Verwaltung: Ausbesserungsarbeiten liegen über dem üblichen Aufwand

Straßenausbau spaltet Anwohner

Mit dem geplanten Ausbau der Straße Am Oertel sind nicht alle Anlieger einverstanden. Foto: Bischoff

Achim - Von Sandra Bischoff. Am Thema Straßensanierungen und den zum Teil geplanten Änderungen der Verkehrsführung ist am Montagabend im Ratsausschuss für Bauunterhaltung eine muntere Diskussion entbrannt, die schließlich mit der Frage endete, wie viel Verkehr für Achim akzeptabel ist.

Schon zu Beginn der Sitzung im Rathaus nutzten Anwohner der Straße Am Oertel die Einwohnerfragestunde, um den geplanten Ausbau zu kritisieren. Wie berichtet, ist die Straße in der Prioritätenliste nach oben gerutscht, weil der Umfang der Ausbesserungsarbeiten auf dem ersten Teilstück und dem Parkplatz am Stadtwald laut Verwaltung über dem üblichen Aufwand liegt. Ein Anwohner wunderte sich über den „plötzlichen Sprung“ der Straße auf einen vorderen Platz der Prioritätenliste. Ein Nachbar sprang ihm bei: Die Straße sei ab dem Mittelteil Richtung Stadtwald „tadellos in Ordnung“. Dort könne das Wasser, das an anderen Stellen zu den Auswaschungen führe, gut abfließen. Das Problem seien die Laubanhäufungen an den Seitenrändern. Er regte an, die Straße nur im vorderen Teil auszubauen. „Wenn wir eine Straße anfassen, dann komplett von vorne bis hinten“, erklärte Verkehrsplaner Stefan Schuster. Zudem sei der Großteil der Anlieger mit dem Ausbau einverstanden, auch wenn sie die Kosten dafür tragen müssen.

Bei den Straßen An der Lienert und Am Brauberg bereiten vor allem Schleichverkehre Probleme. Laut Schuster hatten sich Anwohner wegen des gestiegenen Verkehrs und der damit einhergehenden starken Staubbelastung durch die nicht ausgebauten Straßen an die Verwaltung gewandt. Die Anlieger hatten mit einer Unterschriftenliste den Wunsch nach einer Sanierung und anschließender Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr geäußert. Allerdings lehnten die Unterzeichner ab, die laut Erschließungsbeitragssatzung der Stadt Achim anfallenden Kosten in Höhe von 90 Prozent zu übernehmen. Weil die beiden Straßen auf der Prioritätenliste weiter hinten stehen, plant die Verwaltung aktuell zwar keine Sanierung, will die Anlieger aber dennoch entlasten. Im Übergang Am Brauberg / An der Lienert will die Stadt nur noch Müllabfuhr und Rettungsdiensten die Durchfahrt ermöglichen und dazu einen umklappbaren Poller einbauen, führte Schuster aus. Allerdings führe dieses Vorhaben auch zu Nachteilen für die Anwohner: Sie können das Gebiet dann ebenfalls nicht mehr von beiden Seiten befahren. „Das ist nicht ganz einfach, und wir werden das Thema nur umsetzen, wenn sich dafür eine große Mehrheit in der Anliegerschaft findet“, führte Schuster aus.

Christoph Pein von der FDP gefiel diese Herangehensweise nicht. Wann welche Straße saniert werde, müsse nach fachlich-sachlichen Kriterien ausgewählt werden und nicht danach „wer am lautesten schreit“. Zudem fehle ein Konzept, das den Verkehr im südlichen Bereich der Weser regele. „Von Baden nach Bierden braucht man manchmal 30 Minuten. Man muss sich Gedanken über intelligente Ampelschaltungen machen und über Beschleunigung statt über Beruhigung“, kritisierte er. Außerdem müsse man sich fragen, ob Anwohnerbeiträge noch zeitgemäß seien. „Oyten hat es vorgemacht. Es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen, und die FDP wird dazu bald einen Antrag stellen“, führte er aus und erhielt dafür Applaus von den Zuschauern. Verkehrsplaner Schuster widersprach: „Ja, wir wollen möglichst schnell von A nach B kommen, aber nicht durch Achim. Und nennen Sie mir eine Ampel, die wir noch intelligenter steuern können.“

Auch Sozialdemokrat Bernd Junker hatte den Worten Peins etwas entgegenzusetzen. „Wir blockieren keine Verkehre, der Verkehr nimmt zu.“ Zudem habe es die Abschaffung der Ausbaubeiträge in Oyten nicht kostenlos gegeben: „Dort ist die Grundsteuer mächtig erhöht worden.“

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