Lieken-Gelände: Sparkasse legt Grundstein

Startschuss für neues Stadtviertel am Bahnhof

Unterhalb der Bahnbrücke gießen Arbeiter das Fundament für den Neubau der Sparkasse.
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Unterhalb der Bahnbrücke gießen Arbeiter das Fundament für den Neubau der Sparkasse.

Achim – Nirgendwo sonst wird sich das Bild der Stadt in den kommenden Jahren stärker verändern als auf dem ehemaligen Lieken-Gelände am Achimer Bahnhof. Der Grundstein für das neue Viertel auf der alten Fabrikbrache mit Geschäften, Gastronomie, Geldinstitut, Kindertagesstätte, Mobilitätsstation samt Omnibusbahnhof sowie 150 Wohnungen wurde gewissermaßen am Mittwoch gelegt.

Zwar gab dann lediglich die Kreissparkasse im Beisein des Bürgermeisters und des Investors W&S presse- und öffentlichkeitswirksam den symbolischen Startschuss für ihr Neubauvorhaben in der nördlichen Innenstadt. Diese Grundsteinlegung bildet aber gleichsam den Auftakt für alle weiteren dort geplanten Aktivitäten.

„Damit beginnt nun die aus den Bauunternehmen Prien (Hamburg) und Schröder (Bremervörde) bestehende Arbeitsgemeinschaft hier mit dem Rohbau“, informierte Peter Skrabs, Geschäftsführer von W&S, auf der Baustelle. Zuvor habe bereits die Achimer Firma Huhs die umfangreichen Erdarbeiten auf dem Areal erledigt und die Trassen für die vorgesehenen Straßen und Wege aufgeschüttet.

3 000 Kubikmeter oder 6 000 Tonnen alter Rotstein von Lieken seien als Bodenverbesserer eingebaut worden, ergänzte Architekt Jan Matthies. Das abschüssige Gelände bezeichnete der Hamburger als „besondere Herausforderung“. Ein Fachbetrieb habe Stützen eingezogen, um ein Abrutschen des Hangs an der Bahnbrücke zu verhindern.

Direkt an der stabilisierten Kante entsteht das neue Beratungszentrum der Kreissparkasse. „Zwei Baukörper mit je vier Geschossen sind geplant“, präzisierte Vorstandsmitglied Matthias Knak vor Ort. Für mit dem Auto kommende Kunden und Mitarbeiter gebe es 50 Parkplätze.

Feierliche Grundsteinlegung: Christian Will (W&S) legt die Zeitkapsel in den Boden. Mit dabei sind: (v. l.) Architekt Jan Matthies, Matthias Knak (KSK), Bürgermeister Rainer Ditzfeld, Henning Struckmann (KSK) und Peter Skrabs (W&S).

Das Gebäude für den „Hauptmieter“ Sparkasse solle im Sommer oder Herbst 2023 fertig und im Januar 2024 betriebsbereit sein, teilte Investor Skrabs mit. Diese Daten würden auch für die weiteren Pächter in den als Lärmschutzriegel entlang der Bahnstrecke konzipierten Neubauten angepeilt. Bei dem schon länger genannten Drogeriemarkt, der dort einziehen soll, handelt es sich laut Skrabs um Rossmann. Ob der Discounter deshalb mit Ende des Mietvertrags in einigen Jahren den Standort in der Marktpassage aufgibt, ließ das Unternehmen mit Sitz in Burgwedel bei Hannover auf Nachfrage der Redaktion unbeantwortet. Die Oytener Bäckerei Sammann wird Skrabs zufolge auf der Nordseite des Bahnhofs eine Filiale mit Café und Bistro eröffnen. „Dazu kommen noch drei Arztpraxen mit den Fachrichtungen Augen, Kinder sowie Ergo- und Logopädie, und auch ein Wirtschaftsprüfer und Steuerberater lassen sich dort nieder.“ Weitere 2 500 Quadratmeter Nutzfläche stünden aber noch für Büros und Praxen zur Verfügung.

Unter dem zum Teil turmartigen Gebäudekomplex schafft der Hamburger Investor eine Tiefgarage mit 125 Stellplätzen. Auf der Ebene des Aldi-Markts sollen noch 55 weitere Parkgelegenheiten hinzukommen.

Die Bauflächen reichen bis dicht an den Bahnhof heran.

Das seit 2011 brach liegende Gebiet am Rand der Innenstadt soll nicht zuletzt den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Achim beseitigen helfen. „Wir bauen 29 Wohnungen, davon 28 geförderte“, sagte Skrabs. Von den insgesamt 150 Wohneinheiten, die auf dem Gelände auch von den Investoren Bremische Volksbank und ID-Bau errichtet werden, würden 25 Prozent sozial gefördert, merkte Bürgermeister Rainer Ditzfeld an.

Die Stadt warte noch auf die Baugenehmigungen des Landkreises für die Kita und die Mobilitätsstation dort, verriet er auf Nachfrage. Beides solle 2024 stehen.

Dass die Sparkasse ihren Standort an der Obernstraße zugunsten des „Schlüsselgrundstücks“ am Bahnhof eintausche und damit Platz für neue Einkaufsflächen in der City mache, bezeichnete Ditzfeld als „gute Lösung. Denn wenn die KSK wie geplant an den Kreisel gezogen wäre, würde es dort auch kein Co-Working-Space und keine Weinbar geben“, spielte er auf die Umzugs- und Baupläne einer Bremer Schiffsmaklerei an und nahm dabei die Entwicklung der gesamten Innenstadt mit in den Blick. Mit den verschiedenen Projekten könne der Brückenschlag zwischen der Fußgängerzone und dem Lieken-Gelände gelingen. „Wir bekommen dadurch einen ganz anderen Rundlauf hin.“

Peter Skrabs, der nach dem Tod seines Geschäftspartners Karl Will (77) im Februar dieses Jahres alleiniger Geschäftsführer von W&S ist und nach eigenen Angaben 35 Millionen Euro im Umfeld des Bahnhofs investiert, pflichtete dem Bürgermeister bei. „Das Bündel an Projekten wird sich für Achim sehr positiv auswirken.“

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