Heftige Debatte nach Gutachten

Schwimmlehrer, Sportler und Frühschwimmer rebellieren gegen Bäderpläne

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Während sich draußen ein Gewitter zusammenbraute, begrüßte Kirsten Jäger aus der Bädereiwesenabteilung der Stadt (rechts) im Ratssaal insgesamt um die 160 Besucher des „Bürgerdialog“-Termins zur Zukunft der Achimer Bäder. Auch hier gab es wenig später eine Art Donnergrollen in Form von scharfer Kritik an den vorgesehenen gravierenden Änderungen.

Achim - Das könnte den Tod des Schwimmsports in Achim bedeuten, befürchtete der Schwimmspartenleiter im TSV. Er werde keine Kurse für Kinder mehr anbieten können, sah der Betreiber einer Schwimmschule voraus. Und die Frühschwimmer rebellierten, weil sie nur noch an zwei statt bisher fünf Wochentagen willkommen wären.

Steffen Zorn, Bau- und Planungschef in der Verwaltung machte hingegen geltend, dass ein „Weiter so“ beim Bewirtschaften der Achimer Bäder „geradewegs in die Schließung führen würde“. Dass aber alle drei Einrichtungen – Freibad, Hallenbad Bergstraße, Schwimmhalle Uesen – unbedingt zu erhalten sind, war einhellige Meinung im Ratssaal.

Der war bei etwa 160 Besuchern rappelvoll bei der Bürgerdialog-Veranstaltung zum Bäder-Zukunftskonzept. Eine hitzige Diskussion entwickelte sich, bei der sogar die steigende Zahl ertrunkener Kinder und Jugendlicher als Argument gegen vorgesehene Einschränkungen in Achim angeführt wurde.

Im Bäder-Gutachten der Hamburger Unternehmensberatung Adam & Partner war unter anderem der auch personell strapaziöse Parallelbetrieb von Hallenbad und Freibad kritisch bewertet worden. Der Vorschlag, das Hallenbad daher im Sommer für vier Monate zu schließen, führte wegen des Verlusts von Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten zu heftigen Protesten auch von Vertretern der DRK-Wasserwacht. Der im Hallenbad ansässige Gastronom schloss sich an: Wenn vier Monate geschlossen sei, komme er geschäftlich nicht mehr über die Runden.

Nachsteuern noch möglich

Zorn und die für den Bereich Bäderwesen in der Verwaltung zuständige Kirsten Jäger machten zwar deutlich, dass noch „nachgesteuert“ werden könne bei der von der Stadt favorisierten Konzept-Variante. Gleichzeitig sei klar, dass der gesamte Bereich nach Art eines gewerblichen Betriebs geführt werden müsse, so Zorn. Das Bäderangebot gehöre zudem zu den freiwilligen Leistungen der Stadt, und es gebe darauf keinen gesetzlichen Anspruch, hatte Kirsten Jäger gleich zu Anfang betont.

Die von einem privaten Trägerverein geführte Schwimmhalle Uesen steht ökonomisch gesehen am besten da, verzeichnet keine Verluste und kostet die Stadt keinerlei Zuschuss. Die anderen beiden Bäder würden zwar gut instand gehalten und auch von den Betriebskosten her effektiv geführt, bescheinigte ihnen Unternehmensberaterin Kim Adam auf der Bürgerversammlung. Hingehen sehe das Eintrittsergebnis ziemlich schlecht aus, weil die Preise seit zehn Jahren nicht „angepasst“ worden seien. Beschäftigte hatten zudem in einem Mitarbeiter-Workshop mangelnden Teamgeist auch wegen ständigen Hin und Hers zwischen Hallen- und Freibad sowie Überlastung aufgrund der Personalpolitik beklagt.

Höhere Eintrittspreise Schluss mit Rabatten

Die Kompromiss-Variante des neuen Bäderkonzepts sieht nun vor, eine weitere volle Mitarbeiterstelle einzurichten – auch im Hinblick auf die im Sommer 2019 geplante Neueröffnung des Freibads als Familienbad nach dem Fünf-Millionen-Euro-Umbau. Es wird dann mit deutlich höheren Besucherzahlen als zu Freibadzeiten gerechnet.

Die Eintrittspreise würden von bisher 3,50 auf vier Euro pro Person und von 1,80 auf zwei Euro für ermäßigte Karten erhöht. Auch Bahn- und Beckenpreise für Vereine oder gewerbliche Nutzer zögen moderat an. Andere bisherige Rabatte etwa in Form von Zehner- und Jahreskarten sollen deutlich reduziert werden. Bei den Öffnungszeiten ist mehr Übersicht durch Vereinheitlichung angepeilt. 15 bis 20 Uhr fürs Hallen- und 11 bis 20 Uhr fürs Freibad regt die Unternehmensberatung an – mit Abweichungen am Wochenende.

Deutlich verbesserungsfähig sei zudem das Marketing für die Bäder, und im Hallenbad gebe es bisher kaum „Profitcenter“, die Extra-Einnahmen bringen – etwa Shops und Sauna-Angebote.

Zorn sieht „Komfortsituationen“

Dass alle Achimer Bäder gesichert und dafür Millionen eingesetzt würden, sei schon eine „Komfortsituationen“, gab Steffen Zorn gerade auch angesichts großer baulicher Aufgaben im Schul- und Kitabereich zu bedenken. „Lassen Sie uns das Beste daraus machen,“ forderte er auch die Protestierenden im Saal auf.

Vertreter der Frühschwimmergruppe hatten zuvor bezweifelt, dass wegen ihnen hohe Aufsichtskosten anfielen und gelacht, als Kim Adam von nur 17 Frühschwimmern sprach. Andere im Saal bemängelten, dass ein Konzept von außen entwickelt worden sei, ohne zuvor konkret die Bedürfnisse der Bürger im Bäderbereich zu erkunden. 

la

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