Größerer Andrang erwartet

Tafel in Achim öffnet mit strengem Hygienekonzept wieder: Spuckschutz und Türsteher

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Abstandsregelungen und Spuckschutzwände aus Acrylglas: (von links) Thomas Döring, Rainer Kunze, Jürgen Hille, René Hartwig, Bruno Kroehn und Helga Kühn im Tafelhaus an der Unterstraße.

Achim - Unter strengen Auflagen nimmt die Achimer Tafel in der kommenden Woche ihre Arbeit wieder auf. „Die Hygienevorschriften und andere Bestimmungen sind genau zu beachten“, betonte Vorsitzender Rainer Kunze am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Tafelhaus an der Unterstraße 9.

Dort erfolgt der Neustart nach mehr als zwei Monaten „Corona-Pause“ am Dienstag, 19. Mai, von 14 bis 15.30 Uhr. Am Mittwoch, 20. Mai, werden erstmals wieder Kunden in den Ausgabestellen im Blocks Huus in Oyten-Bassen und im Gemeindehaus Thedinghausen-Lunsen bedient, jeweils von 15 bis 16 Uhr.

„Wir wollten ursprünglich nur fünf Wochen dichtmachen“, verriet Kunze. Aber angesichts der Pandemie mit den folgenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und des erhöhten Gesundheitsrisikos für die nahezu ausschließlich älteren Helferinnen und Helfer bei der Tafel habe sich der Verein „in Ruhe überlegt, wie wir den Betrieb künftig organisieren wollen“, erläuterte der Vorsitzende. Die Idee, einen „Notdienst“ mit jüngeren Kräften aufzuziehen, sei verworfen worden, weil dafür kaum Leute mit ausreichend Zeit außerhalb ihres Arbeits- und Familienlebens zur Verfügung gestanden hätten.

Zwischenzeitlich habe Helga Kühn, die in Achim eine Stiftung betreibt, „die Ärmsten der Armen“ mit Lebensmittelkartons unterstützen wollen und dabei mit der Tafel kooperiert. „Wir haben 180 Bedürftige bedient“, freute sich Kunze.

Der frühere Eingang ist jetzt der Ausgang.

Corona-Krise in Achim: Tafel kann über 120 Berechtigte wieder versorgen

Rund 120 Hartz-IV-Empfänger und andere Personen mit schmalem Geldbeutel besäßen einen Ausweis für das Tafelhaus. Damit würden in Achim Familien mit insgesamt mehr als 400 Mitgliedern günstig mit Lebensmitteln versorgt.

Das Lager des Vereins, der mit Supermärkten und Discountern in der Region zusammenarbeitet und von dort überwiegend sogenannte unverkäufliche Ware bezieht, dürfte kommende Woche prall gefüllt sein. Denn ein Spendenaufruf der Tafel sei auf fruchtbaren Boden gefallen, viele Bürger hätten Geld für diesen Zweck locker gemacht, berichtete Kunze.

Der Rotary-Stadttombolaverein habe 3.600 Euro springen lassen. Dieses finanzielle Extra-Engagement zugunsten der Tafel außerhalb der Verlosungsaktion im Winter rührte Rainer Kunze besonders. „Das hat uns persönlich und menschlich zusammengeschweißt“, sagte er im Beisein des Tombolavereinsvorsitzenden René Hartwig und der Amtsvorgänger Thomas Döring und Jürgen Hille.

Tafel in Achim kann wieder öffnen: Spuckschutz gegen Coronavirus errichtet

Darüber hinaus dankte der Tafel-Chef Jan Lagerpusch, Inhaber der Tischlerei „Achimer Werkstätten“, und Stefan Bürger, der die Alte Apotheke und die Apotheke im Hufeisen in Achim betreibt. Beide haben für die Lebensmittelausgabe im Tafelhaus kostenlos einen mehrere Meter hohen und langen Spuckschutz aus Acrylglas gebaut.

„Alle Einrichtungen können wir nur eröffnen, wenn ein spezielles Hygienekonzept installiert wird, was starke Einschränkungen beim täglichen Ablauf in der Achimer Tafel beinhaltet“, bekräftigte Kunze und fügte hinzu: „Hier herrscht oft unglaubliches Gedränge.“ Das sei ab sofort vorbei.

„Hier herrscht natürlich Maskenpflicht“, warf Tafel-Mitarbeiter Bruno Kroehn ein, bevor der Vorsitzende Einzelheiten des Konzepts nannte. An den Ausgabetagen an der Unterstraße dienstags und freitags verteilen Helfer des Vereins ab 13 Uhr Nummern an die Kunden. „Hier muss niemand Angst haben, in die Röhre gucken zu müssen und deshalb schon um 10 Uhr vor dem Haus stehen“, merkte Kunze an.

Vorschriften auch in fremden Sprachen.

Corona-Pandemie in Achim: Tafel öffnet unter strengen Hygieneregelungen

Von 14 Uhr an erfolgt dann der Einlass in einem neu geschaffenen Eingang für jeweils höchstens drei Personen. An der Kasse hat ein Erwachsener den symbolischen Preis von zwei Euro zu zahlen, für Heranwachsende bis 15 Jahre sind 50 Cent fällig. Im Rundlauf geht der Kunde anschließend zu den Ausgabetresen mit Gemüse und Obst, in einer Tiefkühltruhe liegenden Molkereiprodukten und den haltbaren Lebensmitteln. Vor dem separaten Ausgang gibt es einen Selbstbedienungsbereich, wo zum Beispiel Blumen zu bekommen sind.

Türsteher kontrollierten das Geschehen, kündigte Kunze an. „Wir werden darauf achten, dass hier keiner mit Husten und anderen auffälligen Symptomen reinkommt.“

Die Ausgabezeit könne aufgrund der besonderen Bedingungen durchaus eine Stunde länger dauern als die üblichen 90 Minuten. „Wir schicken hier keinen ohne Einkauf nach Hause“, versicherte Kunze.

Der Vorsitzende geht von einer steigenden Kundenzahl aus. „Wegen Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Krise rechnen wir mit vermehrtem Andrang.“

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