Zwei Schichten beteiligen sich am Warnstreik

Stillstand auch im neuen Achimer Coca-Cola-Werk

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Am Montag kein Coca Cola aus Achim. Die Lasterflotte blieb zu Hause.

Achim - Bei Coca Cola standen am Montag bis 22 Uhr auch im neuen Betrieb in Achim-Ost „alle Räder still.“ Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten beteiligten sich am Warnstreik der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) und fuhren zur Großdemonstration nach Hamburg.

Hintergrund ist ein bundesweiter Konflikt um den Haustarif zwischen dem Getränkehersteller und der Gewerkschaft seit Anfang des Jahres. Die NGG fordert für alle Beschäftigten 160 Euro mehr, um so auch Lohnunterschiede auszugleichen. Auch die Ausbildungsvergütung soll angehoben werden. Coca Cola dagegen hat bisher nur 1,3 Prozent mehr Lohn angeboten. Der Getränkegigant rechnet allerdings vor, dass er mit der Erhöhung des Urlaubsgeldes um 900 Euro und der Erhöhung des Zuschusses zur Altersversorgung um 200 Euro insgesamt 2,5 Prozent anbiete.

Streik in Hamburg wahrgenommen

Die Gewerkschaft wiederum hält es für eine „Frechheit“, dass das schon 2015 erhöhte Urlaubsgeld jetzt angerechnet werden soll.

Jedenfalls wird für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen Ende April bundesweit Dampf gemacht mit Warnstreiks und Großkundgebungen. So fuhren Montagmorgen auch die meisten Achimer Mitarbeiter der Frühschicht und der Spätschicht nach Hamburg. Nur die Nachtschicht hatte diese Fahrt nach der Nachtarbeit nicht mehr auf sich genommen. Sie war ja auch in der Nacht zum Dienstag wieder im Einsatz. Indem zwei Schichten streikten, hat die Gewerkschaft verhindert, dass die ausgefallene Arbeit von der nächsten Schicht nachgeholt wird, wie uns NGG-Sekretär Thorsten Zierdt erläuterte. Deshalb hat die Gewerkschaft in Übereinstimmung mit dem Achimer Betriebsrat auch beantragte Mehrarbeit an diesem Samstag und vor Ostern abgelehnt.

Die Gewerkschafter begründen ihre Forderungen auch damit, dass mit dem Abbau der Arbeitsplätze von Coca Cola in Deutschland während der letzten Jahre von 12.000 auf 8000 auch die Belastungen der Beschäftigten gestiegen seien.

Nach Schließungen des Vertriebsstandortes Oldenburg mit 41 Mitarbeitern im letzten Jahr und jüngst des Betriebs in Hemelingen mit 319 Beschäftigten arbeiten nun in der neuen norddeutschen Logistikzentrale Achim noch rund 90 Mitarbeiter.

mb

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