Die Straßen im Wohnviertel oberhalb der Achimer Marsch sind neu gestaltet / Kosten werden eingehalten

Kein Paradies, aber nun eine feine Adresse

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Feines Pflaster und auch Rasensteine im Paradies.

Achim - Das Viertel nördlich und oberhalb der Achimer Marsch ist zwar nicht zum Paradies geworden, aber nach dem Ausbau der Straßen und kleinen Wege kaum noch wiederzuerkennen. Vor einem Jahr oder auch vor mehreren Jahrzehnten hätten wir noch im Wechsel geschrieben über Staubwüsten oder Schlammpisten auf der Marschstraße, Weberstraße, einem langen Abschnitt der Langenstraße, dem Paradiesweg und Parallelweg. Das ist nun vorbei.

Schön farbig gepflastert sind nun die Straßen und Wege, verschwenkt, mit Grünstreifen, Grüninseln mit Findlingen und einigen Parkbuchten versehen. Nur noch Feinarbeiten sind zu erledigen. Für weiteres Grün wird im Herbst gesorgt werden.

Wie Steffen Zorn, Bau-Fachbereichsleiter der Stadt Achim, uns mitteilt, hat man den Neuausbau der Straßen und Wege gleich mit einer Sanierung der Abwasserleitungen sowie mit besserer Straßenbeleuchtung verbunden. Arbeiten, die nebenbei erledigt worden sind und den Anwohnern nicht gesondert in Rechnung gestellt werden, sondern über die allgemeinen Abwasser- und Stromgebühren finanziert werden.

Die Anwohner zahlen ja auch so schon genug, denn sie haben 90 Prozent der Kosten zu tragen, da bundeseinheitlich dieser Prozentsatz für die Anwohner beim Erstausbau einer Straße vorgesehen ist. Lediglich bei einem späteren Straßenausbau lässt sich mit anderen Prozentsätzen operieren.

Zorn und die Stadt Achim haben aber Wort gehalten und sind mit den Ausbaukosten unter einer Million Euro geblieben; nach wie vor eine hohe Summe, deren Einhaltung von Anwohnern aber angezweifelt worden war.

Wie überhaupt der gesamte Ausbau der miserablen Straßen jahrzehntelang heftig umstritten war. Während im abschüssigen Paradiesviertel den unteren Bewohnern die Grundstücke und Häuser voll Regenwasser liefen, störte das die oberen Anrainer weniger. Eine Anwohnerinitiative für den Straßenausbau stand dann kurz vor dem Erfolg, als plötzlich die Mehrheit im Viertel kippte.

Für den Stadtrat galt Jahrzehnte der Grundsatz, dass keine Straße gegen den Willen der Anwohner ausgebaut wird, doch von dem wich er dann in den letzten Jahren ab und entschied nach Dringlichkeit über die auszubauenden Straßen.

Fachbereichsleiter Steffen Zorn hatte darauf hingewiesen, dass durch die Schlaglöcher in den Straßen und Wegen Unfallgefahren für Fußgänger und Radfahrer existierten und durch die Überschwemmungen Schäden auf Grundstücken drohten, für die die Stadt in Haftung genommen werden könnte.

Jahr für Jahr müsse die Stadt Straßen im Paradiesviertel ausbessern. Von den 60 000 Euro jährlicher Reparaturkosten für alle Achimer Straßen und Wege entfielen 4000 Euro allein auf diese Straßen, viermal mehr als für ausgebaute Straßen und das Fünfzehnfache eines Feldweges am Rande der Stadt.

Ein Ausbau statt dieses ständigen Flickwerks und ein planvoller Abfluss der Regenmengen seien höchst sinnvoll.

Achims Lokalpolitiker überzeugte das und sie beschlossen die Neugestaltung der Paradies-Straßen. Die im April 2014 begonnenen Arbeiten dauerten etwas länger als geplant, weil man immer nur Teilstücke ausbaute, um den „Paradiesischen“ die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke noch zu ermöglichen.

Nun ist das Paradiesviertel wirklich zu einer feinen Adresse in Achim geworden.

mb

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