsleiterin Rauch. Weiterhin hätten deshalb nur Kraft, Ausdauer und einfache Turnelemente auf dem Programm gestanden. Für Vorschulkinder wurde das Training nur im Eltern-Kind-Verband empfohlen, deshalb habe es ab Mitte Juli bei den Kindertanzgruppen ein Eltern-Kind-Outdoor-Tanzen auf dem Sportplatz gegeben. Die Sperrung des Sportplatzes und der angrenzenden Flächen habe den Turnern dabei zusätzliche Probleme bereitet. „Leider erreichen wir mit unseren Maßnahmen nicht alle Kinder“, bedauert Rauch.

Die vereinseigenen Hallen seien sehr klein und erschwerten eine Wiederaufnahme des Indoor-Betriebs. „Das eigentliche Geräteturnen ist für Turnvereine aufgrund der geltenden Vorschriften schwer bis gar nicht umsetzbar“, ergänzt Rauch. „Die Vorschriften zur Benutzung von Hand- und Turngeräten schränken die Turner weiter ein. Wir müssen also sehr kreativ sein, wenn wir unser Angebot weiter hochfahren wollen.“

Von Ingo Schmidt

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