„Starke Frauen“ als Tonskulpturen: Jutta Poppinga zeigt in St. Laurentius ihre biblische Kunst

„Ich habe meine Hände einfach arbeiten lassen“

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Jutta Poppinga mit der Skulptur Vashti und Esther.

Achim - Von Johanna Zeuner. Zwei Gesichter haben einige Skulpturen der Ausstellung „Starke Frauen“ in der St.-Laurentius-Kirche. Jutta Poppinga, Künstlerin aus Heiligenrode, zeigt Tonskulpturen im hellen Seitenschiff des Gotteshauses. Intensiv und nachhaltig hat sie sich mit Frauengestalten des Alten Testaments auseinander gesetzt. Weil einige von ihnen auch paarweise auftraten, hat Poppinga diese interessante Darstellungsform gewählt: Zwei Tonköpfe in einem, die wie bei Vashti und Esther in zwei Richtungen sozusagen Raum erfüllend schauen mit Rundum-Blick.

Sehr bewusst hat die Künstlerin, so will es scheinen, ihre Figuren im Raum platziert. Sie schauen vom erhöhten Seitenschiff in den Kirchenraum, stehen wie eine kritische Beraterin und ermunternde Unterstützerin vor dem Altarraum. Hagar trägt ihren Sohn, ähnlich wie Eva die Schlange, am Kopf; beide haben sich bis in den Altarraum der Kirche vorgewagt. Den einsamen, sprechenden Raum, parallel zur Wüste vielleicht, in die die biblische Figur samt Sohn verstoßen wurde.

Poppinga erzählt, wie es ihr bei der Erschaffung der Skulpturen ergangen ist: „Ich habe meine Hände einfach arbeiten lassen.“ Dabei habe sie sich über das Ergebnis zunächst oft erschrocken: Eine als Person fast unkenntliche, aber umso mehr als Salzsäule identifizierbare Frau Lot, eine milde und hübsche Eva, eine hagere Hagar. Oft habe sie dann begriffen, dass es „so sein soll“ und die entstandene Struktur unterstützt, verziert und verstärkt. Die Salzsäule Lot spricht, auch fast ohne Gesicht. Hagar steht die Not und der Schrecken ihrer verstoßenen Situation ins Gesicht geschrieben, Eva wirkt jung und hat die Schlange am Ohr – ihr Lebensthema: Versuchung.

Ursprünglich wurden die Figuren für die Kirche in Heiligenrode geschaffen. Die ähnlich der Achimer Kirche im Untergrund der Bemalung das gleiche Material ziert wie die Figuren von Jutta Poppinga: roter Ton. Poppinga schwärmt: „Sie glauben ja gar nicht, wie warm der ist, wenn man ihn aus dem Ofen holt.“ Sie ist diesem Material immer treu geblieben. Auch ein Austausch mit lettischen Künstlern mag sie hierin bestärkt haben. Nur Zeichnungen haben es ihr darüber hinaus noch angetan, diese sind in der Ausstellung mit zu sehen.

Die Verkaufsausstellung läuft noch bis zum 11. Juli. Die Kirche ist täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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