Polizeichef: Straftaten in Achim rückläufig

„Stimmung ist oft anders als die Zahlen“

Achim - Über eine besorgniserregende Häufung von Ladendiebstählen im Einkaufszentrum „Weserpark“ hätten jüngst bei einem Treffen Geschäftsleute geklagt, berichtete Bürgermeister Rainer Ditzfeld auf der Sitzung des Präventionsrates. Wie es denn auf dem Sektor in Achim aussehe?

„Nichts Auffälliges bekannt “, beruhigte der hiesige Polizeichef Thorsten Strier und zog auch sonst eine überwiegende positive Bilanz zur örtlichen Sicherheitslage.

Schon seit 2006 gebe es so gut wie keinen Anstieg der Straftaten in Achim und 2015 sogar einen leichten Rückgang. Die Kriminalitätsrate sei deutlich niedriger als etwa im benachbarten Kreis Osterholz. Dagegen liege die Aufklärungsquote der Polizei in Achim mit 63,11 Prozent erfreulicherweise über dem Landesschnitt von 61,24 Prozent.

Allerdings sei die Stimmung in der Bevölkerung oft eine andere als es die Zahlen hergeben, gab Strier auf einen entsprechenden Einwand aus dem Publikum zu. Gerade die „offensive Öffentlichkeitsarbeit“ der Polizei könne zu Verunsicherung beitragen, wenn jeder gemeldete Diebstahl eben auch in der Zeitung nachzulesen sei.

Ob es im großen Stil organisierte Raubzüge durch Wohngebiete in Achim gebe, bezweifelte der Polizeichef. Zwar seien auch Täter etwa aus dem Hamburger Raum ermittelt worden, doch ein Großteil der Einbrecher stamme aus Achim selbst.

863 Diebstahlsdelikte stehen an der Spitze der Kirminalitätstatistik, gefolgt von Betrugsfällen einschließlich solcher per Internet, Sexualdelikten und „Roheitsdelikten“ wie Körperverletzung.

Weiter rückläufig seien auch im Vorjahr Straftaten von Kindern und Jugendlichen gewesen. Gerade in diesen Altersgruppen sei eine Menge an Präventionsarbeit geleistet worden, was sich offenbar auszahle, merkte der Polizeichef an.

Sehr stark abgenommen hätten zudem Autoaufbrüche. Es sei hier 2014 der Polizei gelungen, eine große Tätergruppe festzunehmen.

Trotz all solcher Tendenzen gehe es darum, die Fallzahlen bei Einbrüchen weiter zu senken. Ein wichtiger Faktor seien dabei aufmerksame Nachbarn. Die hiesige Polizei hatte dazu eine spezielle Aktion gestartet, über die sogar das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) berichtete.

Tagsüber gingen mit Pudelmützen und verdächtigem Outfit verkleidete Ordnungshüter durch Wohngebiete, inspizierten auffällig verschiedene Häuser und schauten sogar durch Fensterscheiben.

Das Ergebnis: Etliche Anwohenr wurden zwar argwöhnisch, aber niemand meldete die Vorkommnisse der Polizei. Das könne sich natürlich im Ernstfall verhängnisvoll auswirken, gab Thorsten Strier zu bedenken.

Ohnehin werde Einbrechern das Handwerk erleichtert, wenn sich in Neubaugebieten bis zur Mittagsszeit kaum jemand aufhalte, weil Männer und Frauen gleichermaßen auf ihrem Arbeitsplatz sind.

Zunehmend Probleme bereiten Fälschungs- und Betrugsdelikte via Internet.Hier planen Arbeitsgruppen des Präventionsrates jeweils passdende Kursangebote, um sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene mit lauernden neuen Gefahren und Verlockerungen besser vertraut zu machen.

la

Rubriklistenbild: © dpa

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