Städtische Prioritätenliste sieht Sanierungen von Bergstraße und Steinweg vor

Stadt Achim baut „Berg von Problemen“ weiter ab

+
Um die Risse an der Bergstraße zu kitten, genügt es, die oberste Schicht abzufräsen und neu aufzubringen.

Achim - Seit rund sieben Jahren baut die Achimer Stadtverwaltung ab: Die Rede ist vom Sanierungsstau auf stadteigenen Straßen. 80 Prozent des 260 Kilometer langen Straßennetzes sind älter als 25 Jahre und müssen dringend erneuert werden, sagt Steffen Zorn, Leiter der Grundstücks- und Gebäudeverwaltung Achim (GGA). Um diesen „Berg von Problemen“ abzutragen, erstellte er eine Prioritätenliste mit vier Kategorien. Zur Zeit stehen die Bergstraße und der Steinweg in Bierden ganz oben auf der Agenda. „Das ist durchaus strittig“, meint Steffen Zorn.

Denn manche Anwohner mögen sich fragen, warum etwa der Meislahnstraße eine niedrigere Priorität eingeräumt wird als dem Steinweg. Für Zündstoff sorgt auch die finanzielle Seite: Einerseits erreichen die Stadtverwaltung viele Anwohnerbeschwerden wegen maroder Straßen, andererseits möchten Anlieger für Maßnahmen nicht zur Kasse gebeten werden. Das ist im Einzelfall nicht wenig: Die Bürgerbeteiligung kann nach der Erschließungsbeitragssatzung der Stadt Achim bis zu 90 Prozent betragen.

Eine solch hohe Beteiligung fällt bei Straßen an, die den Kategorien I und II zuzurechnen sind: unausgebaute Straßen (I) und Straßen, die von den Anwohnern mit einer so genannten Tränkdecke provisorisch befestigt wurden (II). Eine veraltete Bauweise, die für heutige Verkehrsbelastungen ungeeignet ist. Kategorie III umfasst schon einmal ausgebaute Straßen, die mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand sind. Hier müssen Grundstückseigentümer einen Anteil zwischen 30 und 70 Prozent tragen.

Die Stadt Achim gibt Steffen Zorn zufolge selbst rund eine halbe Million pro Jahr für Straßensanierungen aus, um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Welchen Platz eine Straße in der Prioritätenliste einnimmt, dafür spielen sowohl der Verschleiß als auch die Lage und Verkehrsbelastung eine Rolle.

„Achim wächst –

das hat Folgekosten“

Zur Kategorie I (Feldwege) zählt zum Beispiel die Straße Winterweg im neuen Wohngebiet Kämpe. Über den Teilausbau verhandelt die Stadt derzeit mit den Anwohnern.

Durch Neubaugebiete sind übrigens in den vergangenen vier Jahren sechs Straßen hinzugekommen. „Achim wächst – und das hat Folgekosten“, merkt Zorn an.

Straßen der Kategorie II (mit Tränkdecke) sind die Rektor-Ganten-Straße, Morgenland und ein Teilstück der Bruchstraße, zu denen Anwohnergespräche laufen oder sich keine Mehrheit für einen Ausbau finden ließ. Einen Ausbau mit Beteiligung der Anwohner konnte die Stadt 2015 am Ueser Weg abschließen.

Ganz oben auf der Liste der zuletzt vor mehr als 25 Jahren sanierten Straßen steht der Steinweg in Bierden, der in die Kategorie III fällt. Das Fundament der 400 Meter langen Fahrbahn besteht aus in Sand gesetzten Betonfeldern. Mittlerweile weist sie starke Unebenheiten auf, es „ruckelt“ beim Drüberfahren. Dass die Straße in der Prioritätenliste als „sehr hoch“ eingestuft wird, hat aber auch mit ihrer Lage an der Grundschule Bierden zu tun. Die Baumaßnahme schlägt für die Stadt Achim mit Gesamtkosten von rund 280000 Euro, verteilt über die Haushalte 2016 und 2017, zu Buche. Mit eingerechnet sind bereits 160000 Euro, die als Einnahme durch Anliegerbeiträge erwartet werden.

Eine weitere finanziell aufwändige Sanierung fällt für die Stadt Achim an der Bergstraße an. Grund: Die Straße ist nicht nur alt, sie ist gleichzeitig auch nicht über Anliegerbeiträge zu finanzieren (Kategorie IV). Unebenheiten und Netzrisse prägen die Straßenoberfläche. Rund 90000 Euro wird die Stadt allein für die Fahrbahnerneuerung 2016 in die Hand nehmen müssen, so Zorn. Dazu kommen die Kosten für die Kanalarbeiten, die bereits 2015 begonnen haben.

Die Fahrbahn soll auf dem Bereich zwischen Meislahnstraße und Parkpalette erneuert werden. Die gute Nachricht: Die Arbeiten sind mit wenig Aufwand zu erledigen. Von der Asphaltdecke werden nur die obersten drei Zentimeter abgefräst und neu aufgebracht. Das bedeutet dennoch eine Vollsperrung für einen Zeitraum von sechs bis sieben Wochen. „Wir wollen die Maßnahme in den Sommerferien abschließen, wenn der Straßenverkehr zu den Schulzentren ruht“, sagt Zorn. Während der Bauzeit wird der Bauhof eine Umleitung einrichten. „Das arbeiten wir derzeit aus“, sagt Zorn. Man komme aber nicht drum herum, einen Teil der Umleitung über die Ueser Kreuzung zu führen.

Die Prioritätenliste der sanierungsbedürftigen Straßen im Stadtgebiet steht auch auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauunterhaltung am Dienstag, 23. Februar, um 17 Uhr.

ldu

Mehr zum Thema:

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Meistgelesene Artikel

Wartehäuschenbau unter keinem guten Stern

Wartehäuschenbau unter keinem guten Stern

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Achimer Wolfgang Mindermann singt in der Elbphilharmonie

Achimer Wolfgang Mindermann singt in der Elbphilharmonie

Luther und Störtebeker zanken über Wohltaten

Luther und Störtebeker zanken über Wohltaten

Kommentare